Was bewirkt Traubenzucker im Gehirn?

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Unser Gehirn verbraucht 20 Prozent der gesamten Energie, die wir aus der aufgenommenen Nahrung verstoffwechseln und verbrennt pro Tag 20 Gramm Traubenzucker (Glucose). Weil im Gehirn der Traubenzucker nicht, wie in den Muskeln, gespeichert werden kann, ist es auf einen stabilen Blutzuckerspiegel angewiesen. Fällt dieser ab, schwinden Konzentration und Denkfähigkeit. Nehmen wir Einfachzucker, etwa in Form von Schokolade oder Traubenzuckerbonbons zu uns, jagt dies den Blutzuckerspiegel stark in die Höhe. Das wiederum alamiert die Bauchspeicheldrüse zu einer vermehrten Sekretion von Insulin, welches den Einbau des Zuckers in die Zellen beschleunigt. Die Folge ist ein noch stärkeres Absinken des Glucosegehalts im Blut und damit der geistigen Leistungsfähigkeit. Andersherum wirkt sich auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel nachweislich negativ auf die Gehirnleistung aus. Gehirnnahrung muss deshalb eine verlässliche und gemäßigte Konzentration an Glucose gewährleisten. Die regelmäßige Versorgung mit kleinen Portionen beim Lernen ist deshalb sinnvoller als wenige große Mahlzeiten. http://tinyurl.com/c8g7hcl

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Die Energieversorgung des Gehirns ist hochgradig von Glucose abhängig, da Nervenzellen Energie aus Fetten nicht direkt verwerten können.

Es gibt verschiedene Zuckerarten.

Traubenzucker (Dextrose oder D-Glucose) ist ein Einfachzucker, der aus einem Ring-Molekül von sechs Atomen besteht. Das ist die Form Zucker, die vom Körper direkt und auch schon über die Mundschleimhaut ins Blut aufgenommen werden kann. Deshalb wird die Glucose im Blut als Blutzucker bezeichnet.

Rüben-und Rohrzucker etc. dagegen sind Disacharide, bei denen je zwei Ring-Moleküle mit sechs Atomen miteinander verbunden sind. In der Nahrung vorkommende Disaccharide können nicht direkt in die Glykolyse eintreten, sondern müssen zunächst zu Monosacchariden hydrolysiert werden. Sie müssen also erst einmal durch den Magen und im Darm weiter zerlegt werden, bis sie dann als Glucose durch die Darmwand ins Blut gelangen können.

Auch wenn Traubenzucker schneller für die Energiegewinnung zur Verfügung steht, er kommt so in der Natur nur in ganz geringen Mengen vor. Deshalb sollte man ihn besser nur im Notfall als schnellen Energielieferanten einsetzen. Er peitscht den Blutzuckerspiegel schnell nach oben.

Danach fällt der Blutzucker aber fast genau so schnell wieder ab. Kommt Traubenzucker in den Körper, wird die Insulinausschüttung angeregt. Wird es dann aber gar nicht gebraucht, ist zu viel Insulin im Blut. Es sind gar keine Doppel- oder Mehrfachzucker da, die er spalten könnte. So pendelt man dann zwischen Unter- und Überzuckerung hin und her und veralbert seine Bauchspeicheldrüse. Macht man das lange und oft genug, kann das zu Insulinresistenz führen, weil sie ihre Arbeit einzustellen beginnt.

Eine bessere und gleichmäßigere Versorgung mit Blutzucker erreicht man mit der langsameren Gewinnung von Dextrose über "anständige" Nahrung, Getreide, Obst, Gemüse und Nüsse. Alles enthält Doppel- und Mehrfachzucker (Polysaccharide), die erst im Dünndarm aufgeschlüsselt werden. So kann die Leber den Gehalt des Blutzuckers, wie von der Natur auch vorgesehen, durch Speicherungen von Überschüssen durchgehend konstant halten.

Also besser was gesundes kabbern, bevor der "kleine Hunger" kommt. Deshalb gibt es ja Studentenfutter ;-)

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