Wenn ein Erwachsener unter ADHS leidet, sind das dann die selben Symptome?

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Mein Sohn, mittlerweile 27 Jahre alt, leidet auch unter ADHS. Ich habe ihm nie Ritalin gegeben, sondern habe ihn so akzeptiert wie er ist. Schon in der Kindheit ist mir aufgefallen, dass seine Denkprozesse anders sind. Nicht falsch, aber anders halt. So hatte er Mühe in der Schule. Der allgemeingültige Lehrplan und das Lernen allgemein war auf ihn nicht zugeschnitten und darum hatte er immer Mühe. Ich hatte immer versucht, die Lerninhalte auf seine Denk- und Wahrnehmungsweise umzuformulieren. Das hat auch ein Stück weit geholfen. Jetzt im Erwachsenenalter hat er ziemlich viel kompensieren können. Sein Gehirn hat gelernt auf Umwegen zu denken. Darum hat er auch ein bisschen mehr Zeit gebraucht um wirklich erwachsen zu werden. Ich nehme ihn immer noch anders wahr - als wie gemeingültig angenommen. Er ist ein wunderbarer Mensch geworden mit ganz speziellen Denk- und Sichtweisen. Aber er hat gelernt damit zu leben und sich trotz ADHS in dieser Gesellschaft zu integrieren. Menschen mit ADHS denken einfach anders. Das bleibt ihr Leben lang so. Und sie blühen richtig auf, wenn sie Gleichgesinnte treffen. Die verstehen sich untereinander toll. Trotzdem lernen sie mit uns "Normalos" umzugehen und können sich gut integrieren!!! Es dauert einfach etwas länger bis sie ihren Weg im Leben finden.

Normalerweise ähneln die Symptome bei Kind und Erwachsenen - natürlich ist die Ausprägung von Mensch zu Mensch anders. Derzeit wird das Ritalin durch Methylphenidat ersetzt - das soll ein neues Wundermittel sein. Mehr dazu gibt es hier: http://methylphenidat.com/

Wobei man nicht die Nebenwirkungen außer Acht lassen sollte! Ich selbst sehe ADHS nicht als Krankheit an, man hat einfach eine ganz andere Wahrnehmung.

Zufällig habe ich die Tage einen Artikel gelesen, der meine bisherige Meinung zum Thema ADHS weiter untermauert hat. Hier der Link: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/ritalin-wie-die-pharmaindustrie-unsere-kinder-vorsaetzlich-zerstoert.html?fb_action_ids=4092323605271&fb_action_types=og.likes&fb_source=other_multiline&action_object_map=[10150620703095216]&actiontypemap=[%22og.likes%22]&actionrefmap=[]

Ich weiß nicht, wie die vorherrschende Meinung in den Kliniken dazu ist, aber ich schließe mich der Meinung (wie in dem Artikel) an, daß ADHS nur erfunden ist und man die Ursachen der "Verhaltensstörung" eher ohne Medikamente behandeln sollte. Ich habe ehrlichgesagt auch noch nie gehört, daß ein Erwachsener die Diagnose ADHS bekommen hat. Lies mal den Artikel. Der ist lang, aber es lohnt sich! ;-)

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