Wer hat Erfahrungen mit dem Familientraining nach Thomas Gordon?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Willst du dir da erst einmal Rat holen, wie und wo es für die Familie "längs gehen soll?". Zu Erziehung, Familie, Kinder, Eltern... gibt es so viele Meinungen und Ansichten, wie es Menschen gibt.

Ich meine, dass alle "Erziehungsanmethoden" und "Systematiken" die einem als Theorien angeboten werden, jede für sich eine Macke, einen Pferdefuß hat. Die beste Voraussetzung für eine adäquate Erziehung sind Eltern mit einigermaßen gesundem Menschenverstand, die für sich selbst schon einmal wissen, was sie im Leben wollen und was nicht, ein gesundes Durchsetzungsvermögen, aber auch ausreichend Empathie haben, und noch nicht vergessen haben, dass sie selbst auch einmal Kind waren, und wie man sich als Kind so fühlt.

Was nützen einem die ganzen Theorien von Psychlogen und Therapeuten, Pädagogen und wie sich die ganzen "Kinderversteher" so nennen. Sie theoretisieren da über "Modellkinder", über katalogisierte "Abklatschbilder", wie sie in Büchern und Beschreibungen zu finden sind. Aber beschreibe einmal dein eigenes Kind... wohl ein mehrbändiger Wälzer ;-)

Eltern sein ist der speziellste Beruf der Welt und zugleich der vielfältigste, den man einfach mögen muss. Man kann nicht "den Arbeitgeber wechseln", in eine andere Abteilung "versetzt werden", seine "Verantwortungen delegieren", was es auch nicht gibt ist "Urlaub" und wann man "in Rente gehen" kann/darf ist auch unbestimmt. Dafür gibt es auch keine "Aufgabenbeschreibung" oder "Zuständigkeitsregelungen", keinen "übergeordneten Chef" und keine "Urlaubsvertretung".

Fakt ist: Hat man ein Kind, ist man Elter. Es gibt da auch keine "Umschulung" und wer als Elter meint, an einem "Fortbildungskurs" teilnehmen zu müssen, ist schon zu labil für seinen Beruf als Elter. Wohl so 90% der Theorien wird nicht auf dein Kind passen. Da kann man besser gleich die Zeit mit dem Kind verbringen und erlernt dabei viel mehr praktische Erfahrung, die sofort umgesetzt werden kann.

Von seinen Kindern bekommt man alles zurück, das Gute wie das Schlechte. Zu dem wie und was ich bei der Kindererziehung wichtig und richtig finde, habe ich am 3.4.13 als Antwort auf eine Frage schon einmal einiges ausführliches geschrieben:

http://www.gesundheitsfrage.net/frage/ab-wann-kann-man-kinder-zu-sehr-verwoehnen#answer477004

Der Ansatz nach Gordon ist, meiner Meinung nach als pädagogische Fachkraft, etwas zu sehr waldorfig angehaucht. Die Kinder bekommen Verständnis über Verständnis und das mit der Pflicht fällt komplett hinten runter! Aufgabe der Eltern ist es, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Da gehört es nunmal dazu auch mal Frust zu haben und vorallem zu lernen, wie man damit umgeht. Zu lernen, dass es neben Rechten eben auch Pflichten gibt und man nicht immer machen kann wie man möchte. Für mich grenzt das etwas an gelenktes laissez faire. Psychische Störungen werdn damit auch nicht beseitigt. Wichtig ist ja zu wissen, was die Störung ausgelöst hat. Schließlich ist das Kind ja nicht gestört, sondern seine Entwicklung wird durch einen Faktor gestört, der auf es einwirkt. Es gibt in jeder Erziehungsform gute und weniger gute Aspekte. Gut finde ich, dass nach Gordon die Kinder mit sehr viel Respekt behandelt werden und Gefühle und Gedanken und Ängste ernst genommen werden.

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