Überwachen Krankenkassen die Medikation?

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3 Antworten

Bei einem ähnlich gelagerten Problem bei meiner Mutter mit ihrem Arzt/-Helferin, erklärte die Arzthelferin, dass diese Praxis für die Ausstellung eines Rezeptes mit einem PC-Programm arbeite, welches automatisch den Abgabezeitraum überwache. Käme die Forderung nach einem neuen Rezept deutl. zu früh, würde dieses Programm den Ausdruck des neuen Rezeptes verhindert, unter Hinweis auf den zu kurzen Zeitraum. So würde ein gewisser Medikamentenmißbrauch verhindert. Ausnahme sei nur die Urlaubsverhinderung.

Allerdings habe ich es versäumt zu fragen, ob dieses spezielle Programm ein Teil einer allgemeinen Praxissoftware ist, oder ob das Programm eine einzelne Vorschrift durch die KV ist, um unnötige Mehrkosten zu verhindern.

Der Hinweis der Arztpraxen auf die KK ist weit verbreitet, aber nicht unbedingt, sondern eher selten, richtig. 

Anderes Beispiel: Oft wird eine zweite Verordnung über Krankengymnastik oder Massage verweigert unter Hinweis auf die KK, die würden die zweite Verordnung nicht bezahlen. 

Und das ist völliger Quatsch, denn die Ärzte rechnen überhaupt nicht mit den Krankenkassen ab, - da hätten die aber viel zu tun -, sondern mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die KV holt sich dann das Geld bei den einzelnen Kassen ab. Da die meisten Patienten von KV noch nie etwas gehört haben und nichts mit dem Begriff anfangen können, schieben die Ärzte alle möglichen Mißstände den KK in die Schuhe, obwohl oft die KV der Verursacher ist.  VG

Tigerkater 13.09.2017, 17:16

Diesmal liegst Du aber voll daneben : Die Ärzte schieben den KK nichts in die Schuhe und auch die KV ist nicht der Verursacher !!

Budget-Vereinbarungen werden zwischen den KK und den KV`en abgeschlossen. Die Ärzte haben dann den " schwarzen- Peter " !!!

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Winherby 13.09.2017, 17:25
@Tigerkater

Da muss ich entschieden widersprechen, vielleicht hast DU das nie gemacht, aber die Mehrheit der Ärzte sehr wohl.

Was glaubst Du, wie oft ich in meiner aktiven Zeit den Satz zu hören bekommen habe, "der Arzt sagt, dass die Kasse das nicht bezahlt, er müsse es dann selber bezahlen".

Viele Ärzte nennen die KK als den Schuldigen, wohl wissend dass es so nicht ist. Aber es so den Pat. leicht zu verkaufen, denn es ist für die Patienten am einleuchtendesten, denn die wissen nix von KV, und Budget und dem ganzen üblen Verwaltungskram, etc..

Natürlich haben die Ärzte den Schwarzen Peter, wenn sie das Budget überschreiten, wenn sie dies verhindern, hat der Patient den Schwarzen Peter, indem sie die nötige Behandlung einfach nicht bekommen. Das war immer ganz toll zu beobachten, besonders gegen Quartalsende. Kommen zu Beginn des Quartals die neuen Verordnungen noch zu Hauf, so beruhigt es sich im zweiten Monat, und gegen Ende des Quartal ist fast tote Hose. LG

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Fischkopp 13.09.2017, 21:41
@Winherby

Hi Winherby,

zur Information: Mein von der Arzthelferin am 07.09. nicht bewilligtes Rezept habe ich am 11.09. bei der Rücksprache mit meinem HA problemlos bekommen.

Bei der Rücksprache zeigte mir mein HA auf seinem PC die Funktion der Medikamentenüberwachung. Es gibt sie tatsächlich und kann durchaus manchmal - Medikamentenmissbrauch -  sinnvoll sein. Seine Aussage jedoch, dass die Krankenkassen dies überwachen würden, halte ich jedoch für eine Schutzbehauptung. Woher will die KK wissen, wieviele Pillen ich täglich einnehme?

Meine Vermutung ist, dass mein HA dieses Medikamentenüberwachungsprogramm neu eingerichtet hat. Welche Anweisungen er seinen Arzthelferinnen gegeben hat, wie mit dem Programm umzugehen ist, wird er mir als Patienten bestimmt nicht erzählen. Liege ich wohl richtig?

Für deine Antwort möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

MfG Fischkopp 

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Fischkopp 14.09.2017, 17:49
@Winherby

Vielen Dank für deine Mühe und weiterhin alles Gute für dich!

MfG Fischkopp

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Fischkopp 14.09.2017, 22:10
@Fischkopp

Hallo Winherby,

ist ein Nachtrag gestattet?

Ich werde in absehbarer Zeit meinen Hausarzt danach fragen, wenn ich einen Blutdruck über  (syst. 160 und diast. 115 mm HG) messe, - es kommt in Stresssituationen, besonders wenn man mich ärgert vor - , ob dann die Einnahme einer zusätzlichen Tablette Telmisartan angebracht ist. Vermutlich wird er es bejahen.

Schauen wir mal, wie er das dem Medikamentenüberwachungsprogramm mitteilt!

Zur Information: Ich bin für jede Pille dankbar, die ich nicht einnehmen muss! Nicht ohne Grund habe ich in einer weiteren Frage nach Alternativen für Telmisartan gefragt.

Vielen Dank, dass du meine Frage so ausführlich beantwortet hast!


MfG Fischkopp 

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Winherby 01.10.2017, 19:58
@Fischkopp

Danke für die Bewertung, ergab sich Neues beim Arzt i. S. Überwachung?, alles Gute

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Hi Fischkopp,

Nein, meines Wissens wird das nicht direkt überprüft es sei denn das Mittel ist sehr teuer. Der Aufwand permanent zu prüfen wäre einfach zu Groß sodass sich das ganze nicht Lohnen würde.

Allerdings kann die Krankenkasse bei Verdacht eine Prüfung durchführen und dann Auffälligkeiten feststellen.

In letzter Zeit hört man immer wieder davon dass Krankenkassen den Arztpraxen Druck und Probleme machen.

Die Arzthelferin hat jedenfalls korrekt gehandelt, es mag ja sein dass dein nächster Termin erst 1 Monat nach Verbrauch der aktuellen Packung stattfindet. Denoch kann man dir nicht einfach so Rezepte für einen längeren Zeitraum ausstellen.

Ich verstehe da auch Ehrlich gesagt das Problem nicht, du musst doch nicht mal zum Arzt rein um ein Rezept zu bekommen. Den Weg kann man dir wohl alle 4-6 Wochen zu muten denk ich.

Ich bezweifel stark dass ein anderer Hausarzt deiner Bitte nachkommen würde, die haben heutzutage alle Sorge mit der KK in Konflikt zu geraten.

Alles Gute!

Fischkopp 13.09.2017, 21:09

Hi Taigar,

da ich seid vielen Jahren den gleichen HA konsultiere und nie zeitliche Probleme mit der Verschreibung von Medikamenten hatte, würde ich zu gerne die Gründe wissen, wenn sich etwas ändert.

Da ich alle 4 Wochen zwecks Überprüfung des INR - Wertes bei meinem HA bin, habe ich diesen Termin bisher immer auch für die Ausstellung von Rezepten genutzt. Dass sich das jetzt ändern soll, muss doch Gründe haben und genau die wüsste ich gerne.

Mich ein weiteres Mal, nur für die Ausstellung eines Rezeptes, in die Praxis zu bestellen halte ich persönlich für Zeitverschwendung, (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?) sowohl der Arzthelferinnen als auch für mich.

Die Antwort meines HA halte ich, so lange man mir keine schlüssigen Gründe vorlegen kann, für eine Schutzbehauptung.

Für deine Antwort möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

MfG Fischkopp

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Hallo Fischkopp,

mir erging es ähnlich mit dringend benötigten und rezeptpflichtigen Augentropfen. War für mich immer sehr umständlich erneut in die Praxis zu fahren, denn ich musste mir immer jemanden suchen, der mich fahren konnte. Deshalb habe ich den Augenarzt gewechselt und bin nun bei einem den ich besser erreichen kann.

Hier nun habe ich keine Probleme mit dem Verschreiben der benötigten Tropfen, im Gegenteil die verschriebenen Tropfen reichen viel weiter als der nächste Besuch beim Augenarzt.

Der Augenarzt erklärte es mir so: "Wahrscheinlich wurde in der vorhergehenden Augenarztpraxis sehr großen Wert darauf gelegt, das Budget niedrig zu halten.

Für mich hat es sich gelohnt, die Praxis zu wechseln, es gibt keine Probs mehr und der neue Arzt ist zudem noch viel besser und ich kann ihm so richtig Vertrauen schenken.

Alles Gute

Sallychris

Fischkopp 13.09.2017, 22:09

Vielen Dank für die Antwort! MfG Fischkopp

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