Tuberkulose im Kindesalter gehabt. Reaktivierung im Erwachsenenalter?

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2 Antworten

Hallo cydox, 

Ich kann sehr gut verstehen, dass du dir um deine Mutter sorgen machst. Ich habe mich etwas im Internet schlau gemacht und das hier für dich gefunden: 

Durch Reaktivierung einer bisher vom Immunsystem in Schach gehaltenen Tuberkulose kann auch Jahre bis Jahrzehnte nach einer Infektion noch die sogenannte Postprimär-Tuberkulose entstehen. Dies kommt jedoch vor allem bei einer geschwächten körpereigenen Abwehr vor (siehe Ursachen und Risikofaktoren). Auch dann ist meist die Lunge betroffen (in 80 Prozent der Fälle). Aber andere Organe können ebenfalls von der Tuberkulose befallen sein (zum Beispiel als Knochen-, Gelenk- oder Urogenitaltuberkulosen). (Apotheken-Umschau.de)

Ich hoffe natürlich für dich und auch deine Mutter, dass es dazu nicht kommt. 

Liebe Grüße 

Lilly 

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Kommentar von LillyCooper
05.11.2015, 23:01

Bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung liegt die Rezidivrate unter 1%, die meisten Rezidive treten im ersten Jahr nach Behandlung auf, deshalb engmaschige Kontrollen über mindestens 2 Jahre.

(Hab ich ganz vergessen) 

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Tuberkulose ist kompliziert. Wird auch von manchen Ärzten nicht verstanden.

Die Interpretation der verschiedenen Befundkonstellationen ist nicht immer eindeutig und manchmal bringt erst der Verlauf mehr Erkenntnis. Die Festlegung, im Intervall von 8 Monaten erneut zu röntgen, ist eine individuelle und beruht nicht auf nationalen oder internationalen Empfehlungen. 

Was man aus dem, was Sie geschildert haben, sicher sagen kann ist: 

Ihre Mutter hatte einen Erregerkontakt. Den Zeitpunkt des Kontaktes (Kindheit, oder jetzt erst durch Patienten am Arbeitsplatz) verrät der Interferon-Gamma-Test (Bluttest) nicht oder nur indirekt. Der Test wird ca. 8 Wochen nach einem Erregerkontakt positiv und bleibt es dann auch. Wenn der aktuelle Kontakt mit den Tbc-Patienten der Klinik länger als 8 Wochen zurückliegt, hilft der Test also nicht bei der Differenzierung zwischen einer Erstinfektion, einer Reinfektion, einer latenten Tuberkuloseinfektion ohne Erkrankung oder einer Reaktivierung. Daher sind weitere Schritte erforderlich: Das Vorgehen, ein Röntgenbild der Lunge zu machen, ist die Diagnostik der Wahl, weil sowohl die Neuinfektion, als auch die Reaktivierung in den allermeisten Fällen in der Lunge stattfindet. Das Röntgenbild hat offensichtlich keinen Befund gezeigt, der hinweisend auf ein exogene (Re)infektion oder eine Reaktivierung gewesen wäre, denn sonst wäre versucht worden, die Verdachtsdiagnose durch Materialentnahme zu sichern. Man geht also derzeit nicht davon aus, dass Ihre Mutter an Tuberkulose erkrankt ist. Die zusätzlichen Röntgenuntersuchungen im Intervall bieten zusätzliche Sicherheit, wären aber evtl. verzichtbar.

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