Tipps gegen Hypochondrie?

6 Antworten

Endlich mal eine vernünftige Frage von Dir, - ich hatte bereits nicht mehr dran geglaubt.

Ohne Psychologe zu sein, antworte ich dennoch, - einfach aus meiner beruflichen Erfahrung.

Ich habe in ungezählten Fällen immer wieder gemerkt, dass die Ängste meiner Patienten sofort nachließen, oder sich zumindest deutlich verringerten, sobald sie wussten was mit ihnen los ist. Hat ein Mensch ein Symptom und er kann es sich nicht, oder nur falsch, erklären, dann ist das die beste Basis für entstehende Ängste. Das beste aller Mittel gegen Angst ist deshalb mMn das Wissen. Da es hier um gesundheitliche Belange geht, solltest Du Dir also ein breites Basiswissen über den menschlichen Körper und dessen Eigenschaften, Funktionen und Symptomen im Krankheitsfall aneignen.

Eines der besten Bücher für Laien ist das Buch, das auch zu meiner Grundausbildung zu meinem Berufsstart gehörte. Es ist ein Buch geschrieben für Laien, die dann nach der Lektüre keine Laien mehr sind. Die Anatomie, die Physiologie und teilweise die Pathologie sind sehr gut verständlich erklärt, überwiegend in deutsch, statt nur mit Medizinerlatein, dazu reichhaltig bebildert.

https://www.frohberg.de/product/euroSales227443/anatomie-physiologie-pathologie.html

Falls Dir die 29,90 € zuviel sein sollten, dann frag mal in einer gut sortierten Bibliothek nach diesem oder einem ähnlichen Buch. Wenn Du dieses Buch verinnerlicht hast, werden die Ängste bei Dir keine Basis mehr finden. VG

Mein Unwissen war stets der Grund, weshalb ich fragte, was die Ursache meiner Beschwerden war. Deshalb fragte ich ja stets, woher diese Beschwerden kamen und was die Ursache dessen waren. Und das Wichtigste für mich: Ob diese auch abheilen oder permanent bleiben.
Aber irgendwann war ich auch überfordert. Zum Beispiel bei einer Handgelenkverletzung, bei der ich einige male in den Schmerz reintrainierte oder Asymmetrien im Gesichte, woher sie kamen. Bei dem Handgelenk hatte ich stets die Sorge, dass ich bereits für Narbengewebe gesorgt haben könnte, was später zu einer eingeschränkten Funktion führen könnte.
Diese Frage werd ich nochmal einem Arzt stellen, aber im Moment schone ich es einfach noch.
Ich hab auch gelernt, solche Gedanken einfach in sogenannte ,,Gedankenschubladen" abzuladen, wo ich mir dann sage, dass ich mich um diese Probleme später kümmere, damit sie mich nicht im Alltag belasten.

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Das Buch scheint es in meiner Unibiblitothek zu geben, ich werds mir mal ausleihen, vielen Dank!

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Hallo,

Kann mich Winherby da nur anschließen. Den ersten Schritt hast du jetzt ja auch schon geschafft: Dir ist bewusst, dass deine Ängste nicht "gesund" und übertrieben sind. Du solltest dich unbedingt psychiatrisch/psychologisch behandeln lassen, falls das ganze nicht besser wird - ich nehme an du merkst selbst, dass es deine Lebensqualität einschränkt.

Abgesehen davon: Auch wenn es kein schöner Gedanke ist - das Leben ist ein Verschleißprozess. Egal wie gesund wir leben, nach und nach geht unser Körper kaputt, irreperabel, und es fängt schon als Baby an. Du musst dich damit arrangieren, und akzeptieren dass es so ist - vielleicht lässt dann auch die Angst nach.

Grüße,

FlaeD

Vielleicht sollte man lernen, damit zu leben, dass es irgendwann ohnehin vorbei sein wird .

Jeder Gang zum Arzt, jede Untersuchung gaukelt uns eigentlich doch nur die Chance auf "ewiges Leben" vor .

Sich klar zu machen, dass unser Leben immer kürzer wird, wenn wir die Zeit vor dem Computer bei google, oder beim Arzt, oder bei den Untersuchungen zuzubringen ist mMn der erste Schritt frei zu werden von Ängsten und das Leben uneingeschränkt leben zu können .

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens . LEBE!

Magenbeschwerden durch Essstörung?

Seit ein paar Jahren leide ich an einer atypischen Essstörung. Sie äußert sich durch massive Essanfälle bis es mir richtig schlecht geht (Schmerzen, Krämpfe, Durchfälle, Herzrasen, Übelkeit, starker Durst und Müdigkeit, Schlaflosigkeit) und mein restlicher Tag gelaufen ist. Es gab Phasen in denen mir das über einen längeren Zeitraum hinweg fast täglich passiert ist. Kompensieren tue ich entweder gar nicht, durch ganz viel Sport, mit drastischem Nahrungsentzug, oder Abführmitteln. Es gibt aber auch Phasen in denen ich sehr wenig esse (max 500 - 1000kcal/Tag). Besonders in den letzten Monaten hatte ich immer wieder 7-8 kg zugenommen, abgenommen, wieder zugenommen usw.

Selbst an Tagen an denen ich keine Essanfälle habe, und vom Inhalt her gesund esse, habe ich zunehmend Magenbeschwerden. Ich muss sehr häufig aufstoßen, selbst nach dem Trinken (ich trinke nur stilles Wasser) Regelmäßig kommt dabei Magensäure oder auch -Inhalt mit hoch, manchmal habe ich Sodbrennen. Letztens habe ich zu viel gegessen (allerdings war es nicht einmal ein Essanfall), woraufhin ich früh morgens von starker Übelkeit und Brechreiz aufgewacht bin und kurz darauf hatte ich einen Puls- und Blutdruckabfall und bin einfach zu Boden gestürzt. Das hat mich beängstigt. Vor Kurzem habe ich eine Speise mit Blätterteig gegessen (auch etwas zu viel), kurz danach hatte ich auch Kreislaufprobleme.

Ich bin ein sehr ängstlicher und unsicherer Mensch und ich habe Angst davor, eine schlimme Magenkrankheit zu haben und zu sterben. Ich weiß nicht, ob mein Magen durch die Essstörung einfach nur gereizt ist, oder ob daraus auch schlimme körperliche Erkrankungen entstehen können, zumal das ja schon mehrere Jahre so geht. Allerdings habe ich auch sehr große Angst vor Ärzten, weil wahrscheinlich würden die dann eine Magenspiegelung machen wollen, und davor habe ich sehr große Angst. Ich habe dann immer so ein Kopfkino, dass ich währenddessen erbrechen und ersticken könnte, vor Atemnot, oder ich mich ausversehen ungünstig Bewegung könnte, so dass ich verletzt werden könnte, oder dass die Ärzte einen Fehler machen. Vor eine Kurznarkose hätte ich allerdings ebenfalls riesige Angst, weil ich große Angst vor Kontrollverlust habe (z.T. sogar schon vorm Schlafengehen) und mich vor jeder meiner erlebten Vollnarkosen unglaublich aufgeregt hatte und sowieso in Folge einer Narkose organisch schwer krank wurde.

Aus den Gründen überlege ich schon länger zum Arzt zu gehen, habe z.T. Termine gemacht, um sie dann wieder abzusagen. Ich weiß nicht was ich machen soll und meine Ängste treiben mich in den Wahnsinn.

Über einen Rat würde ich mich freuen. Danke!

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