Was genau ist der Krankenhauskeim?

2 Antworten

Hallo! Es gibt nicht DEN Krankenhauskeim, sondern es gibt da viele verschiedene. Der bekannteste von allen ist MRSA, dazu haben dir die anderen ja schon was geschrieben. Manche Kliniken gehen heute schon dazu über, jeden Patienten bei der Aufnahme auf MRSA zu testen. Das finde ich grundsätzlich zwar gut, macht in meinen Augen allerdings dann wenig Sinn, wenn der Patient trotzdem mit anderen Patienten auf ein Zimmer kommt und es das Ergebnis erst am nächsten Tag gibt.

Grundsätzlich gibt es in Krankenhäusern aber viele verschiedene Keime, die teilweise mittlerweile gegen Antibiotika resistent sind. Aber nicht alle sind eben so bekannt wie MRSA.

Ein Beispiel: Nach meiner OP im Januar lag ich ab Freitags mit einer anderen Patientin auf einem Zimmer. Ich konnte mich aufgrund der starken Schmerzen kaum rühren, nicht aufstehen o.ä. D.h. ich habe keinen Kontakt mit irgendwelchen Dingen gehabt, die auch die andre Patientin angefasst hat. Sonntags kam dann auf einmal der Chefarzt mit der Stationsärztin und auf einmal wurde alles ganz dringend, ich musste sofort in ein anderes Zimmer, wir beide mussten isoliert werden. Bei der anderen Patientin bestand der Verdacht auf einen Keim, und zwar irgendeinen Keim der irgendwas mit den Schweißdrüsen zu tun hatte (so genau habe ich das damals nicht mitbekommen, weil es mir noch so schlecht ging). Ich wurde dann auf ein Einzelzimmer verlegt und ein Warnschild an die Türe gehängt. Wer dann zu mir ins Zimmer wollte, musste sich immer komplett "verkleiden", also Kittel, Mundschutz, Handschuhe und Haube. Es wurden dann natürlich auch verschiedene Abstriche gemacht. Erst nach 6 Tagen kam die Entwarnung, dass ich den Keim nicht habe. Obwohl das jetzt kein MRSA war, sondern ein anderer Keim waren die Ärzte sehr besorgt, weil ich auch körperlich sehr geschwächt war.

D.h. wenn ein Patient z.B. wegen einer schweren Krankheit oder großen Operation geschwächt ist, dann kann jeder Keim, jeder Krankheitserreger gefährlich werden, weil der Organismus diesen dann nicht ausreichend bekämpfen kann.

Viele Grüße

In vielen Fällen handelt es sich um MRSA!

MRSA steht für Methicilin-resistenter Staphylococcus aureus - eine durch den breiten Einsatz von Antibiotika seit den 1960er Jahren zunehmend auftretende resistente Staphylokokkenart.

Eine MRSA-Infektion ist schwerer zu behandeln als eine Infektion mit sensiblen Keimen. Im Umgang mit MRSA ist besonderes Augenmerk auf die Einhaltung hygienischer Maßnahmen zu richten, da nur so eine weitere Ausbreitung innerhalb des Krankenhauses zu verhindern ist. Hauptübertragungsweg für MRSA sind Hände. Der Anteil von MRSA-Trägern unter dem Krankenhauspersonal beträgt bis zu 30%.

In diesem Zusammenhang ist die Sanierung von nicht erkrankten (= latenten) MRSA-Trägern von sehr großer Bedeutung. Zu diesem Zweck sind derzeit desinfizierende Ganzkörperbäder und die lokale Applikation des Antibiotikums Mupirocin üblich. In wieweit diese Massnahmen zur Eindämmung des Problems beitragen, ist umstritten.

Hallo Julolli, bitte immer die Quelle mit angeben bevor dich der Support darauf aufmerksam macht. http://flexikon.doccheck.com/de/MRSA

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@Julolli

Muss gemacht werden, weil das sonst geistiger Klau ist.

Lies dazu auch die Richtlinien (ganz oben neben dem Wort Login / Logout), da Punkt 11, Urheberrrechte. - Indem Du die Quelle nennst, respektierst Du das Urheberrecht..

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Bin verwirrt - Keim oder nicht?

Hallo! Ich habe seit mittlerweile über 6 Wochen eine eitrige Entzündung an meiner PEG-Sonde. Es eitert jeden Tag so stark, dass ich mind. 1-2x am Tag den Verband wechseln muss. Es ist auch in der Zeit eher mehr geworden als weniger. Hinzu kommen starke Schmerzen rund um die PEG.

Ich war deswegen vor 14 Tagen auch schon im Krankenhaus. Da wurden Ultraschall und CT gemacht und ein Abszess unter der Haut ausgeschlossen. Außer mehrfachen Verbandwechseln und Schmerzmittelgabe wurde nichts gemacht. Es wurde zwar auch ein Abstrich gemacht, aber das Ergebnis lag bei Entlassung noch nicht vor.

Mein Hausarzt hat das aber jetzt angefordert und jetzt bin ich total verwirrt. Die Sprechstundenhilfe gab mir heute die Kopie und sagte, es wäre alles in Ordnung. Zuhause habe ich mir den Ausdruck jetzt mal durchgelesen, da steht folgendes:

Abstrich auf MRSA: negativ; Methicilin-sensibler Staphylococcus aureus (MSSA) nachgewiesen.

Das bedeutet aber doch, dass dieser Staphylococcus da ist, oder nicht? Denn da steht ja "nachgewiesen". Oder was bedeutet das?

Kann dieser Staphylococcus so eine Vereiterung an der PEG auslösen? Und müsste ich dann nicht was dagegen bekommen? Und was, wenn ich jetzt nichts bekomme, kann der sich dann weiter ausbreiten?

Falls das wichtig ist: bei meiner Portinfektion im Oktober (Port wurde entfernt) wurde u.a. auch ein Staphylococcus aureus nachgewiesen. Damals habe ich ja auch hochdosiert Antibiotika bekommen. Kann da ein Zusammenhang bestehen?

Danke und schon jetzt frohe und gesegnete Weihnachten

Gruß, Lexi

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