Wie sicher ist der Nackenfaltentest?

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Zuverlässigkeit der Testergebnisse Die Verlässlichkeit einer Nackentransparenzmessung ist leider stark davon abhängig, wie sorgfältig Dein Arzt vorgeht. Um die Datenbank zur Risikokalkulation nutzen zu können, benötigt Dein Gynäkologe sogar ein bestimmtes Zertifikat bei der „Fetal Medicine Foundation“, welches jährlich erneuert werden muss. Um zu gewährleisten, dass die Nackentransparenzmessung richtig angewandt wird, sollte außerdem das Ultraschallgerät nicht älter als vier Jahre sein und eine metrische Skala besitzen, die in Schritten unterhalb eines Millimeters misst. Es gab bezüglich der Zuverlässigkeit der Nackentransparenzmessung und des erweiterten Ersttrimester Screenings auch Studienergebnisse. Insgesamt wurden 100.000 Schwangerschaften, bei denen die Screenings durchgeführt wurden, untersucht. Das Ergebnis sprach für sich. Es konnten 75 Prozent der Babys mit Down-Syndrom identifiziert werden. Wurde das Verfahren im Rahmen des Ersttrimester-Screenings mit weiteren Daten und den Ergebnissen eines Bluttests kombiniert, so erhöhten sich die Chancen sogar auf 90 Prozent, dass der Arzt mit der Diagnose richtig lag.

Screeningtest gibt keine hunderprozentige Sicherheit Es handelt sich aber auch bei Einbezug vieler Daten am Ende um einen reinen Screening-Test und keine klare diagnostische Aussage. Das Ergebnis bietet daher keine hundertprozentige Gewissheit. Zur Sicherheit kannst Du aber auch bei keinem auffälligen Befund in der 20. Schwangerschaftswoche noch das sogenannte Organscreening durchführen lassen. Ist sowohl das Ersttrimester-Screening als auch das Organscreening unauffällig, so kannst Du der Geburt doch sehr beruhigt entgegen sehen.

Erhöhtes Risiko, was jetzt? Sollte bei Dir ein erhöhter Risikofaktor festgestellt worden sein, wird Deine Schwangerschaft als „Risikoschwangerschaft“ eingestuft. Doch keine Sorge, das heißt nicht immer gleich, dass Dein Kind an einer Chromosomenanomalie leidet. Um nun Gewissheit zu bekommen, kannst Du weitere invasive diagnostische Untersuchungen durchführen lassen. In der Regel wird dies eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sein. Alternativ könnte Dein Arzt Dir aber auch eine Chorionzottenbiopsie (CVS) oder Nabelschnurpunktion empfehlen. Bei allen drei Methoden handelt es sich um diagnostische Tests. Sie sind daher verlässlicher als die Nackentransparenzmessung. Dein Frauenarzt wird Dich in dieser Situation ausführlich beraten und Dir bei der Entscheidung helfen. Ob Du Dich für eine der Maßnahmen entscheidest, hängt natürlich auch davon ab, ob das Ergebnis für Dich wichtig ist und ob es relevant für das Fortsetzen der Schwangerschaft ist.

http://www.netmoms.de/magazin/schwangerschaft/praenataldiagnostik/was-passiert-beim-sogenannten-nackenfaltentest/

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