Termin im Schlaflabor?

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Hallo, ich persönlich war noch nicht im Schlaflabor aber eine Bekannte von mir. Sie hatte sich auch Gedanken darüber gemacht, wie es wohl mit dem Einschlafen klappt. Aber letztendlich ging es doch recht problemlos. Da würde ich mir also nicht so viele Sorgen machen.

Was Medikamente angeht könnte ich mir vorstellen, dass diese das Ergebnis womöglich verfälschen, durch tieferen Schlaf als normal oder Veränderung der Schlafphasen. Das wäre der ganzen Aktion also vielleicht eher abträglich. Ist aber nun eine Vermutung von mir, die behandelnden Ärzte wissen das bestimmt besser.

Ich war erst vor kurzem im Schlaflabor und kann dir daher berichten, wie es so abläuft. Sicher ist es von Labor zu Labor unterschiedlich, aber bei mir dauerte der Aufenthalt 2 Nächte. Ich kam am ersten Tag gegen Mittag an und wurde stationär aufgenommen und mit wurde ein Zimmer zugewiesen. Nach der Visite des Arztes hatte ich sozusagen "Freizeit" und konnte sogar, wenn ich es denn wollte, die Klinik verlassen. Am Abend gegen 20h begannen die Pfleger mit dem Verkabeln. Ich bekam sämtliche Elektroden angeklebt, an den Beinen, dem Oberkörper, im Gesicht und am Kopf. Damit werden Beinaktivität, Lungenfunktion, Herzrythmus, Puls und Hirnströme gemessen. Zusätzlich wurde mir noch ein Clip am Finger zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut sowie ein Atemschlauch für die Nase, zur Messung des Atemflusses, angelegt. Wann ich schlafen gehen wollte, konnte ich größtenteils selbst entscheiden. Spätestens gegen 11-11:30 hätten mich die Pfleger dann jedoch ins Bett geschickt. Nach dem Lichtlöschen und der Aktivierung aller Messgeräte wurde dann noch die Kamera angeschaltet, die meinen Schlaf aufzeichnen sollte und ein Mikrophon installiert, dass meine möglichen Schlafgeräusche (Schnarchen etc.) lokalisiert. Für mich persönlich war das Schlafen mit den Kabeln kein Problem. Sicherlich ist es zuerst etwas befremdlich und man muss sich erst eine gute und bequeme Schlafposition suchen. Danach gewöhnt man sich aber sehr schnell an alles, letztendlich weiß man ja auch, dass man da nun durch muss und arrangiert sich dann doch recht schnell. Spätestens dann aber in der zweiten Nacht, da kennt man dann ja schon alles. Möglicherweise ist es notwendig, in der zweiten Nacht noch zusätzliche Geräte zur Überwachung bekommen zu müssen (eine Atemhilfe beispielsweise, wenn man in der ersten Nacht Probleme mit der Atmung hatte). Das ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich und wird nach der Auswertung der ersten Nacht beschlossen. Ganz am Ende des Aufenthaltes erhält man dann eine detaillierte Auswertung und es wird einem erläutert, ob und wie nun weiter vorgegangen werden muss. Was die Schlaftabletten betrifft, würde ich eher sagen, dass dies nicht erwünscht ist, da die Ärzte ja den realen Schlaf sehen wollen, ohne eine medikamentöse Beeinflussung, aber da muss man sich wohl im Vorfeld einmal beim behandelnden Arzt im Labor erkundigen. Generell kann ich nur jedem, der unter Schlafproblemen welcher Art auch immer leidet, raten, ein Schlaflabor zu kontaktieren und sich nicht zu scheuen, dort die nötige Anzahl an Nächten zu verbringen. Man lernt doch sehr viel über das eigene Schlafverhalten und bekommt gute Methoden aufgezeigt, die Schlafqualität und somit auch die Lebensqualität zu verbessern. Angst vor dem Labor braucht man nicht zu haben, auch wenn der Begriff "Labor" sehr klinisch und wenig attraktiv erscheint. In der Realität sieht es doch deutlich anders aus, die Zimmer waren sehr wohnlich und haben auf mich nicht den Eindruck eines sterilen "Labors" gemacht. Also keine Sorge! Man fühlt sich nachher wirklich viel besser, weil man einfach aufgeklärter als zuvor ist und mehr über sich und sein körperliches Verhalten erfahren durfte.

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