Was hilft bei dicken Beinen beim Flug?

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo schnecke7,

Vorbeugen ist besser als Heilen

Die vorbeugenden Maßnahmen sollten also nach dem bestehenden Risiko abgestuft werden. Der Flugtourist mit normalem Risiko sollte sich an folgende Regeln halten:

  • Viel Trinken (jedoch wenig oder keine Alkoholika oder koffeinhaltigen Getränke)

  • Auch wenn man seinen Sitznachbarn eventuell belästigt: Jede Stunde einmal Aufstehen und ein bisschen im Flugzeug umhergehen

  • Zwischendurch immer wieder einmal die Wadenpumpe betätigen: Die Füße auf die Zehenspitzen und wieder auf die Sohlen stellen, ein solches Fußwippen 50mal hintereinander, einmal pro Stunde

  • Die Beine nicht übereinander schlagen (der Blutfluss wird durch das Abknicken der Gefäße dann zusätzlich beeinträchtigt)

Flugtouristen mit erhöhtem Risiko sind unter anderem alle Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten, alle Frauen unter Kontrazeptiva ("Pille") - besonders dann, wenn sie rauchen - sowie alle Patienten mit bekannten Gerinnungsstörungen, die das Risiko einer Thrombose erhöhen. Wenn bereits unerklärliche, spontane Thrombosen aufgetreten sind, dann sollte gezielt nach solchen Gerinnungsstörungen gesucht werden (siehe Kasten).

Ein eher erniedrigtes Risiko haben Vegetarier, die im Vergleich zur Normalbevölkerung meist einen etwas niedrigeren Hämatokrit aufweisen. Auch dürfen sich Menschen, die reichlich Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fische, Leinöl) zu sich nehmen, in einer gewissen Sicherheit wiegen. Eine solche Kost sollte allerdings mindestens drei Monate lang eingenommen werden (ein Heringsbrötchen vor dem Flug reicht leider nicht aus).


Bei einem erhöhtem Risiko kommen folgende Maßnahmen in Betracht:

  • Zunächst einmal sollten die oben beschriebenen Allgemeinmaßnahmen besonders sorgfältig eingehalten werden.

  • Als nächstes kommt der gute alte Kompressionsstrumpf in Betracht. Dieser sollte allerdings maßgeschneidert sein und er sollte eng anliegen (ein Kompressionstrumpf, den Sie leicht an- und ausziehen können, komprimiert auch nicht)

  • Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Gerinnung (genauer: die Thrombozytenaggregation, also das Zusammenklumpen der gerinnselbildenden Blutplättchen), aber mehr im arteriellen als im venösen Schenkel des Blutgefäßsystems. ASS stellt daher vermutlich nur einen geringen Schutz vor Thrombose dar.

  • Die subkutane (unter die Haut) Injektion von niedermolekularem Heparin sollte erwogen werden. Besprechen sie mit Ihrem Arzt, ob bei Ihnen das individuelle Risiko so hoch ist, dass eine solche Maßnahme erforderlich ist. Sollte dies der Fall sein, dann kann er Ihnen diese Spritzen verschreiben. Die Arzthelferin kann Ihnen die Applikation einer solchen Subkutanspritze erklären. Sie sollten sich selbst unmittelbar vor dem Flug das Heparin spritzen (oder von einem Mitreisenden spritzen lassen). Wenn der Arzt einen Tag vor dem Flug spritzt, nutzt es nämlich nichts.


Was aber tun, wenn nach einem Flug die Beine anschwellen? Ist dann doch eine Unterschenkelvenenthrombose eingetreten? Dies ist äußerst unwahrscheinlich, da eine beidseitige Thrombose zwar nicht unmöglich, aber sehr selten ist. Vermutlich handelt es sich um eine venöse Stauung durch das lange Herabhängen der Beine. Wenn Sie die Beine hochlagern, fließt die Flüssigkeit wieder zurück und die Beine schwellen ab. Bei einer Thrombose bleibt das betroffene Bein hingegen dick.

http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/naturarzt/index.htm

Alles Gute und immer einen guten Flug ,Dete

Was möchtest Du wissen?