Verträglichkeit Aspirin (Acetylsalicylsäure) zu Algifor (Ibuprofen)

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2 Antworten

Hallo! Hmmm... mich wundert, dass du in der Apotheke ein Mittel mit Ibuprofen bekommen hast. Denn eigentlich sollte man die Mittel in der Tat nicht kombinieren. Ich denke mal, das ist auch genauso schädlich, wenn man die kurz hintereinander nimmt.

Wenn du hier: http://www.apotheken-umschau.de/Arzneimittel-Check sowohl Aspirin als auch Ibuprofen eingibst (deine Tablettennamen hat das System nicht gefunden, bist du im Ausland?), dann erscheint folgendes:

Ibuprofen 400 akut Filmtabletten (Ibuprofen) Aspirin 500mg pharma Tabletten - Import Abis (Acetylsalicylsäure)

Es wurden schwerwiegende Wechselwirkungen gefunden, die unbedingt vermieden werden sollten.

Ausführliche Wechselwirkungs-Info Patienteninformation für die Wechselwirkung Acetylsalicylsäure - Ibuprofen 1 Zusammenfassung

Bei der Behandlung von Patienten, die Acetylsalicylsäure als Blutplättchenhemmer oder Schmerzmittel und gleichzeitig Ibuprofen einnehmen, ist folgendes zu beachten. Die gleichzeitige Anwendung der Arzneimittel Acetylsalicylsäure und Ibuprofen bringt das Risiko einer Wechselwirkung mit sich. Diese kann sich einerseits in einer unerwünschten verminderten Blutplättchenhemmung, andererseits in einem erhöhten Blutungsrisiko im Magen-Darm-Trakt niederschlagen. Die Arzneimittel Acetylsalicylsäure und Ibuprofen sollen nach Möglichkeit nicht zusammen oder aber nur mit Vorsicht zusammen angewendet werden. Ärztlicherseits ist dafür Sorge zu tragen, dass die Risiken dieser Wechselwirkung bei längerer Kombinationsbehandlung durch Überwachung des Magen- und Darm-Status, geeignete Dosierungen und Dosierungszeiten vermieden werden. Bei kurzfristiger Kombination im Rahmen einer Selbstmedikation ist der Dosierungszeitplan ggf. einzuhalten.

2 Beschreibung der Wechselwirkung

2.1 Klassifizierung der Wechselwirkung

Diese Wechselwirkung wird durch folgende Wirkstoffe verursacht:

Acetylsalicylsäure (ASS), ein Arzneimittel, das gleichzeitig den Gruppen der sogenannten Analgetika (Schmerzmittel), der Antiphlogistika (Entzündungshemmer) sowie der Thrombozytenaggregationshemmer (Blutplättchenhemmer) zugeordnet werden kann.

und

Ibuprofen, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antiphogistika (Arzneimittel, die entzündungshemmend wirken).

Acetylsalicylsäure (ASS) wird bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen z.B. der Muskeln oder der Gelenke, angewendet; in niedriger Dosis hemmt Acetylsalicylsäure auch das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) und beugt dadurch der Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) vor (Thrombozytenaggregationshemmung). Aufgrund dieser Wirkeigenschaft wird Acetylsalicylsäure bei Herz- und Kreislauferkrankungen eingesetzt.

Nichtsteroidale Entzündungshemmer werden zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Muskeln und Gelenke, insbesondere aber bei rheumatischen Erkrankungen, angewendet; darüberhinaus werden sie bei Schmerzen und Fieber eingesetzt, insbesondere auch in niedriger bis mittlerer Dosierung in der Selbstmedikation, wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen.

Voraussetzung für das Auftreten dieser Wechselwirkung ist, dass beide Arzneimittel innerlich/oral angewendet werden, also z.B. in Form von Tabletten eingenommen und so in den Blutkreislauf eingebracht werden.

Die Folgen dieser Wechselwirkung für Wirksamkeit und Verträglichkeit der beteiligten Arzneimittel sind als bedeutsam einzustufen; in gelegentlichen Fällen ist bei Nichtbeachtung ein gefährlicher Verlauf möglich.

Mit dieser Wechselwirkung ist wahrscheinlich zu rechnen; gelegentlich (in bis zu 1% der Fälle) ist bei Nichtbeachtung ein gefährlicher Verlauf möglich.

Die beteiligten Arzneimittel sollen nach Möglichkeit nicht miteinander zusammen angewendet werden.

(...)

3.3 Welche Maßnahmen bei Arzneimittelauswahl und Dosierung, und Dosierungszeitplan zweckmäßig sind

Die Kombination von Acetylsalicylsäure und Ibuprofen wird in der Regel nicht empohlen.

Bei Schmerz oder Fieber kann die Dosis von Acetylsalicylsäure vorübergehend erhöht werden (1 g bis 3 g pro Tag) anstelle zusätzlich Ibuprofen zu geben.

Wird Ibuprofen vorübergehend zur Behandlung von Schmerz oder Fieber eingesetzt, sollte die Gabe der Acetylsalicylsäure zur Blutplättchenhemmung einige Stunden vor dem Ibuprofen erfolgen.

Im Zweifel solltest du lieber den notdiensthabenden Zahnarzt kontaktieren, als jetzt übers Wochenende selber irgendwie rumzudoktorn und die Entfernung ggf. zu gefährden (durch die Aspirin-Einnahme).

Alles Gute

Hallo auch! Danke für die prompte und ausführliche Antwort und den auch in Zukunft nützlichen Link!

Ja, ich bin im Ausland und Algifor ist mit Ibuprofen 400 akut Filmtabletten gleichzusetzen. Es gibt also schon eine negative Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme dieser 2 Wirkstoffe. Jedoch habe ich wohl zuviel in die Warnhinweise hineingelesen. Denn ich hatte keine der Symtome in der Vergangenheit in der folgenden Warnung im Beipackzettel:

" - wenn Sie in der Vergangenheit mit Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen oder Hautreaktionen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern reagiert haben,"

Ein Problem bleibt: Die blutverdünnende Wirkung von Asprin hält mehrere Tage an, aber die Hauptwirkung (Schmerzmittel, entzündungshemmend) klingt wohl nach 5-7 Stunden ab. Wenn ich nun aber eine Ibuprofen Tablette nehme, wirken dann immer noch "Teile" der Medikamente zusammen? In 3 Tagen ist eventuell schon meine Operation am Weisheitszahn, ist es trotz blutgerinnender Wirkung "besser" beim Aspirin zu bleiben um eine Wechselwirkung mit Ibuprofan zu vermeiden?

Das klingt jetzt alles sehr übervorsichtig, um nicht zu sagen paranoid, aber da ich nebst einer Vollnarkose, Alcacyl (Aspirin), Schmerzmittel vom Zahnarzt (wahrscheinlich Ibuprofen) und vielleicht in der Kindheit einen Hustensaft, noch keine anderen Medikament zu mir genommen habe und ich damit gesundheitlich gut gefahren bin, ist mir ein bewusster Umgang mit Medikamenten wichtig (mir ist bewusst, dass ich wohl schon einiges mehr an "Wirkstoffen", direkt oder indirekt zu mir genommen habe).

noch sind mir die Schmerzen lieber als ein Ibuprofen. Vielleicht kann mich ja jemand von meinem Dilemma erlösen...

danke für die Zeit..

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Also zunächst mal: 1. Aspirin solltest du am besten schon eine Woche vor der OP nicht mehr nehmen. Jetzt weiter Aspirin zu nehmen ist keine Möglichkeit. 2. Wenn du vor Ablauf von einer Woche nach der letzten Aspirin nun Ibuprofen nimmst, hast du in der Tat das Risiko der erhöhten Blutungsneigung. Wahrscheinlich wird nichts passieren, aber es kommen eben auch tödliche Magen-/Darmblutungen vor. Diese kommen allerdings auch bei Aspirin und Ibuprofen alleine vor. In der Kombi halt etwas öfter. Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Beste Lösung wäre nun ein ganz anderes Schmerzmittel ohne diese Nebenwirkung. Allerdings sind diese fast alle verschreibungspflichtig - außer Paracetamol. Wäre also die Frage, ob Paracetamol für dich nun ausreichend ist oder ob dir jemand etwas anderes verschreibt.

Danke dir, auch für die versimplifizierung.

Immer diese Risiken für ein kurzes "Glück". Der Schmerz hat seinen Zweck erfüllt und der Termin beim Zahnarzt wurde gemacht. Jetzt ist der Schmerz quasi sinnlos und könnte mit Technologie beseitigt werden.

Ich bin eben nochmals in die Apotheke und habe mir ein Lokalschmerzmittel für die Mundhöhle (Mundisal - Wirkstoff Cholinsalicylat) und eine entzündungshemmende Spülung (Hextril) besorgt. Sind zwar neue Medikamente (einiges "schwächer" bzw. wirkungsarmer als meine zwei Schmerzmittel), aber ich hoffe mal auf ein Abklingen der Entzündung um den Zahn. Das Mundisal wirkt schonmal lindernd, der Druckschmerz bleibt.

Vielleicht freunde ich mich ja noch mit dem Schmerz an und sonst gibt es halt morgen die Mimimi-Chemiekeule Ibuprofan oder wohl besser Paracetamol, was wohl schwächer ist, jedoch auch nicht entzündungshemmend. Entzündungshemmend wäre dafür das Mundisal, jedoch soweit ich das beurteilen kann, mehr oder weniger nur oberflächlich. Ich will halt auch nicht, dass die Operation herausgezögert werden muss wegen einer stärkeren Entzündung (Freund meinte das seie ihm passiert).

Naja, ich bin müde und vielleicht werden auch desshalb die Schmerzen stärker (wird man empfindlicher für Schmerz, wenn man körperlich Müde ist?). Bringt jetzt auch nicht mehr darüber weiter nachzudenken. Ich würde meinen, ein klassischer Fall von jede Antwort wirft 10 neue Fragen auf. Gibt sicher auch genug, die sich beim lesen hier an den Kopf fassen und Medikamente wie Smarties in allen Farben verspeisen und sich besten fühlen.

Grüsst die Nacht! J.

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