Wie oft muss man das Blut kontrollieren lassen nach Nebenschilddrüsen-OP?

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2 Antworten

Wie oft die Hormone bestimmt werden sollen, hängt vom Einzelfall ab.

Eine Bestimmung der Hormonwerte ist im akuten Krankheitsstadium alle zwei bis vier Wochen sinnvoll. Kürzere Intervalle sind nicht zu empfehlen, denn die Schilddrüsenwerte ändern sich unter medikamentöser Behandlung nur langsam. Dies gilt für die Behandlung mit schilddrüsenhemmenden Medikamenten, den Thyreostatika, ebenso wie für operierte Patienten, bei denen die Schilddrüsenhormone als Tabletten zugeführt werden müssen.

Ausnahmen

Im lebensbedrohlichen Fall der Hormonvergiftung (thyreotoxische Krise) kann eine kurzfristige Kontrolle der Schilddrüsenwerte erforderlich werden, damit die Situation des Erkrankten eingeschätzt werden kann. Die Kontrollen können dann sogar täglich notwendig werden. In diesen Fällen ist eine intensivmedizinische Behandlung im Krankenhaus notwendig. Wenn die Schilddrüsenwerte nicht im Normalbereich liegen, sollten solange Kontrollen erfolgen, bis Normalwerte erreicht sind. Die Art und Menge der Medikamente müssen den jeweiligen Werten immer wieder angepasst werden. Bei Kontrollen im Abstand von 3-6 Wochen dauert es bis zur erfolgreichen Einstellung der Werte in den Normalbereich meist mehrere Monate. Sind Normalwerte der Hormone im Blut erreicht, können die Kontrollabstände vergrößert werden. Bei Wohlbefinden ist jedoch mindestens eine Kontrolle pro Jahr ratsam. Im Alter zeigen sich Veränderungen der Schilddrüsenwerte gelegentlich nur mit wenigen Symptomen. Arzt und Patient sollten deshalb bei bekannter Schilddrüsenkrankheit und unklaren Beschwerden immer an eine Bestimmung der Schilddrüsenwerte denken. In lebensverändernden Phasen und bei zusätzlichen Krankheiten müssen die Schilddrüsenwerte kurzfristig kontrolliert werden. Zu den lebensverändernden Phasen gehören Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre. Die Einnahme von anderen Medikamenten (Anti-Baby-Pille, Antidepressiva), Krankheit und Gewichtsveränderung können die Schilddrüsenhormone beeinflussen.

Wichtig:

Im Zweifelsfall ist eine Bestimmung der Schilddrüsenwerte zuviel besser als eine Bestimmung zu wenig. Dieser Grundsatz soll jedoch nicht eine ungenügend begründete Blutentnahme rechtfertigen, sondern die Sensibilität für die weit verbreiteten aber zu selten erkannten Schilddrüsenkrankheiten erhöhen. Die Nebenschilddrüsen können nach Operation vorübergehend in ihrer Funktion gestört sein. Eine Behandlung mit Kalzium und Vitamin D kann dann nur vorübergehend notwendig sein. Wird nur eine der vier Nebenschilddrüsen entfernt, übernehmen meist die anderen Nebenschilddrüsen die Hormonproduktion vollständig. Bei Entfernung mehrerer Nebenschilddrüsen ist die Übernahme der Hormonproduktion durch die verbliebenen Nebenschilddrüsen vom Einzelfall abhängig.

Sind alle Nebenschilddrüsen entfernt, sollten die Betroffenen einen Notfallausweis bei sich tragen. Lebenslang müssen Kalzium und Vitamin D eingenommen werden. Langfristig müssen Kalzium und Phosphatspiegel kontrolliert werden. Eine Überdosierung von Kalzium und Vitamin D sollte vermieden werden.

Normalwerte

Kalzium: im Serum 2,15- 2,75 mmol/l, im 24-Stunden-Urin 4,02- 4,99 mmol/l Phosphat: im Serum 0,84-1,45 mmol/l

gruß berta

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Die Nachbehandlung erfolgt klarerweise genau dort, wo die OP gemacht wurde: In der Ambulanz derselben Klinik nämlich - dort werden auch die Blutkontrollen veranlasst bzw. vorgeschrieben, falls erforderlich.

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