Was ist antroposophische Medizin?

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3 Antworten

Was ist antroposophische Medizin?

Begründet durch Rudolf Steiner (1861-1925) um 1913

Grundgedanken:

  • Einander in siebenjährigem Abstand nach der Geburt folgend besäße der Mensch drei aurische Leiber, die jeweils übergeordnet seien: zum physischen Leib käme mit dem 7. Lebensjahr der "Ätherleib" (repräsentiert das "Pflanzenreich"), mit dem 14. Lebensjahr der "Astralleib" (repräsentiert das "Tierreich") und mit dem 21. Lebensjahr der "Ich-Leib" (repräsentiert den "wahren" Menschen, die "wahre Seele")

  • Diese "wahre Seele" sei die Form, die von Wiedergeburt zu Wiedergeburt die "Höherentwicklung" trage.

  • Krankheiten (auch Krebs) seien Ausdruck, dass die Leiber nicht in Harmonie seien, was vor allem im Rahmen der in siebenjährigem Abstand auftretenden Entwicklungsstufen erfolgen könne.

  • Krankheit sei Schicksal und durch Verfehlungen in diesem oder einem früheren Leben bedingt.

  • Krankheit müsse ertragen werden, da sie, sollte der Betroffene sie überstehen, zu einer Höherentwicklung beitrage.

  • Behinderung sei ebenfalls im Kontext früherer Leben zu sehen.

  • Die Welt um uns herum sei von unsichtbaren Wesen (Engel, Geister, Erdgeschöpfe, Luzifer und viele andere) erfüllt.

  • Diese Einsichten seien aus der "Akasha-Chronik" (einer von Steiner erdachten, also nicht real existierenden Chronik) entnommen.

Zu beachten:

  • Steiners Äußerungen und Schriften haben in der anthroposophischen Bewegung höchsten Stellenwert. Eine Kritik dieser Schriften oder Reflexion der oftmals auch rassistischen Inhalte findet nicht statt.

  • Die Anthroposophie ist hierarchisch und autoritär strukturiert.

  • In Waldorf-Schulen und -Kindergärten werden die theoretischen Vorstellungen Steiners nach dem Vorbild der von ihm selbst noch gegründeten Schule (1919) in die Praxis umgesetzt. Moderne pädagogische Konzepte haben wegen der Vorrangstellung der Steinerschen Vorstellungen wenig Einfluß.

  • In der Anthroposophischen Medizin werden Mittel und Verfahren nach den um 1920 von Steiner und der Ärztin Ita Wegmann entwickelten Ideen eingesetzt. Da in dieser "Medizin" binnenkonsensual auch das "Schicksal" eine große, wenn nicht die größte, Rolle spielt, soll der Patient im Rahmen der "Biographie-Arbeit" dazu gebracht werden, Krankheit als Schicksal und evtl. durch gegenwärtiges oder vergangenes Fehlverhalten (auch aus früheren Leben) selbst verschuldet anzunehmen. Entsprechend werden auch Impfungen abgelehnt, da Krankheiten einem "starken" und "karmisch reinen" Kind angeblich wenig anhaben könnten und die Krankheiten bei Kindern angeblich Entwicklungsschübe hervorriefen.

  • In der Anthroposophie werden Steinersche Glaubensinhalte mit Pädagogik und mit Medizin vermischt. Schüler und Patienten sind sich der Indoktrination oftmals zunächst nicht bewußt.

  • In der "anthroposophischen Medizin" werden Präparate eingesetzt, die keinerlei klinischer oder auch nur toxikologischer Prüfung unterzogen worden sind. Mittel werden nach dem Analogiegedanken der Anthroposophie eingesetzt.

Fazit: Die "anthroposophische Medizin" entzieht sich modernen und rationalen Ansätzen. Die Anwendung nicht geprüfter "Arzneien" und die Nichtimpfung werden propagiert.

Durch die Fixierung auf Steinersche Aussagen ist eine Entwicklung der Grundgedanken wie bei anderen esoterischen Gruppierungen nicht zu verzeichnen. Diese Fixierung wird i.A. zu wenig öffentlich bekannt gemacht.

Die anthroposophische Bewegung entspricht einer etablierten, d.h. gesellschaft und wirtschaftlich stark verankerten, sektoiden Vereinigung. Einige einflußreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft erleichtern es, Fördergelder zu erhalten.

Prädikat: Nicht zu empfehlen

http://www.promed-ev.de/modules/wfsection/article.php?articleid=53

Hallo, "anthroposophische Medizin"bedeutet ganzheitlich,es wird nicht nur die Krankheit gesehen,sondern der ganze Mensch wird als Einheit betrachtet und behandelt mit Körper und Seele.Meine Mutter war nach einer Tumorerkrankung in einer Anthroposophischen Rehaklinik,ihr hat es sehr gefallen.Dort wird auch die Psyche behandelt.In der Klinik gab es z.B. Malkurse,Eurethmiegymnastik,Meditationen.Ich finde schon,dass es bei vielen Problemen und Krankheiten helfen kann,die meisten Patienten fühlen sich danach wie "neugeboren"und gestärkt.Gruss

Die Anthroposophie ist die "Wissenschaft" der spirituellen Weltanschauung. In der Medizin bezeichnet man damit eine Abart der Homöopathie. Im Grunde nichts anderes als eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen mit all seinen Wehwehchen, Stärken, Schwächen undwasweißichnichtalles. Hauptsächlich findet die Anthroposophie Anwendung in Bereichen wie Gynäkologie und Neonatologie.

Recht gutes Nachschlagwerk rund ums Thema findest Du dort: http://wiki.anthroposophie.net/Hauptseite

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