Wann kann man einen Befreiungsausweiß beantragen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich gehe mal davon aus, daß Du die Befreiung von der Zuzahlung zu Medikanenten meinst.

Grundsätzlich ist es so, daß eine Zuzahlungsbefreiung beantragt wierden kann, wenn 2 Prozent der Einnahmen deiner Oma für Medikamente, Heil- oder Hilfsmittel bzw. Krankemhauszuzahlungen aufgewendet worden sind.

Falls die Diabetis als chronische Krankheit anerkannt wird wäre es nur noch 1 Prozent des Einkommens Deiner Oma. Dazu muß der Hausarzt Deiner oma eine Bescheinigung ausstellen.

Sammele alle Belege, bis die Belastungsgrenze erreicht ist. Dann kannst Du mit der Krankenkasse abrechnen. Die Befreiung gilt dann für den Rest des laufenden Jahres.

Falls Du der Meinung bist, daß die Belastungsgrenze immer erreicht wird, kannst Du den Betrag Anfang des Jahres bei der KK deiner Oma einzahlen und bekommst dann gleich die Befeiung. Rechne das aber gut durch, denn braucht Deine Oma dann mal weniger Medikamente hast Du Geld verschenkt.

Hallo,

für die Zuzahlungsbefreiung werden alle Bruttoeinnahmen eines Kalenderjahres addiert (ggf. auch die vom Ehemann). Normalerweise werden dann 2% davon berechnet (bei Personen, die schon mindestens 12 Monate chronisch krank sind: 1%).

Wenn alle Zuzahlungen im Kalenderjahr 1 bzw. 2% übersteigen, werden die übersteigenden Beträge erstattet bzw. für den Rest des Kalenderjahres eine Befreiungskarte ausgestellt. Meist ist es ungünstig bis zum Jahresende zu warten, da dann die Bearbeitungsdauer bei der Krankenkasse sehr lang ist.

Grundlage: § 62 SGB V

Auf vielen Internetseiten der Krankenkasse gibt es nähere Einzelheiten und oft auch einen Antragsvordruck (abschicken, wenn die 1 oder 2% überschritten sind).

Gruß

RHW

Wenn deine Oma für alle bisher in diesem Kalenderjahr geleisteten Medikamentenzuzahlungen die Quittungen aufbewahrt hat, dann kann sie den Antrag folgendermaßen stellen:

Als erstes muss sie sich vom Hausarzt eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass sie als Diabetikerin an einer chronischen Erkrankung leidet. Für diese Bescheinigung kannst du bei der Krankenkasse deiner Oma ein Formular anfordern - dann ist sichergestellt, dass die Formulierungen in dieser Bescheinigung eindeutig sind und es nicht erst zu langen Nachfragen kommt. Wenn du das Formular bei der Krankenkasse anforderst, fordere gleichzeitig auch ein Formular für den Befreiungsantrag an - diese Formulare sind von Krankenkasse zu Krankenkasse etwas unterschiedlich - nimm am besten das Formular, das die Kasse deiner Oma dafür zur Verfügung stellt. Dann füllst du das Formular aus und schickst es zusammen mit allen Zuzahlungsquittungen aus der Apotheke, der ärztlichen Bescheinigung über die chronische Erkrankung und einem Einkommensnachweis deiner Oma (Rentenbescheid, Verdienstbescheinigungen, Zinsbescheinigungen - je nachdem, wovon deine Oma ihren Lebensunterhalt bestreitet) an die Krankenkasse. Die Krankenkasse rechnet nun aus, wie viel deine Oma pro Jahr als Eigenbeteiligung selbst übernehmen muss und ob diese Zuzahlungsgrenze bereits erreicht wurde. Falls diese Grenze schon erreicht wurde, schickt die Krankenkasse einen Befreiungsausweis und zahlt eventuell bereits überzahlte Beträge zurück. Wurde die Grenze noch nicht erreicht, kann deine Oma den Differenzbetrag an die Krankenkasse zahlen und erhält dann auch sofort einen Befreiungsausweis. Der Ausweis gilt immer bis zum Ende des Kalenderjahres und muss dann neu beantragt werden. Da bei mir feststeht, dass ich in jedem Jahr die Zuzahlungsgrenze überschreiten würde, wenn ich nicht befreit wäre, stelle ich diesen Antrag jeweils schon im Laufe des vierten Quartals für das Folgejahr. Die Krankenkasse zieht dann den errechneten Eigenanteil Anfang Januar von meinem Bankkonto ein, und dafür bin ich bereits von Anfang des Jahres an von allen Zuzahlungen befreit. Auf diese Weise können keine Quittungen verloren gehen - denn ungerechterweise akzeptiert die Krankenkasse nur die Zuzahlungen als bereits geleistete Zuzahlungen, die tatsächlich mit Belegen nachgewiesen werden. Die Abrechnung, die die Apotheken mit der Krankenkasse gemacht haben, reichen nicht aus, obwohl auch daraus hervorgeht, dass die entsprechende Zuzahlung geleistet worden ist.

Viele Krankenkassen bieten mittlerweile auch eine Beantragung über ihre Internetseite an, oder zumindest kannst du über die Internetseiten die notwendigen Formulare ausdrucken bzw. anfordern. Zusätzlich findest du auf den Internetseiten der Krankenkassen hilfreiche Informationen zu diesen Themen.

P. S.: Falls deine Oma auch noch die Quittungen vom aus dem Jahr 2012 hat, kann sie auch rückwirkend noch überzahlte Beträge von der Krankenkasse zurückfordern. Falls sie im Jahr 2012 bereits an Diabetes erkrankt war, musst du darauf achten, dass in der ärztlichen Bescheinigung drinsteht, dass deine Oma auch in 2012 schon eine chronische Erkrankung hatte - wenn nicht, ist der zu leistende Eigenanteil doppelt so hoch.

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