Wie kann ich gegen psychische Tiefphasen ankämpfen?

4 Antworten

Ein Laie kann schwer beurteilen, ob Deine derzeitige "Tiefphase" harmlos oder Beginn einer neuen Depression ist. Du solltest aber wissen, dass auch Menschen, die nie depressiv waren, solche Tiefphasen kennen! Das reicht von "dauerschlechter Laune" über den "Novemberblues" bis zu tagelang oder auch wochenlang anhaltender Lust- und Antriebslosigkeit. Menschen, die stets und ständig tirilierend durch die Welt springen, sind eher selten und dann schon fast verdächtig, der superguten Laune irgendwie nachgeholfen zu haben.

Es bleibt also Dir bzw. Deinem Therapeuten überlassen, zu beurteilen, ob Dein Stimmungstief bereits ersten Krankheitscharakter zeigt. Du solltest das daher vertrauensvoll mit Deinem Therapeuten besprechen. Ich glaube nicht, dass Du deshalb gleich wieder Medikamente verordnet bekommst (außerdem könnte Dich niemand zwingen, sie zu nehmen)! Vielleicht lässt sich die Gesprächstherapie für eine gewisse Zeit durch engmaschigere Termine intensivieren?

Du solltest stolz darauf sein, es geschafft zu haben, mit Deiner Erkrankung umgehen zu können. Falscher Stolz wäre es m. E., sich fachärztliche Unterstützung und Hilfe zu verweigern, wenn man sie benötigt.

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder gut geht!

Es ist eigentlich bei vielen Menschen ganz normal, dass es mal Hoch- und Tiefphasen gibt. Es ist wichtig, die Tiefphasen nicht zu ernst zu nehmen und ich denke, du bist auf gutem Weg auch diese zu meistern. Ich habe im Leben gelernt, man kann von überall Hilfe bekommen, aber aus seinem Schlammassel muss man sich selbst befreien. Also suche dir etwas, was dir gut tut. Für mich wäre das in erster Linie Bewegung, draußen laufen , wandern, radfahren. Drin gymnastische Übungen, die komplex sind wie der Sonnengruß aus Yoga, die fünf Tibeter und vor allem Atemübungen. Denn meist atmet man in solchen Phasen zu flach und falsch und das kann zu vermehrten Beschwerden führen. Was mir auch immer sehr gut tut, ist meine Musik. Ich habe eine CD, die meine Seele anspricht und wenn ich die mir längere Zeit anhöre, dann fühle ich mich gleich viel besser. Suchet, so werdet ihr finden. Alles Gute dabei und viel Erfolg!


Eine "Tiefphase", die nur ein Wochenende dauert, ist höchstwahrscheinlich überhaupt nichts schlimmes, sondern gehört zum Leben einfach mal dazu - wenn es nicht ein eher "abgrundtiefes Tief" war (mit völliger Verzweiflung, Hilflosigkeit, selbstschädigendem Verhalten, evtl. sogar Suizidgedanken). Das erleben alle Menschen. Es ist auch wichtig, einfach zu akzeptieren, dass es im Leben nicht immer nur gut laufen kann, und man nicht immer gleich gut drauf ist. Du kannst versuchen, Dir einfach etwas Gutes zu tun, Dich aufzuraffen rauszugehen, Bewegung an der frischen Luft ist oft mental gut, oder alles, was Dir Spaß macht und Dich ablenkt: Sei es ein Hobby, Sport, etwas Kreatives, ein Gespräch mit einer guten Freundin, Singen, Lesen, Musik hören, Entspannungsübungen, alte Fotos ansehen, ein Ausflug, um einfach mal was anderes zu sehen ... Manchmal tut es auch gut, einfach nur "rumzuhängen" und sich den "Durchhänger" zu gönnen. Wichtig ist, nicht in negative Gedankenspiralen zu verfallen, in depressive Grübeleien, die einen immer mehr runterziehen, das wirst Du aus Deiner depressiven Zeit kennen. Es kann hilfreich sein, mal bewusst den Blick auf das Positive in Deinem Leben und in diesem Moment zu lenken. Auch Achtsamkeitsübungen können da helfen.

Meiner Ansicht nach gibt es nach Deiner Beschreibung keinerlei Indikation, die Medikamente wiederaufzunehmen. Du kannst stolz sein, es ohne sie zu schaffen. Vielleicht kannst Du auch Strategien aus Deiner Therapie mitnehmen oder mit Deinem Therapeuten nächstes Mal besprechen.

Alles Gute!

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