Weiteres Vorgehen nach Knieschmerzen?

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4 Antworten

HalloElpatricio,

ich bin sicher, dass Dir meine Antwort nicht gefallen wird, aber das bin ich in 40 Berufsjahren gewöhnt, und ich meine das im Ernst auch wg. 40 Jahren Berufserfahrung.

Es gibt Grundsätzliches zu wissen wie: 

Ein Grundsatz: Es gibt körperlich-sportliche Betätigungen, die kann man einteilen in gesundheitserhaltenden Sport und in Selbstverstümmelung auf Raten. DerTriathlon gehört nicht zum Sport.

 

Ein weiterer Grundsatz: Schmerz ist unser Freund - und nicht unser Feind, aber er ist so unangenehm, wie ein echter Freund es manchmal ist, -sein muss. Der Schmerz teilt uns auf seine freundschaftliche Art mit, dass wir etwas falsch machen.

Ein weiterer Grundsatz: Wir werden alle nicht jünger. Mit dem Älterwerden nimmt unsere Leistungsfähigkeit völlig natürlich bedingt ab. Da nützt es auch nichts, dass wir unser Lauftraining nun noch um die Disziplinen Schwimmen und Radfahren erweitern. Der Zahn der Zeit nagt an uns, je mehr wir den immer älter werdenden Körper belasten, umso früher merken wir die Spuren, die der Zahn genagt hat.

Zu Urzeiten der Menschwerdung war der Mensch im Vorteil, der (auf der Jagd nach Essbarem) am schnellsten Rennen konnte, am weitesten oder am längsten Laufen konnte, wer den Speer am weitesten warf, wer das schärfste und treffsicherste Auge hatte, wer die Streitaxt am sichersten schwang, wer die stärkeren und leistungsfähigeren Muskeln hatte, usw, usf.. Unser gesamter Organismus, mit all seinen Fähigkeiten, ist auf solche körperlichen  Hochleistungen ausgelegt, da diese Fähigkeiten einst das Überleben sicherte, die Individuen mit schlechteren Befähigungen starben früh und vermehrten sich nicht mehr (Evolution nannte das Darwin). Der menschl. Körper erreicht auch heute noch seine Höchstleistungsfähigkeit im Alter von 19 bis ca. 25 Jahren, danach geht´s wieder bergab. Das ist genetisch bedingt, das muss man einfach wissen und muss es akzeptieren. Und wir dürfen nun nicht versuchen den körperlichen Abbau durch entsprechend intensives Training und Sport aufzuhalten. Das kann in begrenztem Maße gelingen, aber dann kommt das Ende (der Leistungsfähigkeit)  oft plötzlich und meist schmerzhaft, - aber wem erzähl ich das. 

Was unseren frühen Vorfahren einst zum Überleben diente, nennen  wir heute  Sport, siehe Motto des Olympischen Gedankens (höher, schneller, weiter) . Aber ist denn diese Höchstleistung heute zum Überleben nötig? Wohl kaum. Damals wurde Luzie und Co.nur 20 bis höchstens 30 Jahre alt. Und heute soll diese Höchstleisterei (Sport im Wettkampf) gesund sein und ein längeres, gesundes Leben ermöglichen? Für mich ein vollkrasser Widerspruch. Denn unsere Gene sind noch fast die gleichen wie vor  2 bis 1 Million Jahren und die noch exakt gleichen Gene wie in der Steinzeit, bis vor ca. 5000 Jahren. Das bedeutet, unsere Knorpel an Sehnen, Bändern, Gelenken und WS ist für eine Lebensdauer von ca 30 bis 35 Jahren ausgelegt. Ähnliches gilt für alle anderen Bausteine unserer Körper. Damit sollte man also besser mal pfleglich umgehen, - p f l e gl i c h ! 

Und nicht 42 Km am Stück rennen, 180 Kilometer am Stück Radrennen fahren und auch noch 3,8 Kilometer am Stück schwimmen, - und das alles ohne Pause direkt hintereinander. Und dann will jeder der Teilnehmer auch noch gewinnen, jeder gibt alles, welch ein Wahnsinn, -sorry. Selbst die "kurzen“ Distanzen des olympischen Triathlon sind der Gesundheit nicht förderlich.

 Nun merkst Du längst worauf ich hinaus will: Mach Sport ohne Wettkampf auch nicht Kampf gegen den eigenen Schweinehund und nicht Kampf gegen die eigene Uhr. Hör auf die Signale Deines Körpers, mach Sport um fit zu bleiben und nicht um zugewinnen. Mach Sport der Spass und Freude bringt, statt Schmerz und Arztbesuche. Du wirst jetzt denken, ich mach doch Triathlon mit Spass und Freude. Ja klar, aber dieser Spass  und Freude findet ausschließlich nur in Deinem Kopf statt. Deinem Körper bringt diese Belastung keinen Spass und Freude, das hat er Dir jetzt in Form eines Schmerzes mitgeteilt.   Es nützt auch nix zum Doc. zu rennen und Sälbchen auf die schmerzende Stelle zu schmieren, auch der Physio kann da bestenfalls nur kurzfristig helfen, gegen die Vorgabe der Gene hilft das auf Dauer alles nichts.

So, nun hab ich Dir hoffentlich genug ins Gewissen geredet, mach das Beste für Dich daraus, alles Gute wünscht Winherby

 

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Kommentar von ElPatricio
04.10.2015, 09:18

Ja, ganz ehrlich: deine Antwort gefällt mir nicht. Aber wir sind Menschen, haben unterschiedliche Meinungen. Und du hast dir Zeit genommen, deine Meinung darzulegen, deine Sicht der Dinge. Und die Hilfsbereitschaft ist sicher nicht selbstverständlich.

Gänzlich unkommentiert will ich es nicht lassen:

"Selbstverstümmelung auf Raten", sorry, da weiß ich nicht ob ich lachen oder den Kopf schütteln soll. Natürlich wird ein Orthopäde das nicht alles so prima finden, was ich mache. Mein Hausarzt als Allgemeinmediziner hingegen findet sonstige Parameter jedoch immer 1A. Vielleicht nicht das beste für den Bewegungsapparat aber Herz-Kreislauf sind austrainiert. Und das Riskio das ich gehe bin ich gerne bereit zu gehen. Schau dich in deinem Bekanntenkreis um, wie viele Leute sich regelmäßig bewegen, wie viele wie selbstverständlich zu Alkohol, Zigaretten etc. greifen.

Da halte ich es vermessen, mit einem Sportler zu "schimpfen", er sei unvernünftig.

Könnte und würde sicher gerne noch das eine oder andere mehr kommentieren aber das sind ja nur grundsätzliche Dinge, außerdem Ansichtssache und nicht der Sache an sich dienlich.

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Zuerst würde ich dir empfehlen, deine sportlichen Aktivitäten deinem Leistungsvermögen anzupassen. Leistungssport tut selten gut, weil es oft die Leistungsträger überfordert. Warum muss man Wettkämpfe bestehen, doch nur um sein Ego zu bestätigen. Man muss sich fordern, doch man darf sich nie überfordern. Anspannung und Entspannung müssen sich immer die Waage halten, wenn man gesund bleiben will. Tue das, was dir gut tut, alles andere lass bleiben. Höre auf die Signale deines Körpers und die signalisieren dir, stopp, du hast es übertrieben. Was würde ich dir weiter empfehlen? Lass Triathlon, Triathlon sein und versuche dich mal in Entspannungsübungen und vorsichtigen Dehnübungen. Man treibt Sport, um gesund zu bleiben und nicht um krank zu werden!


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Kommentar von ElPatricio
04.10.2015, 09:23

Ich passe meine Aktivitäten dem Leistungsniveau an. Ich weiß, was ich kann und was ich eben nicht kann. Nein, eben nicht nur wegen des Ego macht man Wettkämpfe.
Aber mit der Argumentation könnte man Bundesliga, Olympia etc. ja alles sein lassen.

Ich höre ja auf die Signale des Körpers: warum sonst mache ich derzeit kein Training, habe einen Arzt gesucht und suche nach Abhilfe?

Ich treibe Sport der Gesundheit wegen und nicht um krank zu werden. Wenn man letzteres aber ausschließen will muss man selbst auf Kreisliga-Niveau den Sport "verbieten". Bänder reissen sich nicht nur Sportler in den Top-Ligen, Stürze passieren nicht nur bei der Tour de France sondern auch auf dem Radweg vor der haustüre.

Wenn ich dieses Risko auf Null minimieren will bleibe ich besser zu Hause auf der Couch.

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Kommentar von Winherby
04.10.2015, 13:35

Hallo dinska, ich gratuliere, Du hast es super geschafft meine -mal wieder lange- Antwort mit wenigen Worten zu rezitieren. Ich bin da voll Deiner Meinung, das der FS es mit seinem Sport übertreibt. Man will es ja nicht wahrhaben, dass man älter wird. Triathlon ist was anderes als fit halten. Allein die Marathon-Distanz ist Mord, zumindest für einige Anteile des Bewegungsapparates. Dein letzter Satz trifft das Thema voll, lG

 Man treibt Sport, um gesund zu bleiben und nicht um krank zu werden!

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Hallo, wie wäre es wenn du in deiner Nähe einen Chirurgen aufsuchen würdest? Habe ich damals nach meinem Hausarzt Besuch auch gemacht, auch wenn ich nicht die gleichen Symptome habe wie Sie. Hat mir das sehr weiter geholfen, denn im Endeffekt kam raus das ich eine zu kleine Kniescheibe habe.

Bist du irgendwie vor dem Ersten Vorfall, gestürzt? Oder hattest dir was verstaucht oder verrängt?

Könnte auch evtl. mit den Bändern zusammen hängen.

Hoffe konnte irgendwie weiter helfen.

P.S. wenn nicht einen Kniespezialisten aufsuchen.

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Kommentar von ElPatricio
04.10.2015, 09:08

Danke! Nein, kein Sturz, auch nicht verdreht oder ähnliches. Hatte im Eingangspost "Sportmediziner" geschrieben, sorry, mein Fehler. Der Arzt, den ich bereits aufgesucht hatte ist Chirurg und Sportmediziner.

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Du solltest dein Knie schonen und nicht unnoetig belasten und nur radfahren und schwimmnen gehen. Nur eine Kernspintomographie kann Klarheit verschaffen. Kniebeschwerden koenen verschiedene Ursachen haben, von Senk- oder Spreizfuesse, X- oder O-Beine bis Arthrose. Wenn die Kniescheibe keine genaue (exakte) Gleitbewegung mehr im Gleitlager hat, kommt es zur vorzeitigen Abnutzung. Laeuft die Kniescheibe unrund, reibt sie staendig gegen den Knorpel, was mit der Zeit eine schmerzhafte Entzuendung verursacht. Ebenso kann es auch ein Kreuzbandriss oder Meniskusriss sein, was der Beginn einer Arthrose ist (Verschleiss).

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Kommentar von ElPatricio
04.10.2015, 09:12

Ich schone es bereits! Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich Trainingspause mache. Unterbrochen nur von Tests um zu sehen, wie es sich anfühlt. Und das erstens nicht alle drei Tage und zweitens nicht stupide den Schmerz ignorierend immer weiter.

Der Arzt hat diverse Bewegungen mit dem Knie gemacht und diverses ertastet, so konnte er Kreuzband und Meniskus ausschließen. Röntgenbild hat er auch gemacht. Wenn da was mit Kniescheibe oder Knorpel gewesen wäre hätte er das wohl gesehen.

MRT wird ja nicht gleich bei allem gemacht. Denke wenn ich mich dem Arzt wieder vorselle und berichte, dass da Null Besserung ist wird er das ggfs. als nächsten Schritt anraten.

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