Was tun bei einem Karpaltunelsyndrom?

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9 Antworten

Hallo! Grundsätzlich gibt es verschiedene Therapieansätze bei einem Karpaltunnelsyndrom. Und natürlich sollte man vor einer OP auch immer erst die verschiedenen konservativen Maßnahmen durchführen und ausprobieren. Eine OP sollte immer die letzte Möglichkeit sein.

Man sollte auf jeden Fall so gut es geht Tätigkeiten vermeiden, bei denen die Beschwerden auftreten. Wenn man solche Tätigkeiten nicht vermeiden kann, sollte man öfter mal eine Pause machen. Man kann z.B. auch ruhigstellende Verbände machen, ggf. auch als Salbenverband. Ich habe damals öfter mal einen Zinkleimverband gehabt.

Man kann sich auch vom Arzt eine spezielle Schiene für Nachts verordnen lassen (die man im Notfall natürlich auch tags tragen kann).

Einige Ärzte verschreiben auch gerne mal Vitamin B-Präparate (wohl für die Nerven) aber auch leichte und entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Diclofenac oder Ibu).

Hat man mit all diesen Maßnahmen jedoch keinen Erfolg oder sind die Beschwerden damit nicht in den Griff zu bekommen, so sollte man spätestens nach ca. 3 Monaten über eine OP nachdenken. Auch wenn es zu einem Schwund der Muskulatur (insbesondere am Daumenballen) kommt, sollte man nicht länger warten.

Ich hatte auch erst vieles ausprobiert, mich dann aber letztendlich nach einiger Zeit doch für eine OP entschieden. Seit der OP habe ich mit dem Karpaltunnel keine Probleme mehr gehabt. Die OP ist jetzt ziemlich genau 10 Jahre her.

Eine Karpaltunnel-OP kann übrigens auch in einer Teilnarkose gemacht werden, da wird dann nur der Arm betäubt. Eine Vollnarkose ist dazu nicht notwendig! Und mittlerweile wird solch eine OP auch sehr oft ambulant durchgeführt, wenn nicht andere gesundheitliche Bedingungen dagegen sprechen.

Natürlich muss das Vorgehen immer individuell je nach Beschwerdeausmaß mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Und vor einer OP-Entscheidung muss immer auch eine Messung der Nerven durch einen Neurologen durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Beschwerden (z.B. HWS) auszuschließen.

Ich würde so eine OP auch nochmal machen lassen.

Für weitere Infos über das Karpaltunnelsyndrom, Behandlungsmöglichkeiten und OP-Methoden kannst du dir mal diese Seite ansehen (aber Achtung falls man etwas empfindlich ist, da werden OP-Bilder gezeigt!): http://www.iatrum.de/karpaltunnelsyndrom.html

Viele Grüße!

Hallo...der Versuch einer physikalischen Therapie mit Heilgymnastik und der Einsatz von Infrarot und Diathermie wäre sinnvoll vor einer OP! Dann gibt es noch die Behandlungsmethode des "einmaligen einspritzens von Kortison"!Wenn dieses auch erfolglos geblieben ist sollte operiert werden!!!Dabei wird das quer über das Handgelenk verlaufende Band durchtrennt,sodass es nicht mehr auf den Nerv drücken kann!LG AH

Liebe/r Maeusefell,

folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

Medikamentöse Therapie:

1) Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente:

Hier reicht die Palette von Kortisonpräparaten, Antirheumatika, lokale Betäubungsmittel, muskelentspannende Arzneimittel bis hin zu starken Schmerzmittel, die oft mit Antidepressiva kombiniert werden.

2) Physikalische Methoden:

Elektrostimulation zur Überdeckung des Schmerzempfindens

Kältetherapie senkt die Entzündungsaktivität

Wärmetherapie zur Durchblutungsförderung

Magnetfeldtherapie um den Stoffwechsel anzuregen

Softlaser und Ultraschall wirken wie eine innere Massage

Nachtschiene zur nächtlichen Ruhigstellung

Operation:

Bei Erfolglosigkeit der nichtoperativen Methoden besteht die Gefahr einer bleibenden Schäden durch den ständigen Druck auf den Nerv.

Eine Operation zur Beseitigung der Einengung ist dann frühzeitig notwendig, vor allem wenn bereits erste Lähmungserscheinungen aufgetreten sind.Nach einer Operation tritt in der Regel sofort eine Schmerzlinderung ein. Aufgetretene Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen können aber noch Monate anhalten.

Die Nachbehandlung besteht aus Funktionsübungen (Physiotherapie) der betroffenen Hand.

Liebe Grüße, Alois

Die Operation ist keineswegs harmlos. ich kenne Leute, die hinterher noch lange Probleme hatten. Eine Operation würde ich erst machen lassen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Meine Mutter hatte vor ein paar Jahren auch ein Karpaltunnelsyndrom und hat dann nachts (ob auch tagsüber weiß ich nicht mehr) eine spezielle Schiene getragen. Dadurch wurde es besser und irgendwann hat sie auch die Schiene nicht mehr gebraucht. Gute Besserung.

Unbedingt abklären, ob die Diagnose sicher ist, ich sollte das angeblich auch haben und in Wirklichkeit hatte ich einen Tumor in der Lunge, direkt an der Halswirbelsäule. Der Nervenarzt hat mir den ganzen Arm zerstochen, weil er nicht das gefunden hat, was er finden wolle. Alles Gute für Dich. Wenn die Diagnose stimmt,hast du ja schon genug Hinweise bekommen, was zu tun wäre.

Hallo Maeusefell, ich behandle gerade eine Patientin mit KTS. Wir haben schon nach 2 Behandlungen sehr gute Erfolge, die Parästhesien gehen zurück, sie fühlt sich wieder sicherer im Alltagsleben. Wir behandeln mit Bioresonanztherapie, es gibt da sehr viele gute Ergebnisse, allerdings habe ich persönlich mit der Behandlung von KTS noch keine Erfahrungen, außer der aktuellen. LG, joanna11

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass nur die Op wrklich hilft.
Lass vorher beim Neurologen diagnostizieren, dass die Ausfallserscheinungen wirklich vom Karpaltunnel und nicht von der HWS kommen.

Soweit ich weiß sind dabei alle Finger bis auf den kleinen kribbelig und schmerzen teilweise. Man kann durch die kleine Operation die Sehne ritzen, die auf die Nervenstränge drückt. Das ist keine schlimme OP, aber ich würde das lieber mit einem Arzt abklären ob eine Operation notwenig ist.

Nicht so viel Autostop fahren.Das war ein Scherz. So Sehnenangelegenheiten sind halt schwierig. Mehr kann ich dazu nicht sagen.Aber vielleicht brings Dich zum lachen.

Physiotherapien ect.besprich das mit Deinem Arzt.

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