Was tun wenn der Partner depressiv ist?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Ob die Depressivität Deines Partners mit Deinem Seitensprung zu tun hat, wissen wir nicht. Anscheinend hatte er schon vorher Probleme. Es kann aber sein, dass dies seinen Zustand verschlimmert hat.

Wichtig erscheint mir aber bei dem Vorfall weniger die Schuldfrage, das führt zu nichts, v.a. wenn Du schon gesagt hast, dass es Dir ehrlich leid tut. Wichtiger ist, wie Ihr damit umgeht - beide. Sprecht Ihr denn offen miteinander? Findet eine Auseinandersetzung mit der Thematik statt? Wie kam es dazu? Was bedeutet es für Dich und für ihn? Welche Gefühle habt Ihr diesbezüglich? Welche Gedanken? Was hält Euch trotzdem zusammen? Wie stellt Ihr Euch die Zukunft vor, v.a. bzgl. Vertrauen? ... Es ist wichtig für Euch beide und für die Beziehung - wenn Ihr sie denn fortführen wollt - dass Ihr beide das verarbeitet. Hilfreich kann hier z.B. eine dritte Person wie eine Paarberatungsstelle sein. Oder eine Vertrauensperson außerhalb der Beziehung.

In Depressionen ist es oft eher so, dass man sich zunehmend zurückzieht. Das ist aber leider nicht hilfreich. Die Frage ist, was da (v.a. ihm) möglich ist.

Es ist wahrlich nicht leicht, mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein, aber es gibt hierzu auch gute Selbsthilfeliteratur. Wichtig ist erst einmal, die Depression zu verstehen. Und das Verständnis auch zu zeigen, den Anderen nicht unter Druck setzen, aber seine Abwärtsspirale auch nicht zu unterstützen, sondern ab und zu zu versuchen, ihn "rauszureißen", zu motivieren. Wenn er tatsächlich wegen des Betrugs womöglich
depressiv(er) geworden wäre, wäre es ziemlich gemein, ihn deswegen zu verlassen, oder? Zumal Dir anscheinend noch etwas an ihm und der Beziehung liegt.

Was aber schon stimmt, ist dass Menschen sich in einer Depression so stark verändern können, dass sie für ihr Umfeld, ihre Partner unerträglich werden. Natürlich musst Du Dich auch nicht grenzenlos aufopfern, wenn es nicht mehr geht. Er sollte sich dringend psychotherapeutische Unterstützung suchen. Ende nächsten Jahres, ernsthaft? Wie viele Psychotherapeuten hat er angerufen? Und hat er Vermittlungsstellen (ZIP) oder Ambulanzen, wenn es die an Eurem Wohnort gibt, mit hinzugezogen? Evtl. Privatpraxen im Kostenerstattungsverfahren (Infos unter www.psychotherapeutenkammer.de)? Oder im Extremfall ein Klinikaufenthalt? Man sollte nicht so schnell aufgeben ...

Viel Glück!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dein bester Gedanke ist die Selbsthilfegruppe. Mehr kann ich Dir nicht raten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?