was tun bei Libidoverlust?

2 Antworten

Ich bin 62 Jahre und hatte das gleiche Problem. Ein Frauenarzt verschrieb mir das Medikament INTRINSA und seitdem funktioniert meine Libido wieder so, wie es in einer Partnerschaft laufen soll - wenn nicht besser! Leider übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. In Österreich kostet es ca. 50 Euro. Alles Gute

Die Gründe für Libidoverlust bei der Frau sind noch vielfältiger als beim Mann. Oft liegen die Gründe im Seelischen. Dennoch empfehle ich Dir einen Besuch beim Frauenarzt, damit organische Ursachen ausgeschlossen werden können. Lass einen Hormonstatus machen und sprich ihn mit dem Arzt durch. Hier eine umfassende Betrachtung:

"Die Bilder von der erotischen und allzeit bereiten Frau, die viele Medien vorgaukeln, erzeugen einen enormen Erfolgsdruck. Allerdings treffen sie nicht die Realität. „Es ist völlig normal, auch mal keine Lust auf Sex zu haben“, relativiert die Gynäkologin Elisabeth Merkle. Bereits die natürlichen Hormonschwankungen im Menstruationszyklus führen dazu, dass die Frau einmal mehr und einmal weniger sexuelle Lust verspürt. So ist die Libido an den Eisprungtagen besonders groß, an den übrigen nicht so ausgeprägt.

Versiegt die Lust auf Sex jedoch gänzlich, stört das die Zufriedenheit und belastet die Beziehung. Ein Verlust der Libido schließt nicht grundsätzlich aus, dass die körperliche Seite der Erregung mit schnellem Puls und feuchter Scheide möglich ist. Auch die Orgasmusfähigkeit ist nicht eingeschränkt. Allerdings fehlt der Antrieb dazu, sexuell aktiv zu werden. Frauen, die über eine Libidostörung klagen, übernehmen also selten die sexuelle Initiative.

Die psychische Komponente

Psychosoziale Einflüsse wie Existenzangst, Krankheit, Stress und Ähnliches können die Lust negativ beeinflussen. Doch in erster Linie sind es Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern, die zu Libidoverlust führen. „Sie sprechen nicht miteinander darüber, was sie voneinander erwarten und was sie selber wünschen“, erläutert Sexualtherapeutin Hannelore Herrmann. Mit einer Sexualtherapie nach den amerikanischen Wissenschaftlern William Masters und Virginia Johnson lässt sich dies erlernen. Diese Paartherapie besteht aus Gesprächen und Verhaltensübungen, die aufeinander aufbauen. So ist anfangs für Mann und Frau ausschließlich z. B. streicheln erlaubt, der Koitus ist tabu. In kleinen Schritten steigern sich für das Paar die Ausdrucksformen mit spielerischen Varianten. Damit erfahren die Partner Sexualität neu und unbelastet.

Körperliche Ursachen sind selten

Nur selten liegen dem Verlust der Lust körperliche Ursachen zu Grunde, wie etwa ein zu niedriger Hormonspiegel. Viele Frauen fürchten, dass nach einer operativen Entfernung der Gebärmutter Hormonmangel eintritt. „Die Gefahr besteht nicht sofort“, sagt Elisabeth Merkle. Denn dieses Organ produziert keine Hormone. Wichtig für die Hormonbildung der Frau sind vor allem die Eierstöcke. Allerdings werden sie nicht mehr so gut mit Blut versorgt, wenn die Gebärmutter fehlt. Deshalb bilden sie nach und nach etwas weniger Hormone – die Wechseljahre treten eventuell wenige Jahre früher ein. Mit einem unkomplizierten Abstrich aus der Scheide kann der Gynäkologe feststellen, ob zu wenige Hormone vorhanden sind. Nach Bedarf lassen sie sich mit einer Hormontherapie häufig ausgleichen.

Sonderform sexuelle Aversion

Wesentlich massiver als Libidoverlusts äußert sich die sogenannte sexuelle Aversion. Sie ist jedoch sehr selten, genaue Zahlen existieren nicht. Betroffene Frauen haben einen ausgeprägten Widerwillen gegen jede Form der Sexualität, empfinden den Geschlechtsakt selbst, Penis oder Samen als eklig, aber auch die eigene sexuelle Reaktion. „Begründet sind diese Aversionen oft in negativen Erlebnissen während der Kindheit und in Missbrauchserfahrungen“, erklärt Sexualtherapeutin Hannelore Herrmann. Sie können aber auch nach der Geburt eines Kindes auftreten. Je nach Ursache helfen eine Psycho-, Sexual- oder nach Missbrauch eine Traumatherapie, die darauf abzielt, nach und nach die belastende Erfahrung zu bewältigen.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/tid-6515/weibliche-sexualitaet_aid_62557.html

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