Wie behandelt man eine Neuroborreliose?

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Was sind die Anzeichen einer Neuroborreliose?

Die ersten Anzeichen eines Befalls des Nervensystems treten meist im zweiten Stadium der Borreliose auf, das heißt, bei einem typisch stadienhaften Verlauf einige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich.

Meist klagen die Patienten über brennende Schmerzen im Bereich der Nervenwurzeln (Austrittsstelle aus dem Rückenmark) und entlang der Nervenverläufe (Radikulitis/Polyneuritis) in Armen oder Beinen, die auch mit Gefühlsstörungen und Lähmungen kombiniert sein können. Sie treten oft zunächst im Bereich des Zeckenstiches auf, können aber sämtliche Lokalisationen betreffen. Da solche Erscheinungen auch bei krankhaften Veränderungen der Bandscheiben auftreten können, werden sie häufig auf Wirbelsäulenprobleme zurückgeführt. Damit wird auch die Diagnosestellung verzögert. Bei einer Reizung der Gehirnhäute (Meningitis) kommt es zu Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen.

Sind auch die Hirnnerven betroffen, kommt es zu den entsprechenden Ausfällen, am häufigsten dabei ist die Gesichtslähmung (Facialisparese), die ein- oder beidseitig auftreten kann. Zusammengefasst werden alle diese Erscheinungen unter dem Begriff "Lymphozytäre Meningo-radikulitis" oder auch "Polyneuritis Bannwarth".

Im Spätstadium der Erkrankung kann es zu einem Befall des Gehirns (Encephalomyelitis) kommen, durch eine langsam fortschreitende Entzündung kommt es zu Lähmungen. Diese Entzündung wird nicht durch den Erreger selbst verursacht, sondern durch autoimmunologische Mechanismen, das heißt, durch Antikörper, die unter dem Einfluss der Borrelien gegen körpereigene Zellen gebildet werden.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei einem typischen Verlauf mit einem bekannten Zeckenstich in der Krankengeschichte und einer nachfolgenden Wanderröte ist bei Auftreten eines der oben beschriebenen Krankheitszeichens eine Neuroborreliose wahrscheinlich.

Zur Sicherung der Diagnose müssen auf jeden Fall eine Lumbalpunktion mit einer genauen Untersuchung des Liquors (Nervenwasser) sowie eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Im Liquor zeigt sich eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen.

Entscheidend für eine sichere Diagnose ist der Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Liquor und im Blut. Bei der Neuroborreliose ist die Konzentration im Liquor höher als im Blut. Allerdings ist zu beachten, dass es auch so genannte seronegative Formen der Borreliose gibt, d. h., Antikörper im Blut können auch fehlen. Deshalb sollte bei Verdacht auf Neuroborreliose immer die Lumbalpunktion durchgeführt werden.

Mittels einer speziellen Untersuchung (PCR) kann direkt Borrelien-DNS (Bestandteil der Zellkerne der Bakterien) in Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden.

Mit Hilfe der Kernspintomographie können Entzündungsherde im Gehirn nachgewiesen werden.

Wie behandelt man eine Neuroborreliose?

Bei gesicherter Neuroborreliose werden Antibiotika als Infusionen über mindestens 14 Tage verabreicht, anschließend müssen Antibiotika noch einige Wochen eingenommen werden.

Am häufigsten verwendet man Cephalosporine, bei Allergien gegen diese Antibiotika Tetrazykline. Der Erfolg der Therapie wird durch eine Kontrolle der Antikörper beurteilt. Kommt es nicht zu einem entsprechenden Absinken der Antikörper, muss die Behandlung wiederholt werden.

Zur Prognose bitte hier weiterlesen: http://www.netdoktor.at/krankheit/neuroborreliose-7430