Wie lange darf eine normale Traurigkeit andauern?

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7 Antworten

Hallo, das hängt davon ab, was Du unter normaler Traurigkeit verstehst. Wenn Du zum Beispiel momentan in Trauer wegen eines Todesfalles bist oder Du Dich vom Partner trennen musstest, ist es ganz normal, dass man über viele Wochen, manchmal über Monate hinweg traurig ist. Das ist normal und nicht behandlungsbedürftig. Nur wenn es keinerlei Grund für die Traurigkeit gibt, Du darunter sehr leidest und viel weinen musst und das schon länger als drei Wochen andauert, solltest Du das mit Deinem Arzt besprechen. Du solltest vielleicht mal selbst in Ruhe darüber nachdenken, ob Du nicht selbst etwas ändern in Deinem Leben ändern willst oder kannst. Vielleicht mehr mit Freunden etwas unternehmen, Urlaubspläne schmieden, ins Schwimmbad gehen, evtl. Sport machen u.ä.m.. Wir können nicht durchgehend gut gelaunt sein, jeder Mensch hat mal Phasen, wo er einen Durchhänger hat. Alles Gute. lg Gerda

Ich meine, im neuen "Diagnosenkatalog" wird diese Frist auf zwei Wochen reduziert.

Das dient - für jeden Laien erkennbar - nur dazu, bei noch mehr normalen Menschen einen Krankheit diagnostizieren zu können, die dann gegen viel Geld nicht behandelt werden kann.

http://de.wikipedia.org/wiki/DSM-5

Ist also eigentlich schon in Kraft. Gab seinerzeit einigen Wirbel ( lässt sich sicher einiges dazu googeln ), aber die Macht der Krankmacher war größer.

Traurigkeit ist ein Zustand, der Menschen stark belasten kann. In der Regel ist dieses Gefühl jedoch eine ganz normale und gesunde Reaktion, beispielsweise auf einen Verlust. Wenn die Traurigkeit jedoch scheinbar grundlos auftaucht und über einen längeren Zeitraum anhält, kann sie auf eine Erkrankung hinweisen, zum Beispiel eine Depression.

Weitere Info über die Ursachen von Traurigkeit und was du dagegen tun kannst:. http://www.netdoktor.de/symptome/traurigkeit/

Hallo Wanda555,

soweit ich weiß geht man bei einem Zeitraum über 2 Wochen von einer Depression aus.Aber nicht nur allein der Zeitraum ist ausschlaggebend, sondern auch die Symptome (Haupt,- Zusatzsymptome) ,anhand derer dann eine Einstufung in Schweregrade (leicht,mittelschwer,schwer) erfolgt.........Liebe Grüße

So weit ich weiß, ist ein Zeitraum überhaupt kein Kriterium, wenn es um die Abgrenzung von Traurigkeit und Depression geht. Der Zeitraum ist ja auch ganz relativ, entscheidender ist eher der Grund.

Wenn ein naher Angehöriger Stirbt, ist ein "Trauerjahr" nichts besonderes. Da das Sterben zum Leben gehört, jedem Menschen irgendwann unweigerlich die Eltern wegsterben werden, wird jeder Mensch auch einmal in die Situation des Trauerns kommen. Der eine ist "schnell damit durch", der andere hat lange "daran zu knabbern".

Die Abgrenzung kann eher danach gehen, wie tief die Traurigkeit ist, wie lange sie anhält, ob sie zum Anlass passt, in wie weit der Alltag der Person davon bestimmt wird, ob sie sich abschwächt...

Es wäre eher ungewöhnlich, wenn jemand stets und ständig nur happy durch die Welt tanzen würde.

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Es gibt keinen festgelegten Zeitraum, über den man traurig sein darf, oder ab wann man gefälligst wieder vergnügt zu sein hat. Es hängt ja sehr davon ab, was einen traurig macht.

Es gibt verschiedene Typen von Menschen. Was den einen bis ins Mark trifft, erschüttert den anderen kaum. Dass nennt man auch Resilienz. Sie beschreibt die von Mensch zu Mensch unterschiedliche Fähigkeit, mit Druck, Veränderungen, Ungewissheit, Verlusten und Rückschlägen im Leben umzugehen. Es handelt sich somit um eine mentale Fähigkeit, die umgangssprachlich mit psychologischer Widerstandsfähigkeit übersetzt werden kann.

Wie es einen realistischen und unrealistischen Optimismus gibt, so gibt es auch einen realistischen und unrealistischen Pessimismus. Jeder Mensch darf mal deprimiert sein, niemand kann stets und ständig happy durch die Welt gehen.

Ist man über etwas traurig, ist man deprimiert, aber noch lange nicht depressiv. Man leidet etwas, und auch der eigene Optimismus ist gedämpft bis zum Umschlage in Pessimismus. Man kann sich über nichts richtig freuen.

Wenn einen etwas traurig macht, muss man das erst einmal verarbeiten. Das Verarbeiten dauert bei dem einen so lange, und bei dem anderen so lange. Und jeder hat das Recht, sich dazu seine persönliche Zeit zu nehmen.

Bei einer Depression, ist man nicht nur über etwas bestimmtes eine Weile traurig, sondern kann sich nicht einmal vorstellen, unbeschwert zu sein. Die Trauer ist dann unrealistisch; etwa als würde jemand immer wieder in Tränen ausbrechen und über nichts froh werden, nur weil er vor Wochen seinen Regenschirm irgendwo verloren hat, und dann ist ihm ja auch noch das passiert, und nicht zu vergessen das auch noch. Ein Mensch mit Depression bekommt die erfreulichen Momente seines Lebens gar nicht mehr richtig mit.

Menschen mit hoher Resilienz sind nicht etwa abgebrühter, sie überwinden Schicksalsschläge nur leichter. Bei ihnen sind Emotionsteuerung, Impulskontrolle, Kausalanalyse, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Empathie, Realistischer Optimismus und Zielorientierung stärker ausgeprägt. Sie setzen nicht so leicht Äpfel und Birnen gleich, lassen sich nicht so leicht von ihren Zielen abbringen...

Deshalb werden sie nicht so tief deprimiert, und bleiben daher realistischer, bekommen die erfreulichen Dinge deshalb weiterhin mit. Sie trennen ihre Eindrücke schärfer voneinander. Resiliente Menschen können über einen guten Witz herzhaft lachen, obwohl sie über etwas ganz anderes immer noch betrübt sind.

Fazit: Wer sich in seiner Trauer vergräbt, wird immer pessimistischer und kommt um so schwerer wieder zu seinem gesunden Optimismus zurück.

Bei einer Depression ( bin selber davon betroffen ) hat man länger andauernde Episoden von Traurigkeit.

Normal glaube ich sind ein paar Tage . Ist bei jedem verschieden.

Hallo Wanda,

die Trauer braucht so lange wie sie braucht! Der eine ist ein paar tage traurig der andere Wochen. Man sollte in Zeiten der Trauer sich nicht so viele Gedanken machen ob man Depressionen hat/bekommt oder nicht. Wichtig ist der Trauer Raum zu Geben sie zu zulassen und sie lernen zu ertragen. Meistens im Durchschnitt vergeht Trauer nach 2 bis 3 Wochen von alleine jee nach dem aus welchen anlass du Trauerst. Aber auch hier kann man nicht verallgemeinern den jeder Mensch empfindet und Trauert halt ganz anders. Wenn du an dir veränderungen bemerken solltest sprich: innere unruhe,schlafprobleme,ängste und selbstzweifel dann kann das auf eine Depression hinweisen. Wenn du einfach nur Traurig bist ohne diese Symptome dann sei Traurig! Das vergeht!

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