Weisheitszahnentfernung: Vollnarkose vs. Lokalanästhesie

8 Antworten

Hallo,

also wenn Du es selbst so einschätzt, dass Du ein schwiriger Pat. bist, dann nimm die Vollnarkose. Die sollte aber ein ausgebildeter Anästesist durchführen, nicht etwa der Zahnarzt.

Die Narkosemittel sind mittlerweile so ausgereift, dass die zu erwartenden Nebenwirkungen fast nicht mehr auftreten. Es gibt keine Phase im Leben, wo das Gehirn besser durchblutet ist, als während der Vollnarkose, sagt mein Cousin, er ist Anästesist und sollte es wissen. Die Schauergeschichten aus früheren Zeiten, was da an Nebenwirkungen auftreten kann, sind längst vorbei.

Mir wäre das auch lieber als mindestens vier fette Spritzen in die Kiefer und dann auch noch hellwach alles mitbekommen, -nein danke. Dir alles Gute, Herbert

Zahnärzte führen generell keine Vollnarkosen durch. Das ist in diesem Land zu recht nicht erlaubt :-)

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Habe es nun hinter mir. Die Vollnarkose hat sich auf jeden Fall gelohnt. So kann der Zahnarzt und Kieferchirurg gleich alles "erledigen" und man braucht nur 1 Mal Angst zu haben bzw. sich nur 1 Mal vom Eingriff zu erholen.

Bis auf etwas Schwindel danach hatte ich keine Nebenwirkungen. Habe den Narkosearzt darauf angesprochen, dass ich bei einer früheren Narkose mal Probleme mit Übelkeit hatte. Er sagte dann, er würde noch ein weiteres Medikament geben. Problematisch bei Eingriffen im Mund-/Rachenraum ist aber eher das Blut, das man schluckt.

Hallo! Ich habe mir letztens auch alle Weisheitszähne entfernen lassen, mit örtlicher Betäubung. Mein Freund ein halbes Jahr vorher, er mit Vollnarkose. Er ist auch eher ägnstlich beim Zahnarzt und hat ca. 150 Euro bezahlen müssen. Alles gut verlaufen, es war auch recht wenig geschwollen und er würde es jederzeit wieder so machen. Er war allerdings, wie ich auch, bei einem guten Kieferchirurgen! Die machen sowas jeden tag und gerade wenn der Fall etas komplizierter ist, sollte ein Spezialist ran! Mit örtlicher betäubung ist es auch gut auszuhalten, Schmerzen hat man keine, aber man bekommt alles mit und ich fands manchmal echt unangenehm, würde ich dir nicht raten! Allerdings ist eine Vollnarkose auch immer ein nicht zu unterschätzender eingriff in den Körper, deswegen kannst du auch über eine lachgas behandlung oder ähnliches nachdenken. Hier bist du oft in einer Art Dämmerzustand, kannst Aneisungen aber noch befolgen, was den Eingriff für dich und den Arzt sehr erleichtert. Dir ist dann alles total egal ;)

Lachgas wurde das erste Mal 1844 zur Narkose eingesetzt, witzigerweise durch einen Zahnarzt. Es ist also ein 160 Jahre altes Verfahren, was sicherlich lange gute Dienste geleistet hat.

Trotzdem halte ich als Narkoseärztin gar nichts davon, dass sowas in der Praxis verwendet wird. Und ich persönlich würde mich NIEMALS von einem Zahnarzt mit Lachgas behandeln lassen. In der Regel wissen viele nicht mal, welche Komplikationen damit zusammenhängen können geschweige denn, wie man dann damit umgeht. In Notfallmedizin ist die Ausbildung da oft eher schlecht. Und dass es oft gut geht, ist in meine Augen kein Pro-Argument, denn WENN was schiefgeht, ist der Zahnarzt in der Regel mit dem Rücken zur Wand gestellt. Ich persönlich denke, dass solche Medikamente in die Hand eines erfahrenen Narkosearztes gehören, da in einer Zahnarztpraxis normalerweise weder die technische Ausstattung noch die Fähigkeiten zum Umgang mit Komplikationen vorhanden sind. Welcher Zahnarzt hat schon die Möglichkeit, einen Patienten adäquat zubeatmen, falls es doch mal ein tieferes Narkosestadium wird als vorgesehen bzw. eine adäquate Atemwegssicherung zu betreiben?? Es gibt auch Gründe, warum andere ambulante Narkosen durch einen Facharzt der Anästhesie durchgeführt werden müssen. Warum das bei Lachgasnarkosen eine Art "Gesetzeslücke" gibt, ist mir ein Rätsel.

In normalen modernen OP-Sälen und unter Anästhesisten (die ja die Spezialisten für sowas sind) ist Lachgas mittlerweise fast vollständig verschwunden, weil es nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen haben kann (unsere Klinik benutzt es seit 12 Jahren nicht mehr) und der Trend geht eigentlich weiter in diese Richtung.

Seit einiger Zeit gibt es aber eine Art Revival unter Zahnärzten, die Werbung damit machen. Es klingt dort immer alles nach supereinfach und schmerzfrei und risikofrei, was aber definitiv nicht der Fall ist. Unter anderem kommen unter Lachgaseinsatz häufiger Übelkeit und Erbrechen vor, aber das ist noch vergleichsweise harmlos. Aber sowas wie Lachgasarkosen kann ein Zahnarzt halt gesondert abrechnen :-)

Mehr dazu siehe unter anderem hier: http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/lachgas-renaissance-entspannend-aber-nicht-ungefaehrlich--61899412.html

LG!

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