Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und will mir jetzt eine neue Matratze kaufen. Worauf sollte ich achten?

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4 Antworten

Hier ist keine pauschale Antwort möglich, sondern eine individuelle und ausführliche Beratung erforderlich.

  • Jeder Bandscheibenvorfall ist anders Z.B. Lokalisation, Schwerebgrad, Abheilung) und jeder Mensch hat sehr persönliche Schlafchrakteristika (z.B. Schlafposition, Schlaftiefe, Schlafdauer).

  • Zum einen empfehle ich als Gesundheitsberater hier mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und sich dort Empfehlungen abzuholen.

  • Dann sollte man ein Fachgeschäft aufsuchen und sich dort beraten lassen. Denn es geht beim guten Schlafen nicht nur um die Matraze, sondern um das Schlafsystem, d.h. die Kombination aus Matraze UND Unterbau. Ich empfehle hier meinen Kunden nur Fachgeschäfte wo man nicht nur Probeliegen kann, sondern auch eine Matrazenmessung (Druckverteilungsmessung) durchgeführt werden kann. Optimal ist sogar wenn man eine Testphase vereinbaren kann.

  • Nach meinem Kenntnisstand am optimalsten für "normale Anforderungen" ist das ungedämpfte Wasserbett, da es sich optimal allen Erfordernissen anpasst. Allderings ist es die teuerste Variante, nicht in jeder Wohnung möglich (Deckenbelastung) und zudem nicht jedermanns Fall. Außerdem sollte gerade im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall hier auch ausdrücklich der Arzt zu seiner ärztlichen Sicht befragt werden.

Falls Gesprächsbedarf besteht, stehe ich gerne zur Verfügung.

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Hallo Suryia,

eine speziell für die Lendenwirbelsäule (LWS) konzipierte Matratze gibt es nicht oder zumindest ist mir das nicht bekannt.

Was du aber beim Matratzenkauf beachten solltest, ist einmal der Härtegrad und das Matherial. Der Härtegrad muss speziell auf deine Bedürfnisse passen. D.h. die Matratze darf nicht zu hart und nicht zu weich sein, denn beides schadet der Wirbelsäule (WS) und "raubt" dir den so wichtigen ERHOLSAMEN Schlaf. Besonderer Knackpunkt dabei ist immer der Bereich, welcher den Schultergürtel und das Becken stützt. Denn dies sind die beiden schwersten Körperpartien. Beim Austesten sollte die WS, vorallem in Seitlage (SL), eine Ebene bilden, ohne irgendwo durchzuhängen -> zu weich oder zusammen zu stauchen -> zu hart. Wobei insgesamt die Bauchlage (BL) die UNGÜNSTIGSTE ist und deshalb generell vermieden werden sollte.

Was das Matherial angeht, ist es wichtig, dass sich dieses in allen Liegepositionen optimal der WS anpasst. D.h. auch bei Positionswechseln in der Nacht. Dafür wurde eine spezielles Auflagematherial -> Viskoelastizität entwickelt, welches auf Körperwärme reagiert und sich somit optimal anpasst. Vorreiter dabei ist die Firma "Tempur" (sehr teuer). Es gibt aber unterdessen schon allerhand gute vergleichbare Nachahmerprodukte, welche wesentlich preiswerter sind. So z.B. "Memopur" von AldiSüd zwischen 129,- € und 89,- € (im Angebot) oder "Meradiso" von Lidl 99,- € (im Angebot). Beide auch über die jeweilige Internetadresse zu beziehen. Ich habe letztere und schlafe seitdem nach Monaten der Ruhelosigkeit endlich wieder durch.

Auch das Kopfkissen ist nicht zu vernachlässigen. Dabei sind die ergonomisch geformten Nackenstützkissen die Besten. Auch hier gilt es auf die Viskoelastizität zu achten. Gibt es einmal auch sehr teuer von Tempur, aber auch günstiger von anderen Marken. Jedoch reicht hier die Vergleichbarkeit nicht annäherernd an die Originalgruppe heran.

Zu guter Letzt spielt noch der Lattenrost eine entscheidende Rolle. Denn es nützt die beste Matratze mit dem besten Kopfkissen nix, wenn der Lattenrost "scheiße" - entschuldige mein Ausdruck - ist. Auch hier gilt: er muss für deine Gewichtsklasse geeignet sein und vorallem den Becken- und Schultergürtelbereich optimal stablisieren.

Wenn du dies alles beachtest, sollte einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege stehen. In diesem Sinne wünsch' ich dir entspannte ruhige Nächte im schönsten Land der Erde - dem Traumland ;-)

LG pt2009

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Hallo, ich schwöre auf mein aerovital system. seit ich darauf schlafe habe ich keine probleme mehr mit meinem rücken. es ist aber sicher nicht für jeden geeignet. nicht jeder fühlt sich auf jedem bett gleich gut. arzt fragen und probeliegen. die geben aktuell 8 wochen rückgaberecht. viel erfolg bei der suche nach der optimalen lösung.

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Ich weiß von Bekannten, dass sie bei Wirbensäulenproblemen mit Wassermatratzen gute Erfahrungen gemacht haben. Diese Matratzen passen sich individuell dem Rücken an und stützen gleichzeitig ab.

Am besten machst du mal ein Probeliegen. Sieh einfach mal, ob du auf solchen Matratzen gut liegst. Ansonsten solltest du ein Bettenfachgeschäft oder die Bettenabteilung eines Möbelhauses aufsuchen. Auch dort kannst du die einzelnen Modelle testen und dich gut beraten lassen.

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pt2009 22.10.2011, 10:48

NEEEIIIIIIN....

Bitte kein Wasserbett! Galt früher als das Beste, ich weiß...ist aber schon lange überholt und widerlegt! Heute weiß man es besser!

Problem bei einem H2O-Bett ist, dass die WS gehalten wird. Das kann jeder bestätigen, der schon einmal in einem gelegen hat. Jegliche Art von Bewegung fällt darin sehr schwer und ist äußerst mühsam. Wir oder besser unsere Bandscheiben (BS) brauchen aber Bewegung um ihrer Stoßdämpferfunktion nachkommen zu können. Dazu müssen sie sich mit Wasser (genauer Synovia = Nährlösung aller Knorpelstrukturen im Körper, welche von der Gelenkkapsel produziert wird, welche wiederum dafür Bewegung braucht -> also moderaten Ausdauersport und die häufigen Positionswechsel im Schlaf - wir drehen uns nachts über 100mal!) "vollsaugen" können. Da aber der Körper in einem H2O-Bett gehalten wird, bedarf es einen ungeheuren Energieaufwand der Muskeln um die Position zu wechseln, dass wir uns nachts weniger drehen, da er diesen im passiven unbewussten Zustand nicht zu leisten vermag, dass die BS sich nicht ideal für die Belastungen des Tages (den ganzen Tag Schwerkraft!) regenerieren können und auf Dauer "austrocknen" und sogar langfristig "verknöchern" können - zumindest aber vorzeitig degenerativen Veränderungen unterliegen!!!

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berta 22.10.2011, 11:05
@pt2009

das finde ich ne prima und anschauliche erklärung :-)

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Suryia 23.10.2011, 16:57
@pt2009

Also doch kein Wasserbett gut..eine Memoryschaummatratze habe ich seit 6 Monaten, Schmerzen wurden unerträglich - die also auch nicht. Was denn dann????? Hilfe

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Apotheker007 24.10.2011, 09:53
@Suryia

Ich sag es ja:

Nicht selber "basteln"

, sondern im Gespräch mit Arzt UND Fachgeschäft die Möglichkeiten erörtern. Dabei nicht nur an die Matrazen denken, sondern das Gesamtsystem Matraze und Unterkonstruktion/Lattenrost mit berücksichtigen.

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