Was wird bei der Hautkrebsvorsorgeuntersuchung gemacht?

2 Antworten

Bei der Hautkrebsvorsorgeuntersuchung wird prinzipiell die Haut auf Hautkrebs untersucht - so weit, so einfach. Das einzig unangenehme daran ist, dass man sich vor dem Arzt/Ärztin komplett ausziehen muss, weh tut es nicht. Jetzt wird es aber komplizierter: zum einen gibt es verschiedene Hautkrebsarten, zum zweiten sehr unterschiedliche Untersuchungsmethoden. Während der erfahrene Hautarzt den weissen Hautkrebs ohne jedes Hilfsmittel meist schon mit dem blossen Auge erkennen kann, sind insbesondere die Vorstufen von schwarzem Hautkrebs oft nur mit "technischen Hilfsmitteln" genau zu unterscheiden. Die Qualität dieser Untersuchung hängt ganz entscheidend von der Erfahrung, dem "diagnostischen Blick" des untersuchenden Arztes ab. Deshalb nehmen Hautärzte sinnvollerweise zumindest eine Lupenleuchte (Dermatoskop), besser noch ein Computergestütztes Videogerät in Zweifelsfällen zu Hilfe (wie es von Quialance in Ihrer Anwort geschildert wird). Damit kann viel genauer entschieden werden, welcher Fleck operiert werden sollte, und welcher harmlos ist. Das "Programm" der Hautkrebsuntersuchung nach den Krebsfrüherkennungsrichtlinien der GBA (wie von Lena geschildert) beschreibt lediglich das Programm, welches in den neuen Abrechnungsrichtlinien der Krankenkassen gefordert wird, damit die Ärzte alle 2 Jahre bei über 35 jährigen die Untersuchung auch abrechnen können. Es ist ein Minimalprogramm, welches aber von den Hautärzten aus medizinischen Gründen kritisiert wird, da zB eine Lupenleuchtenuntersuchung weder gefordert noch bezahlt wird. Also: gesetzliches Hautkrebsvorsorgeprogramm ist das Minimalprogramm der Kassen; das ist nicht das optimal mögliche Untersuchungsprocedere. Letztlich muss man selbst entscheiden, ob man die "Grunduntersuchung" der Kassen ab 35 in Anspruch nimmt, oder die aufwändigeren, genaueren Methoden haben will. Weitere Details unter www.drbresser.de , Stichwort Hautkrebsvorsorgeuntersuchung

Ich gehe selber regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge, hier mal eine Beschreibung, wie das bei mir abläuft:

Zunächst sieht sich der Hautarzt die komplette Haut an, manche Muttermale sieht er sich mit einer Lupe vielleicht genauer an. Das dauert bei mir immer so 5-10 Minuten. Manchmal streicht er Muttermale, die er sich danach genauer ansehen möchte, mit einem Kugelschreiber an.

Diese Muttermale werden dann an einem kleinen Gerät fotografiert und mit einem Computer analyisert, ob die irgendwie besonders auffällig sind. Dabei erkennt der Arzt dann auch an bestimmten Werten und an einer Farbskala, wie "aktiv" das Muttermal ist und ob es entfernt werden sollte.

Manchmal wird bei mir dann noch die Tiefe des Muttermals mit einem kleinen Ultraschallgerät geprüft.

Danach bespricht man dann mit dem Arzt die Ergebnisse, im besten Fall muss kein Muttermal entfernt werden. Ich frage auch immer, wann ich wieder zur Kontrolle kommen soll - bei unauffälligen Muttermalen ist das bei mir einmal pro Jahr (ich habe ein erhöhtes Risiko), bei einem auffälligen Muttermal kann es auch sein, dass er sagt, dass er es sich in 6 Monaten nochmals ansehen möchte.

Alles in allem ist diese Vorsorge also sehr einfach und tut nicht weh!

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