Wie schaffe ich es mit meinem Tinnitus zu leben und glaubt ihr, dass es irgendwann ein Heilmittel geben wird?

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2 Antworten

Da gibt es interessante Ansätze:

" Lange Zeit glaubten Wissenschaftler, dass Tinnitus im Innenohr selbst entsteht. Erst als sie Erregungszustände im Gehirn mit modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztherapie (MRT) oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar machen konnten, zeigte sich: Tinnitus ist eine Fehlschaltung im Gehirn, die auf einen meist im
Innenohr entstandenen Schaden der Hörbahn zurückgeht.

Die in der Hirnrinde sitzenden Nervenzellen empfangen elektrische Signale
direkt aus dem Hörnerv. Die Umwandlung des akustischen in ein
elektrisches Signal entsteht in den hochsensiblen Haarzellen des
Innenohrs.

Wenn einige dieser Haarzellen geschädigt werden und ausfallen, etwa nach einem Hörsturz, versuchen ihre Nachbarzellen, den Verlust durch eigene
Überaktivität auszugleichen. Die Nervenzellen in der Hörrinde beginnen,
eigene Signale abzufeuern und verstärken bestimmte Frequenzen trotz
fehlender akustischen Reize von außen.

Diese Entladungen und Spontanaktivitäten lassen das störende Geräusch
entstehen, vergleichbar mit dem brummenden Grundton eines laut
aufgedrehten Verstärkers bei einer Stereoanlage.

Genau diese neuronale Fehlfunktion könnte zum Schlüssel im Kampf gegen das konstante Klingeln im Kopf sein. Weil die Hörzellen angeordnet sind wie
die Töne auf einer Klavier-Tastatur und eigene Frequenzbereiche belegen,
können Fachärzte die Tinnitus-Frequenz relativ genau bestimmen, die
zwischen 400 und 13.000 Hertz liegen kann.

Hörtherapeuten bespielen die Klaviatur der Nerven

Dadurch ist es Hörtherapeuten gelungen, die Klaviatur der Nerven so zu
bespielen, dass der Tinnitus sich legt. Eine Studie zeigt, dass
gefilterte Musik, die keine der Tinnitus-Frequenzen mehr enthält, die
Intensität der Ohrgeräusche durch eine Art Musiktraining um
durchschnittlich 25 Prozent bessern kann – ein wichtiges Stück Erlösung
für Menschen im dauerhaften Schallmartyrium.

Der heraussortierte Teil des Klangteppichs hätte für gewöhnlich die Tinnitus-Nervenzellen angesprochen. Stattdessen wurden nur die Nachbarzellen gereizt und die Tinnitus-Neuronen dadurch gehemmt.

Wird dieses Prinzip der "lateralen Hemmung" oft genug wiederholt, kann das
Pfeifen durch Musik reduziert werden, sagt Pantev. "Wichtig ist, dass
sie die Musik, die sie hören, mögen, also aufmerksam zuhören."

Das und weitere Möglichkeiten unter:

http://www.welt.de/gesundheit/article115636641/Wie-Forscher-den-Tonterror-im-Ohr-austreiben-wollen.html

Hallo Sam,

es gibt spezielle Tinnituskliniken für Menschen die daran chronisch erkrankt sind. Das heisst man versucht da schon den Tinnitus durch spezielle Therapien zu überdecken.

Ich glaube das nennt man Retraining! Dies sollte man allerdings ausschliesslich in solch einer Tinnitusklinik machne. Selbstversuche wie Du sie machst könnten den Tinnitus u.U. verschlimmern!

Ich weis nicht wie das bei Dir aussieht Schule udgl.. So ein Aufenthalt in einer Klinik dauert etwas.

ndr.de/ratgeber/gesundheit/Therapien-gegen-Tinnitus,tinnitus104.html

Evtl. noch ein allgemeiner Hinweis es gibt nicht wenige Menschen mit Player die die Geräte bis zum Anschlag aufdrehen. Auch dies kann so etwas auslösen. Gar nicht davon zu reden das man die Umwelt (z.B. Verkehr ) nicht mehr wahrnimmt!

Hier kann man sich zu Reha udgl. schlau machen.

http://www.schwerhoerigen-netz.de/main/ratg.asp?inhalt=TINNITUS/400

Gruss Stephan

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