Frage von coqui333, 24

Wer hat Erfahrungen mit Phylloidtumoren in der Brust?

Hatte bereits 2014 eine OP zur Entfernung von 3 Phylloidtumoren - alle Tumore wurden im Gesunden entfernt, jetzt, nach nur zweieinhalb Jahren habe ich 3 neue Phylloidtumore... die Frage stellt sich bald, ob man erneut raus schnippeln oder drastischere Maßnahmen ergreifen sollte.

Meine Fragen: Wer hat Erfahrungen damit? Gibt es Spezialkliniken? Was wurde Betroffenen bei wiederholtem Auftreten von Ärzten geraten (Amputation und Wiederaufbau oder lokale Entfernung)

Danke im Voraus!

Antwort
von Tigerkater, 17

Ich kenne das aus Erfahrung mit anderen Patientinnen . Deine Frage der Reihe nach :

Spezialkliniken in Deiner Nähe müsste Dein behandelnder Gynäkologe kennen.

Bei 20-30 % der betroffenen Frauen sind Rezidive beschrieben. Rezidive verschlechtern die Prognose in Richtung Malignität der Tumore !!

Daher ist eine radikale Entfernung im gesunden Gewebe erforderlich !!

 Je nach Größe der Tumore gar die Amputation. Bei tastbaren Lymphknoten müssen auch diese entfernt werden und es muss eine postoperative Bestrahlung erwogen werden.

Ich hoffe, ich konnte etwas klären. Wenn Du weitere Fragen hast : Gerne !

Kommentar von coqui333 ,

Vielen Dank für die Antwort!

Nun, im Moment verhält es sich so, dass die Ärzte eher sehr zögerlich sind, das Thema Amputation anzusprechen - wobei ich bereits Zeit hatte, mit dem Gedanken umzugehen und diese Schlussfolgerung nicht unlogisch finde. Drei Ärztinnen (Gynäkologin sowie 2 Klinik-Ärztinnen) sind im Moment der Meinung: einfach wieder herausschneiden, die Risiken von Implantaten / Wiederaufbau seien nicht zu unterschätzen, das sei alles so ein langfristiger Prozess usw. - das glaube ich natürlich! Aber ich sehe auf der anderen Seite auch ein Risiko, alle 2 Jahre unter Vollnarkose eine OP über mich ergehen zu lassen, ganz abgesehen von dem Ärger drumherum.

Ich frage mich nun selbst: sind die Ärztinnen möglicherweise so zögerlich, weil sie vielleicht a) selbst Frauen sind, b) mir keinen Schreck einjagen oder mich vermeintlich überfordern wollen oder c) glauben, dass ich unbedingt noch Stillen will (was für mich aber gar keine Rolle spielt) d) weil eine 2. Entfernung  - mit Ausblick auf wiederkehrendes Problem - in Summe weniger Risiko birgt...

Ich tendiere nämlich zu radikaleren Schritten (ein bisschen zum Unverständnis der Ärztinnen...) - schließlich will ich nicht alle 2 Jahre unter's Messer.

Mich würde interessieren, ob mehrere Patientinnen sich schon beim 2. Auftreten für diesen Schritt entscheiden, oder ob man da als Arzt generell so eine Faustregel hat "also beim 3. mal wird amputiert"

PS: Im Moment sind sie (noch) sehr klein, da zeitig gefunden: 3 Stück, je ca. 1x1cm (bei der 1. OP war ich schon bei 3cm)

Vielen Dank im Voraus!

 

Kommentar von Tigerkater ,

Hallo,

meine Praxiszeit liegt leider ein paar Jahre zurück ! Zu dieser Zeit war noch nicht so klar bekannt, dass die Häufigkeit der Rezidive eindeutig die Prognose in Richtung Malignität verschlechtert !

Daher haben sich die meisten Frauen bei Tumoren dieser geringen Größe wie bei Dir, auch mit meinem Rat, zu lokalen Operationen entschieden.

So weit ich das zeitlich beobachten konnte : Zu Recht !!

Aber wie gesagt, dass liegt 10 Jahre zurück !!

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