Vater wegen krankem Kind daheim, priv. versichert über Mutter?

2 Antworten

Die Beihilfe ist keine Krankenkasse, sondern wie der Name sagt, eine Beihilfe zu den Krankheitskosten, resultierend aus der Fürsorgepflicht des Staates für seine Beamten. So weit ich weiß (die Zahlen könnten veraltet sein) erstattet die Beihilfe 80% der Behandlungskosten nach Einreichen der Gesamtrechnung. Insofern läuft es wie bei einer privaten Versicherung.

Da die Beihilfe keine Krankenkasse ist, ist sie bei ihrer Erstattung nicht an die gesetzlich festgelegten Gebührenordnungen für Kassen- und Privatpatienten gebunden, sondern kann eigene Kriterien festlegen. Zumindest die Zahnärzte haben damit früher Probleme bekommen, und in etlichen Gerichtsverfahren klären lassen müssen, was die Beihilfe bezuschusst und was nicht. Die Mutter müsste sich also an ihre Beihilfestelle wenden und fragen, ob der Fehltag bei Krankheit eines Kindes durch die Beihilfe abgedeckt ist.

Da die Beihilfe nur 80% der Krankheitskosten abdeckt, sind Beamte zusätzlich bei einer privaten Kasse versichert. Die private Krankenkasse bietet aber verschiedene Tarife zu unterschiedlichen Beiträgen an, und damit kann sie einzelne Leistungen aussschliessen, die von einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Die Mutter müsste sich also an ihre private Krankenkasse wenden und fragen, ob durch ihren Tarif der Fehltag abgedeckt ist.

Wird beides verneint, bleibt dem Vater nur ein (unbezahlter) Urlaubstag.

Hallo,

die gesetzliche Krankenkasse darf nur Krankengeld bei Erkranung des Kindes zahlen, wenn das Kind gesetzlich krankenversichert ist (§45 SGB V).

Ggf. kann der Vater sich bei seiner Krankenkasse erkundigen, ob das Kind kostenlos familienversichert (§ 10 SGB V)werden kann (bei geschiedenen Eltern einfacher möglich). Es ist dann aber durchaus möglich, dass dann der Beihilfeanspruch entfällt. Ob man das ggf. auch rückwirkend macht, sollte man sich genau überlegen (erfolgte Privatbehandlungen beim Arzt?).

Vor einer Entscheidung sollte man sich intensiv über die Regeln und Folgen in der gesetzlichen Krankenkasse, bei der privaten Krankenversicherung und der Beihilfe verbindlich erkundigen.

Wenn die Entgeltzahlung bei Erkrankung des Kinder weder durch Arbeitsvertrag noch durch Tarifvertrag ausgeschlossen ist, hat der Arbeitgeber in dieser Zeit das volle Entgelt zu zahlen (§ 616 BGB).

Gruß

RHW

Gruß

RHW

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Hallo RHWWW

Bedeutet es, dass es irgendwo in seinem Vertrag explizit erwähnt werden müsste? Und wenn es es nicht tut, dass der Arbeitgeber dann Zahlen muss? In meinem Vertrag, der seinem ähnlich sein müsste, steht nichts.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 616 Vorübergehende Verhinderung
Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.
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@Olivenbaum2013

Aus dem ersten Satz ergibt sich doch allgemein der Anspruch eines Arbeitnehmers auf Vergütung. Der zweite Satz besagt doch lediglich, dass im Falle einer bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung die Vergütung über die Krankenversicherung stattfindet.

Da bei mir der zweite Satz nicht greift (meine Kinder sind ja nicht gesetzlich krankenversichert), bleibt der erste im vollen Umfang gültig: kein Verlust des Anspruchs auf Vergütung. Das bedeutet dann, dass jemand dafür aufkommen muss; Beihilfe der priv. K.Versicherung meiner Kinder oder der Arbeitgeber. Oder liege ich da ganz falsch.

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@Olivenbaum2013

Hallo,

§ 616 BGB regelt, dass der Arbeitgeber bei kurzen Erkrankungen des Kindes das Entgelt weiterzuzahlen hat. Diese gesetzliche Regelung kann aber durch eine Regelung im Arbeits- und Tarifvertrag ersetzt werden.

Wenn im Arbeitsvertrag nichts zu bezahlten Freistellungen (z.B. bei Hochzeit oder Tod eines nahen Angehörigen) geregelt ist, ist zu prüfen, ob für das Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag gilt. Arbeits- und Tarifvertrag können auch den Ausschluss der Entgeltzahlung bei Erkrankung des Kindes regeln.

Wenn weder Arbeits- noch Tarifvertrag eine Regelung treffen, hat der Arbeitgeber das Entgelt zu zahlen. Es sind aber Fristen für die Geltendmachung zu beachten.

Gruß

RHW

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