Werde ich krank, weil ich mich dafür fürchte?

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5 Antworten

Die Angst davor, krank zu werden, nennt man Hypochondrie, die "erkrankten" Hypochonder. Es kann so weit kommen, dass die betroffenen Symptome der Krankheiten entwickeln, sogar über Fieber wurde schon berichtet. 

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Was Du schilderst, ist ein typischer Teufelskreislauf der Krankheitsangst (Hypochondrie): Du hast starke Angst vor einem Magen-Darm-Infekt, beobachtest Dich daher verstärkt selbst, nimmst kleinste körperliche Irritationen, v.a. im Verdauungsbereich wahr, fühlst Dich dann in Deiner Angst bestätigt, beschäftigst Dich gedanklich nur noch damit, interpretierst alle Informationen entsprechend (z.B. dass irgendjemand in Deutschland Magen-Darm hat ist absolut irrelevant, das dürfte meist der Fall sein, auch Deine Periode hat mit der Geschichte eigentlich gar nichts zu tun) und steigerst Dich richtig rein. Übelkeit kann auch ein Angstsymptom sein. So passt dann alles zusammen. Wenn man sich so reinsteigert wie Du und schon an hellseherische Kräfte glaubt, geht das fast in Richtung wahnhaft. Ob Du einen Infekt kriegen wirst oder nicht, kann Dir hier natürlich niemand beantworten, auch Du selbst kannst das vorher nicht wissen. Das kann immer sein und kann genausogut nicht sein. Aber für mich hört sich das eindeutig nach einer psychischen Störung an, und so gesehen können Deine wahrgenommenen Symptome auch rein psychisch sein. Such Dir am besten psychotherapeutische Hilfe! Viel Glück!

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Liebe IraaLii,

Du möchtest wissen woher die von Dir beschriebenen Symptome kommen?

Du bist offenbar schon beim Arzt in Behandlung wegen Bauchschmerz, Schwindel, Kopfschmerz & Niesen. Wurden denn in diesem Zusammenhang bereits Nahrungsmittel-Intoleranzen ausgeschlossen? Das bedeutet konkret: Gluten, Laktose, Fruktose, Histamin? Wenn nein, dann bitte inständig darum - die Symptome hören sich ganz stark danach an. Erst wenn die Tests wirklich negativ sind verfolge das:

Was Du beschreibst ruft in mir den Verdacht wach, dass Du unter einer Zwangserkrankung oder einer Depression leiden könntest.

Bitte suche eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin auf und lasse diese beiden Verdachtsdiagnosen ausschließen. Sie kann Dir auch die Zusammenhänge erklären. Bitte Deinen Hausarzt oder Deine Krankenkasse, Dir Adressen von Therapeutinnen zu geben.

Alles Gute

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Oder ist das alles Schwachsinn ;-)

"Angst" vor Krankheiten hat wohl jeder Mensch, denn wer ist schon gerne krank. Gesund zu sein ist ein ganz normaler Überlebenstrieb und Krankeheit ein "Überleben auf niedrigerem Niveau". Deshalb wird sich jeder auch im vernünftigen Rahmen gesund halten, um Krankheiten gar nicht erst zu bekommen. 

Rational ist in der Hinsicht eine gesunde Lebensführung, vernünftige Ernährung, angemessene Hygiene, Temperatur und Wetter entsprechende Kleidung, Impfung gegen schwere Krankheiten... Man beschäftigt sich damit gedanklich gerade so weit wie unbedingt erforderlich, um gesund zu bleiben, bzw. zu werden. 

Jeder einigermaßen gebildete Mensch weiß, dass es Dinge gibt wie Lungenentzündung, Asthma, Allergien, Frostbeulen, Krebs und Tuberkulose... aber auch so etwas harmloses wie eingeschlafene Füße, oder Muskelkater und Übelkeit... Das bekommt man aber nicht alles zwangsläufig, nur weil man darum weiß. Daran braucht man auch nicht ständig zu denken, weil man ja schon rationale Maßnahmen ergriffen hat. 

Warum eine ganze Tafel Schokolade oder eine ganze Tüte Kekse verdrücken, wenn einem nach der Hälfte doch schon übel wird? Deshalb aber ganz darauf verzichten? Was im vernünftigen Rahmen ist, ist rational genug. 

Das Münchhausen-Syndrom (auch als „artifizielle Störung“ bezeichnet, von französisch artificiel „künstlich“) ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen körperliche Beschwerden erfinden bzw. selbst hervorrufen und meist plausibel und dramatisch präsentieren.

Die Bezeichnung prägte 1951 der Londoner Psychiater Sir Richard Asher (1912–1969) nach dem Baron Münchhausen, dem „Lügenbaron“. In englischen Veröffentlichungen wird meist der Name „Munchausen“ verwendet.

Im Vergleich zur Hypochondrie ist es selten und wesentlich schwieriger zu erkennen. Typisch ist der Besuch zahlreicher Ärzte und Krankenhäuser mit wechselnden, beliebigen, aber ausgeprägten Symptomen (z. B. Bauchschmerzen, neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsverlust und „Anfälle“; Lungen- und Magen-„bluten“) und eine hohe Frequenz an aufwendigen apparativen Untersuchungen und Operationen.

Der Krankheitsgewinn ist die Erlangung medizinischer Zuwendung (ärztliche Untersuchungen, Aufnahme ins Krankenhaus, diagnostische und therapeutische Prozeduren bis hin zu unnötigen operativen Eingriffen). Die Betroffenen neigen zu Selbstverletzungen oder -vergiftung, um ihre Erkrankung zu belegen, und sie fordern oft schwerwiegende medizinische Untersuchungen und Eingriffe, welche das simulierte Krankheitsbild hervorrufen oder verschlimmern können. 

Ziel und Motiv der Betroffenen ist es häufig, Zuwendung und Mitleid durch Ärzte, Pflegepersonal und Familienangehörige zu bekommen. Gewöhnlich wechseln die Patienten sofort den Arzt, sobald die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung angesprochen wird; psychiatrischen Überweisungen und Untersuchungen entziehen sie sich. Die Patienten entziehen sich in der Regel auch einer Behandlung, die in einem psychotherapeutischen Zugang liegen könnte.

Patienten mit dem Münchhausen-Syndrom leiden überzufällig häufig auch an anderen psychischen Störungen wie Selbstverletzung, Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder aggressiver Persönlichkeitsstörung. Entsprechend der Fachliteratur wird die artifizielle Störung (das Münchhausen-Syndrom) als Form selbstverletzenden/selbstschädigenden Verhaltens im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgefasst. Das Münchhausen-Syndrom ähnelt der historischen Diagnose Pseudologia phantastica.

Als Ursache der Störung werden – wie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung – ungünstige psychosoziale Aufwuchsbedingungen (evtl. auch echte Traumatisierungen) in Kindheit und Jugend diskutiert.Kurz gesagt machen sich Hypochonder selber krank, weil sie das so toll finden, und wollen gar nicht gesund werden, weil sie krank zu sein zu ihrem Lebenszweck machen. 

Bis vor etwa 100 Jahren kamen Hypochondrie und das Münchhausen-Syndrom und dergleichen fast nur in reichen Bevölkerungsschichten der Industrienationen vor. Nur die konnten sich ärztliche Behandlungen etc. über lange Zeiträume überhaupt leisten. Es galt es in gehobenen Kreiden eine Zeit lang sogar als ausgesprochen chick "leidend zu sein". 

Heutzutage, dem Gesundheitssystem sei Dank, kann jeder zu einem Kassenarzt gehen, und sei es weil er nur behauptet, dass er "was hätte", und den dann jahrelang an der Nase herumführen. Patienten mit Störungen wie Konversionssyndromen, Somatisierungen und Hypochondrie und Münchhausen-Syndrom machen vielen Ärzten zunächst auf Kosten der Allgemeinheit so lange das Leben schwer, bis sie zuletzt in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden. 

Würde man allein vom Wissen um eine Krankheit, und weil man nicht bekommen möchte, diese dann auch schon bekommen, müssten alle Ärzte augenblicklich tot umfallen. 

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Kommentar von IraaLii
14.08.2015, 18:03

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