Verliert man wirklich über den Kopf am meisten Wärme?

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Weil man 40–45 % der Körperwärme über den Kopf verliert ...“, so lautet die Begründung für die zwingende Notwendigkeit von Kopfbedeckungen bei kaltem Wetter.

Typischer Fall von Gesundheitsmythos, urteilen Professor Dr. Rachel C. Vreeman und Professor Dr. Aaron E. Carroll, beide Pädiater an der Universität von Indianapolis, im „British Medical Journal“.

Wenn das wahr wäre, müsste ein Mensch ohne Mütze ebenso viel Wärme verlieren, wie jemand, der ohne Hose in die Kälte gehe, argumentieren die Kollegen – dies sei ja offensichtlich nicht der Fall.

Der Irrglaube beruhe vermutlich auf dem Resultat eines Experiments, bei dem man freiwillige Probanden in Arktis-Überlebensanzüge steckte und dann mit und ohne Mütze in die Kälte stellte. Da bei den Unbemützten kein anderer Körperteil zur Verfügung stand, dampften sie über den Kopf den Löwenanteil ihrer Wärme ab.

Hätte die Kälteexposition in Badekleidung stattgefunden, wäre die Körperhitze gleichmäßig über alle Körperoberflächen verloren gegangen, vermuten die beiden Pädiater.

(http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23462/)

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