Wie kommt man aus dem Loch wieder heraus?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Xekinai,

das ist ein großes Thema. Da wurden schon dicke Bücher drüber geschrieben. Jeder Mensch hat mal so ein Loch, oder seine melancholische Phase, eine depressive Verstimmung, das kennt jeder. Jeder empfindet und beschreibt es anders. Bei jedem gibt es andere Gründe für diese Phasen. Deshalb gibt es Profis, die können sich in die individuellen Probleme jedes Einzelnen bestens hinein fühlen und dann Hilfestellung geben . Verabrede Dich mal mit einem Diplom-Psychotherapeuten, öffne Dich und vertraue Dich ihm an, er wird Dir helfen.

Hier an dieser Stelle kann ich Dir nur sagen, was ich mache, wenn ich mal meinen "Moralischen" habe. Ich geh in den Keller. Dort habe ich in einem Raum mein ehemaliges Büro. Darin steht mein Zweit-Computer. Auf dem PC sind viele Musikvideos und an dem Rechner sind nicht ganz zufällig schön fette Boxen, die mit viiieeel Bass. Dann werden ganz bestimmte Oldies ausgesucht, die Lautstärkeregler im Uhrzeigersinn bis auf Anschlag gedreht. Dann drücke ich den Startknopf. Anschließend werden die Trommelfelle intensiv massiert, und es jagd für mindestens die nächste halbe Stunde ein Gänsehautschauer nach dem anderen über meine Arme und den Rücken rauf und runter. Tränen fließen vollautomatisch. Bei Gitarrensoli zucken meine Arme und Hände mit und spielen die Luftgitarre, bei Schlagzeugsoli beweist die Schreibtischplatte ihre Stabilität. Nach spätestens 45 Minuten sinke ich erschöpft und verschwitzt, wie nach einem intensiven Zeugungsakt, zurück in meinen Sessel und fühle mich total befreit und locker. Jegliche Aggression und Depression ist verflogen, jeglicher Adrenalinstau ist verflüchtigt. Fühle mich dann super.

Wäre dies auch was für Dich? Versuchs mal. Alles Gute, Herbert

Empfehlen würde ich, daß Du nach dem Krach einfach versuchst abzuschalten.Das kann ein schönes (z.B. klassisches ) Musikstück sein, Musik wirkt aufbauend, oder ein Spaziergang/Wanderung in der Natur - dort kann man sich an vielen Kleinigkeiten erfreuen, Blumen, Gräser, Tiere oder ähnliches.Du solltest etwas tun, was Du gern machst und nicht an die unangenehmen Dinge denken. Versuchs mal. Alles Gute wünscht Dir Katzina

Hallo Xekinai, ich habe deine Frage gelesen und gedacht, die hätte ich selbst schreiben können. Mir geht es ganz ähnlich. Gerade gestern hatte ich eine Auseinandersetzung, die sehr anstrengend war, ich bin total erschöpft, in einem Loch, fühle mich wie 1000 Jahre alt und 1000 kg schwer. Ich zwinge mich, auch das Gute zu sehen. Die Sache ist zu 50 % für mich befriedigend abgelaufen. Der Gedanke daran beruhigt mich und hebt meine Stimmung. Die anderen 50 % die mich so depressiv machen sind, wenn ich ehrlich bin, nicht nur schlecht. Eine andere Entscheidung, die, die ich für gut gehalten hätte, hätte auch Nachteile mit sich gebracht. Diese Gedanken ändern meine Gefühle, ich fühle mich besser, weil ich die Angelegenheit anders sehe. Aber trotzdem bin ich erschöpft, so eine Auseinandersetzung ist angstrengend. Wenn ich eine körperliche Anstrengung hinter mir habe, bin ich auch erschöpft, habe evtl. Muskelkater usw. Ich sage mich also, gut ich bin in einem Loch, aber die Sache ist nur zu einem Viertel schlecht für mich und von der Anstrengung werde ich mich erholen.

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