Wer hat ähnliches erlebt (Darm)?

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1 Antwort

Jeder Patient hat andere Symptome, deshalb kann Dir hier niemand genaue Auskunft geben. Man kann nur von seinen eigenen Erfahrungen berichten. Genaues weißt Du dann nach den Untersuchungen, alles andere ist reine Spekulation. In jedem Fall sind bei Colitis Crohn und Colitis Ulcerosa die CRP-Werte im Blut erhöht, erreichen sie einen bestimmten Wert (je nachdem, nach welchen Kriterien das Blut in dem Labor untersucht wird). Das wäre ein erstes Anzeichen. Weitere Aufschlüsse gibt es dann per Kontrast-MRT oder -CT und einer Darmspiegelung. Letztere ist aber im Dünndarm oftmals sehr schwierig, deshalb würde die Untersuchung mit Kontrastmitteln mehr bringen.

Beide Colitis-Erkrankungen treten schubweise auf, d. h. man hat nicht immer Symptome wie Schmerzen oder Durchfall. Es gibt Patienten, die haben einmal in ihrem Leben einen Schub und dann nie wieder, andere haben einen chronisch aktiven Verlauf, da sind die Schübe länger als die Ruhezeiten, und diesen Patienten geht es besonders schlecht, denn sie erholen sich nur sehr langsam. Col. Crohn kann von der Speiseröhre bis zum Dickdarm sämtliche Verdauungsorgane befallen, bei der Col. Ulcerosa ist das Krebsrisiko höher, dafür tritt sie meistens nur am Dickdarm oder Mastdarm auf.

Ich selbst kann Dir von mir berichten. In 2005 konnte ich erstmals in meiner Wahlheimat Spanien die Sonne nicht mehr vertragen. Ich hatte ziemlich starke Bauchschmerzen und Durchfall, 2004 zuvor hatte ich über 40 kg abgenommen. Das gefiel mir sehr, und ich habe das auf das stressige Jahr 2003 geschoben. Mein Arzt hatte 2004 unbedingt eine Blutuntersuchung machen wollen, weil ihm dieses Abnehmen seltsam vorkam, zumal ich keine Diät gemacht habe und mich sonst mit solchen Dingen sehr schwer tat. Im August 2005 hatte ich noch Blutwerte wie ein "junges Mädchen", mein Arzt war begeistert.

Im Februar 2006 kam dann die Diagnose Morbus Crohn, weil es mir zunehmend schlechter ging, Anfang April war ich dann zum ersten Mal im Krankenhaus. Ich hatte einen sog. chronisch-aktiven Verlauf, es ging mir so schlecht, dass ich bis Ende 2013 mindestens 30 mal deshalb im Krankenhaus lag, ein Teil des Dickdarms wegen der Verengungen herausoperiert wurde, aber seltsamerweise habe ich nicht weiter ab-sondern wieder zugenommen. Nach 3 Darmverschlüssen wurde mir Ende 2013 der komplette Dickdarm entfernt, seitdem habe ich einen künstl. Ausgang und hatte furchtbare Probleme mit dem Essen. Ich konnte so gut wie nichts vertragen, habe meine Krankenhausaufenthalte in kurzen Abständen wegen starker Übelkeit antreten und meine REHAs deswegen abbrechen müssen. In solchen Brechattacken nehme ich in 8-10 Tagen bis zu 15 kg ab, nehme aber auch wieder zu. Ich hatte starke Bauchschmerzen. Vor 4 Monaten wurde der Ausgang neu angelegt und seitdem geht es mir wesentlich besser. Die Schmerzen sind so gut wie weg, und essen kann ich auch fast alles, was man im Rahmen dieser Erkrankungen so essen darf. Trotzdem sehe ich nicht aus wie ein MC-Patient. Ich schiebe das auf die anderen Medikamente, denn meine töglichen 22 Medis sind ausreichend für Frühstück und Abendbrot.

Überlege Dir doch einmal (und schreib es Dir auf): Wann hast Du die Probleme? An bestimmten Wochentagen? Was isst oder trinkst Du an diesem Tag? Was machst Du? Je genauer Du das aufführst, desto eher kommst Du vielleicht auf etwas anderes. So könnten auch Gluten-und Laktose-Unterträglichkeiten vorliegen.Schreib das etwa 14 Tage/3 Wochen auf. Diese Liste nimmst Du mit zum Arzt, das wird ihm bei der Diagnosefindung helfen.

Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich einfach bei mir. Dir alles Gute und eine nicht so weitreichende Erkrankung.

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