Verschiedene Antidepressiva?

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4 Antworten

Diese Menschen müssen aber mit solchen Medikamenten beruhigt werden, da sie negative Gedanken haben und sich damit beruhigen können. Man soll die nur nehmen wenn es einem wirklich schlecht geht. Fang aber erst gar nicht an das Zeug zu nehmen du scheinst interessiert zu sein.

Wie gesagt: Ich muss da nichts nehme und habs auch nich vor. Nur dass die halt Verschreibungspflichtig sind und ich dachte dass die dann sowas wie "High-Macher" sind.

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Man kann Antidepressiva schon im entferntesten Sinne als Drogen bezeichnen. Viele psychische Krankheiten und Störungen hängen davon ab, wie bestimmte Neurotransmitter (also Botenstoffe) im Hirn verteilt und vorhanden sind. Viele dieser Neurotransmitter erfüllen mehr als nur eine Aufgabe. Dadurch gibt es auch Antidepressiva, die bei anderen Patienten, zum Beispiel mit Angststörung oder Psychosen, hilfreich sein können.

Es verbreitetes Missverständnis, im Bezug auf diese Medikamente, ist dass man davon eine Art Rausch, wie bei Cannabis, Alkohol oder anderen Drogen bekommt. Fast alle Antidepressiva müssen täglich genommen werden und sorgen nicht dafür, dass man grinsend durch die Gegend rennt und alles nach Zuckerwatte duftet, sondern bewirken meist nur, dass die negativen Emotionen schwächer sind und dass man sich leichter zu Dingen motivieren kann. Genau das ist bei Depressionen eines der größten Probleme. Die Patienten sind hoffnungslos und können manchmal sogar kaum aus dem Bett kommen.

Jedes dieser vielen Medikamente wirkt etwas anders, so wie auch jeder Mensch anders ist. Manche sind besonders stark, andere eher schwach. Die starken Medikamente haben oft aber auch schlimmere Nebenwirkungen. Ein paar Beispiele: Ein sehr schwaches Antidepressivum wäre Johanniskraut. Es wird unter anderem unter dem Namen Laif 900 verkauft. Johanniskraut wird eher bei Patienten eingesetzt, deren Erkrankung noch nicht so stark ist, oder bei Kindern, da es auch gut verträglich ist und keine schlimmen Entzugserscheinungen auslöst. Ein krasses Gegenbeispiel wären trizyklische Antidepressiva (heißt nur, dass es in den Molkülen 3 aneinander gekoppelte Atomringe gibt) die oft sehr sehr stark wirken, aber auch extreme Nebenwirkungen haben können. Bei falscher Anwendung, können sie auch schnell zu einem sogenannten Serotoninsyndrom führen, dass schnell tödlich enden kann. Gerade wenn man es mit anderen Medikamenten, Alkohol, oder starken Drogen mischt. Das letzte Beispiel, dass ich nennen möchte, da ich es selbst sehr gut kenne, ist Sertralin, ein SSRI. SSRIs bewirken, dass das Serotonin, eines der Neurotransmitter, im synaptischen Spalt (quasi zwischen den Nervenzellen) nicht wieder aufgenommen wird und so länger wirken kann. Diese Medikamente sind sehr wirkungsstark und haben relativ wenig Nebenwirkungen. Deshalb werden sie mittlerweile von Ärzten bevorzugt. Gerade bei Jugendlichen erhöhen sie aber in den ersten Wochen nach der ersten Einnahme die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sich etwas antut oder gar Suizid begeht. Das klingt komisch für eine Medizin, die sowas verhindern soll, ist aber leider so. Man vermutet, dass das darin liegt, dass die motivierende Wirkung eher einsetzt, als die aufheiternde Wirkung. Dadurch kann es passieren, dass der Patient zwar anfangs noch sehr unglücklich ist, sich aber eher dazu überreden kann, dem Elend ein Ende zu setzen. Wenn aber die Anfangsphase überstanden ist, wirken sie oft zuverlässiger als andere Medikamente und sind berechenbarer.

Du siehst bestimmt wieso man die Medikamente nur mit einem Rezept bekommen kann, auch wenn sie nicht high machen. Es ist wie mit einer Brille, wenn ein Mensch mit perfekten Augen sie trägt, darf sie keine Krümmung haben, sonst sieht er alles verschwommen. Kurzsichtige tragen auch Brillen, die speziell für Leute mit Kurzsichtigkeit gemacht sind. Sonst sehen sie nur unscharf. So braucht auch jeder Patient ein, auf ihn/sie zugeschnittenes Medikament.

Die genaue Medikamentation wird dir von deinem Arzt vorgegeben. Der gibt dir dann das Produkt, welches auf deine Krankheitssymptome zugeschnitten ist und bestimmt auch die Dosierung, damit du nicht "Dauerstoned" bist, wie du es beschreibst, sondern damit es eben genau deine Krankheit bekämpft!

  1. Antidepressiva sind keine Drogen !
  2. Die Zahl der auf dem Markt befindlichen Antidepressiva zu nennen, sprengt den Rahmen des hier möglichen !
  3. Ein Antidepressivum wird vorwiegend gegen Depressionen eingesetzt, wie ja eigentlich der Name auch sagt. Wogegen noch, kann man wunderschön googlen.

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