Wann wird ein Darmpolyp zu Darmkrebs?

3 Antworten

Nicht aus jedem Polyp wird ein Krebs. Es gibt immer gutartige und bösartige.

Guten Abend hannelore56,

ob aus einem Adenom (in diesem Fall ein Polyp) auch ein Karzinom wird, kann man pauschal nicht beantworten. Es ist aber so, das 90% der Fälle von einem Colon-Karzinom der Ursprung bei einem Adenom liegt. Bis aber aus diesem gutartigen Geschwulst überhaupt erst einmal ein eventuelles Karzinom wird, vergehen meist mehr als 10 Jahre. Das ganze basiert auf einfachen Mutationen - also auf Genveränderungen der Schleimhaut (in diesem Fall der Darmschleimhaut).

Man kann aber allgemein sagen, das in den meisten Fällen die Patienten sich schon zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr bewegt haben. Vorher ist ein Colon-Karzinom nur sehr selten. Denn es dauert - wie schon oben genannt - einige Jahre (meist mind. 10 Jahre) bis die Mutationen überhand nehmen und dadurch die Regulation des Zellwachstums außer Kontrolle gerät. Das heißt, der Körper kann die natürliche Zellbildung nicht mehr regulieren. Das übernimmt in diesem Fall dann die mutierten Zellen.

Bei Interesse kannst Du gerne einmal mit dem unten stehenden Schlagwort suchen:

Adenom-Karzinom-Sequenz

Hier findest Du sicherlich einige interessante Informationen bezüglich des Themas.

Grundsätzlich muss man aber auch sagen, das der familiäre Hintergrund und auch der persönliche Hintergrund eine wesentliche Rolle spielt. Man kann Karzinom zwar nicht vollends verhindern, aber man kann die Risiken eindämmen.

Zum Beispiel:

  • Erbliche Veranlagung
  • familiäre Hintergründe (familiäre Fälle von Colon-CA's)
  • Chronische Darmerkrankung (sowohl selbst, als auch in der Familie)
  • Nikotinkonsum
  • Diabetes Typ 2 (dreifach höheres Risiko!)
  • ungesunder Lebenstil
  • Darmpolyp

Noch ein wenig Input:

Die meisten Fälle von Colon-Karzinome sind übrigens Rektum- oder Sigmakarzinom. Also meistens nur im letzten Darmabschnitt. Das ist aber jetzt bei der Frage hier nur Nebensache - wollte ich nur einmal erwähnen.

Bei Bedenken würde ich einfach mal das Gespräch mit dem Hausarzt suchen. Je nach dem, wie der Hintergrund an der Frage ist, wird man dann entscheiden eine mögliche Darmspiegelung in regelmäßigen Abständen zu erwägen. Sollte es aber keine Vorerkrankungen in der Familie gegeben haben und auch Du selbst keine chronische Darmerkrankung haben und der Lebensstil nahezu gesund, ist das Risiko weiterhin doch sehr gering.

Alles Gute und beste Grüße

Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich, aber in der Regel kann man davon ausgehen, dass es 5 Jahre braucht.

Deswegen ist die Darmkrebsvorsorge auch alle 10 Jahre empfohlen. Wenn in der ersten Untersuchung keine Polypen gefunden werden (oder alle abgetragen werden, wird sich innerhalb der nächsten 5 Jahre bis zur zweiten Darmspiegelung kein Polyp zu einem Darmkrebs entwickeln können.

Anders ist die Situation, wenn jemand an einer familiär vererblichen Darmpolypen-Erkrankung leidet, da geht es schneller und derjenige hat dann auch extrem viele Polypen.

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