wie hoch sind die risiken bei einem leistenbruch ohne OP?

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*Liebe(r)gecco,

es gibt Unterschiede bei den Leistenbrüchen:*

  • Reponible (von lat. reponere = wiederherstellen) Leistenbrüche

können mit der Hand (manuell) in den Bauchraum zurückgedrückt werden. Reponible Brüche sind die häufigste Bruchform, bereiten aber nur wenig Beschwerden.

  • Bei irreponiblen Leistenhernien

kann der Bruchinhalt nicht zurückgeschoben werden.

Solche Brüche sind meist mit Verwachsungen verbunden und die Gefahr einer Einklemmung (Inkarzeration) ist größer.

Liegt eine derartige Einklemmung vor, ist dies eine Indikation für einen sofortigen operativen Eingriff.

Es ist natürlich die Frage, was bei Deiner Oma genau vorliegt.

  • Therapie:

Bei einem Leistenbruch (Hernia inguinalis) erfolgt eine dauerhafte Therapie durch eine Operation.

  • Konservative Therapie:

Ein so genanntes Bruchband kann unter Umständen den Austritt eines Bruchs verhindern, Einklemmungen aber nicht sicher vermeiden.

Daher wird diese Methode nur bei einem unvertretbar hohen Operationsrisiko und nie bei irreponiblen Leistenhernien angewendet.

Entschließt man sich zu einer Operation, liegt die Erfolgsquote bei 95 Prozent.

In den meisten Fällen wird ein offenes chirurgisches Operationsverfahren bevorzugt, jedoch können grundsätzlich fast alle Brüche auch mit minimal-invasiver Technik operiert werden.

Ein offenes chirurgisches Verfahren bedeutet einen etwa sieben bis zehn Zentimeter langen Schnitt, während bei der minimal-invasiven Technik drei kleine Schnitte von nur je einem Zentimeter Länge gemacht werden, durch welche die Arbeitskanäle für Optik und Instrumente eingebracht werden.

Jetzt zum Risiko:

Die Sterblichkeitsrate (Letalitätsrate) bei einem Leistenbruch liegt bei etwa einem Prozent, bei eingeklemmten Brüchen beträgt sie über zehn Prozent.

Diese recht hohe Sterblichkeit rührt von der Gefahr her, dass sich ein eingeklemmter Darmabschnitt entzünden und absterben kann und die Entzündung sich auf den gesamten Bauchraum ausbreiten kann.

Besteht eine solche ausgedehnte Entzündung, erhöht sich das Operationsrisiko um ein Vielfaches. Dennoch ist gerade in diesem Fall eine größere Operation die einzige Möglichkeit, die Komplikation in den Griff zu bekommen.

  • Komplikationen:

In der Regel verlaufen Operation und Heilung des Leistenbruchs (Hernia inguinalis) bei fachgerechter Behandlung komplikationslos.

Ein Widerauftreten (Rezidiv) des Bruchs an gleicher Stelle ist mit fünf bis zehn Prozent der Fälle relativ häufig.

Bei konstitutioneller, also angeborener Bindegewebsschwäche kommt es oft auch zum Bruch auf der Gegenseite.

  • Schwerwiegende Komplikationen einer Leistenbruchoperation können sein:

    die Einengung der großen Beinvene mit der möglichen Folge eines Blutgerinnsels (Thrombose) und einer Verschleppung eines solchen Gerinnsels (Embolie)

    die Verletzung von Darm oder Blase

    Wundinfektionen

    chronische Schmerzen durch Einknotung von Nerven

Komplikationen bei einer Netzeinlage zum Verschluss der Bruchpforte ist eine Fremdkörperreaktion des Körpers auf das Netzmaterial, die das Herausnehmen des Netzes erforderlich macht.

(aus: http://www.onmeda.de/krankheiten/leistenbruch.html)

  • Operationen/Vollnarkosen sind generell mit einem gewissen Risiko verbunden.

Ihr bzw. Deine Oma sollte(t) noch einmal in Ruhe mit dem Arzt die Vor- und Nachteile und auch die möglichen Folgen einer Nichtbehandlung ausführlich besprechen, dann aber auch die Entscheidung Deiner Oma akzeptieren.

Alles Gute!*

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Danke für´s Lesen und liebe Grüße

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