Welche PKV für Beamte?

3 Antworten

Hallo,

folgende Punkte können bei der Entscheidung gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder private Krankenversicherung (PKV) wichtig sein:

• Was wird nach Ende der Beamtentätigkeit sein? Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wäre dann grds. nicht mehr möglich (Ausnahme: ehemalige Beamte ohne Einnahmen, deren Ehegatte selbst Mitglied der GKV ist)!

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: Nachwuchs (Kind mit Behinderung?), Frühpensionierung (mit niedrigeren Einnahmen), Teilzeittätigkeit, Sabbatjahr, Elternzeit, späteres (Zweit-)Studium bei unbezahltem Urlaub, nicht berufstätiger Ehegatte (in der GKV zahlt der Ehegatte ggf. Beiträge nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten),

• Was ist, wenn man später nicht Beamter/in bleibt (auf eigenen Wunsch oder aufgrund von unerwünschten Vorfällen - auch im privaten Bereich)? Beim Finanzamt werden z.B. später viele selbständige Steuerberater. Als Arbeitsloser oder Selbständiger kann man aber nicht mehr in die GKV zurück. Der Beihilfeanspruch entfällt und die PKV-Beiträge steigen dann sehr deutlich (mindestens Verdoppelung).

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren (auch Mutter-Kind-Kuren), den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Hebammenhilfe, Haushaltshilfe und Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben und pro Kind ist ein separater Beitrag zu zahlen. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Für Stiefkinder sind ggf. auch Beiträge pro Person zu zahlen.

Als beihilfeberechtigter Beamter oder Pensionär ist eine Rückkehr in die GKV nicht mehr möglich.

Beiträge in der PKV sind immer für kerngesunde Menschen berechnet. Diese sind aber sehr selten. Gab es in den letzten Jahren mal Erkältungen/Grippe, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Einschränkungen der Gelenke? Dann können sich die Beiträge zusätzlich erhöhen. Es ist sehr hilfreich, wenn man in den letzten Jahren ein Gesundheitstagebuch geführt hat.

https://www.test.de/Gesundheitsfragen-Was-Sie-der-Versicherung-sagen-muessen-464...

Bei unvollständigen oder falschem Antworten kann die Versicherung den Vertrag auch Jahre später noch kündigen.

In der Privatversicherung werden nach den Musterbedingungen der PKV Leistungen nur erstattet, soweit sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

In der GKV beträgt der Beitrag aktuell ca. 14,9% zur Kranken- und ca.1,425% zur Pflegeversicherung (beides berechnet von den Bruttoeinnahmen, mindestens von 945 Euro). Bei Teilzeitarbeit ist das ggf. ein großer Vorteil. Wenn man zunächst für die GKV entscheidet, gilt später eine Kündigungsfrist von 2 vollen Kalendermonaten.

Vielleicht interessant (jeweils 3 mal "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vielleicht interessant:

.gutefrage.net/frage/von-der-privaten-in-die-gesetzliche-krankenversicherung

Vor einer Entscheidung sollte man sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV (Versicherungskaufleute bzw. Kaufleute für Versicherungen und Finanzen) und Experten der GKV (Sozialversicherungsfachangestellte) führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. auch Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann ggf. die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vor einer Entscheidung klären (es gibt unterschiedliche Regeln je nach Beihilfeverordnung). Den Tarif kann man nach drei Monaten jederzeit beenden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Hallo!

Ja, Beamte profitieren von einer PKV, da sie ja durch das Beamtenverhältnis beihilfeberechtigt sind. Das bedeutet, dass zu einem gewissen Prozentsatz das Land oder der Bund (je nachdem ob Landes- oder Bundesbeamter) die Krankheitskosten übernimmt. In der Regel sind es bei aktiven 50%, ggf. mit Kindern bekommt man mehr. Das bedeutet, dass du dich dann nur zu 50% (oder eben entsprechend der Differenz) versichern muss. Das ist entschieden günstiger als eine Vollversicherung. Du kannst zwar auf Antrag auch in der gesetzlichen Versicherung bleiben, aber bei uns ist es z.B. so, dass du dann keine Zuschüsse von der Beihilfe bekommst und die Versicherung dadurch entsprechend teurer wird.

Die Beihilferegelungen sind aber in jedem Bundesland unterschiedlich, am besten liest du mal in der Beihilfeverordnung für Bayern nach (http://www.die-beihilfe.de/bayern_beihilfeverordnung_uebersicht), ich gehe mal davon aus, dass du bei einer Stadt als AG Landesbeamte wirst. 

Du kannst auch mal nach "beihilfe bayern" googeln, da findest du viele Infos!

Ich z.B.  bekomme als Versorgungsempfängerin vom Land 70% Beihilfe, so dass ich mich nur zu 30% privat versichern musste. Ich habe mich damals nach dem Preis-/Leistungs-Vergleich mehrerer Versicherungen für die HUK-Coburg entschieden. Die waren mit Abstand die günstigsten, ich musste aber dennoch im Vergleich zu anderen Versicherungen auf keine Leistung verzichten, die ich woanders bekommen hätte. Ich bin damit auch sehr zufrieden. Die Erstattung läuft in der Regel schnell und unkompliziert.

Viele Grüße, Lexi

Vorab: Ich bin pensionierter Beamter, als Single in der Continentale versichert und zahle mtl. 288,60 €. Das ist nicht billig; aber ich habe dafür u.a. Chefarztbehandlung und 2-Bett-Zimmer. Wollte ich das nicht, wäre es billiger. Die wichtigste Frage, die Du Dir stellen musst, ist also: Will ich beim Arzt und Im Krankenhaus die Vorteile einer PKV haben oder nicht? Die nächste Frage, die Du jetzt schon klären kannst, ist: Wie hoch sind die Beiträge für mich in der GKV und in der PKV heute....und, viel wichtiger; wie teuer wäre die PKV, wenn ich heute z.B. 60 wäre. Bei dieser Frage ist noch zu beachten, dass man, wenn man verheiratet ist und Familienangehörige nicht berufstätig und in einer GKV sind, die Angehörigen auch privat versichern müsste. Sie hätten dann zwar auch einen Beihilfeanspruch; aber den Beitrag für einen Ehepartner und ggf. Kinder sollte man auch kennen. Fazit: Wenn Du für Dein ganzes Leben eine "Sorglos-Versicherung" haben möchtest, dann GKV, weil dort in jedem Fall alle Familienangehörigen zum selben Beitrag mitversichert sind (was bei der dummen Diskussion über "Wartezeiten beim Arzt" immer vergessen wird). Wenn Du nciht heiraten willst oder sicher sein kannst, dass DeinE PartnerIn selbst krankenversichert ist, würde ich aufgrund meiner Lebenserfahrung sagen: PKV. Es bleibt schwierig......

https://www.1averbraucherportal.de/versicherung/krankenversicherung/beamte


Kann mein Exmann seinem Sohn bei einem Krankenkassenwechsel den Eintritt in seine neue Krankenkasse verweigern?

Hallo Es ist so das mein Sohn die ganze Zeit auch nach der Scheidung bei mein Exmann Krankenversichert ist /war.

Ich Bin noch verheiratet aber lebe getrennt von meinem Ehemann ich war trotz Trennung bei ihn in der Familienversichert meine Tochter ist weiter über mein Nochehemann versichert da sie seine leibliche Tochter ist.

Jetzt hat mein Partner sein job verloren und macht bei der Arge eine Umschulug zum LKW fahrer.Dadurch bin ich wieder über das Jobcenter Krankenversichert da ich aufstockend Alg2 beantragen musste.

Ich kann leider nicht arbeiten da mein Sohn ein verhaltensauffälliges Kind ist und momentan sehr viel ansteht wie z.B Tagesklinik besuche beim Kinderpsychologen und vieles mehr.

Da mein Partner durch die Umschulung schon eine Jobzusage bekommen hat werde ich dannach wohl wieder in die Familienversicherung bei mein Nochehemann reinrutschen.

Da liegt das Problem da mein Sohn nicht das leibliche Kind von mein Nochehemann ist geht es bei der Krankenkasse nach einkommen. Mein sohn kann somit nicht mit in die Familienversicherung da mein Nochehemann zu wenig verdient.

Durch meine Exschwiegermutter (wegen mein Sohne haben wir noch Kontakt) habe ich erfahen das mein Exmann sich nun durch sein Umzug eine neue Krankenkasse gesucht hat und sein sohn wohl nicht mit angemeldet hat. Er zahlt auch kein Unterhalt ich bekomme für beide Kinder Unterhaltsvorschuß

Ich hatte schon überlegt mich selber zu Versichern nur das würde geldlich sehr knapp werden.

Kann er einfach so sein Sohn rausschmeißen ? Was kann ich machen? Was ist wenn er sich jetzt über seine neue Frau versichert müssen sie sein Sohn trotzdem aufnehmen?

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