Suizidankündigung - Sollte ich eingreifen?

8 Antworten

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Diese Frau bürdet Dir eine Last auf, die Du weder tragen kannst, noch mußt. Bei einem Psychotherapeuten ist sie in der einzig möglichen Behandlung (außer noch stationär). Das Versprechen, was sie Dir abgenommen hat, kannst Du vergessen. Der Einzige, dem du aber sagen könntest, daß sie ständig von Suizid redet, wäre der behandelnde Psychologe. Solltest Du also seine Adresse haben, hab keine Scheu, ihn anzurufen und ihm diese Information zu geben. Ansonsten versuch', die Adresse rauszubekommen. Er würde mit Dir darüber nicht reden, und Du solltest Dich auch darauf beschränken, ihm zu sagen: "Sie hat mir das und das gesagt; und das wollte ich ihnen mitteilen, weil es mich belastet". Du könntest bei ihm auch absolut sicher sein, daß er ihr das nicht erzählen würde. Andere Stellen zu informieren, wäre sinnlos. Es geht nur darum, daß Du Dich von den Sorgen befreist, die sie Dir aufgebürdet hat. Falls alles, was ich geschrieben habe, nicht realisierbar ist, rate ich Dir, der Bekannten deutlich zu sagen, daß Du das nicht mehr hören möchtest, weil es Dich belastet. Im Extremfall würde ich sogar den Kontakt abbrechen und ihr sagen, daß ich ihn gerne wieder aufnehme, wenn sie sich aus ihrer Situation befreit hat. Noch nebenbei: Ich habe so einen Fall vor vielen Jahren auch am Rande miterlebt. Die junge Frau hat den Tod ihres Mannes nie verwunden und hat nach über einem Jahr Selbstmord begangen. Da war durch nichts und niemanden zu verhindern.

Ich finde, das ist eine sehr gute Antwort, mit der Polizei zu kommen oder ähnliches, würde der Frau keinesfalls helfen und diese würde ganz bestimmt auch nicht einscheiten, BEVOR etwas passiert ist. In manchen Fällen kann man auch einen Suizid nicht verhindern, aber Du kannst es genau so versuchen wie Dir Kreuzkampus geschrieben hat und lass Dir nicht eine fremde Last aufbürden an der Du dann selbst zerbrechen könntest.

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@alegna796

@alegna796: Danke, mehr kann ich grad nicht sagen...

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@kreuzkampus: Oh danke, das ist ein sehr guter Tipp. Leider kenne ich den Namen des Psychologen nicht. Aber ich weiß, in welchen Ort er seine Praxis hat. Und da dieser Ort nicht besonders groß ist, müßte es möglich sein, seine Adresse rauszubekommen. Wenn ich Glück habe ist er sogar der einzig praktizierende Psychologe in diesem Ort. Meiner wirklich sehr guten Bekannten habe ich schon gesagt, daß ich mich zu diesem Thema nicht äußere und davon auch nichts hören will. Auch den Kontakt hatte ich für einige Wochen aus diesem Grund abgebrochen. Habe den Kontakt aber wieder aufgenommen, weil mir das alles so leid tut was ihr passiert und sie keinerlei Angehörige mehr hat. Gruß polar66

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@polar66

Dann will ich nochmal präzisieren, wie ich mir ein Telefonat mit dem Therapeuten, der Dir nicht mal ansatzweise zu erkennen geben darf, daß diese Frau seine Patientin ist, vorstelle: Du sagst ihm, daß Du weißt, daß die Frau seine Patientin ist und daß Du auch weißt, daß er mit Dir nicht über sie reden darf. Dir selbst sei es aber wichtig, ihm folgendes mitzuteilen:......... Dieses Gespräch wird dann mit einem freundlichen Abschied enden; mehr nicht. Ich erkläre das so detailliert, weil ich dieses Ritual aus früheren Gesprächen mit meinem Hausarzt kenne, der auch meine (außereheliche) Tochter als Patientin hatte. Er sagte mir anfangs ganz klar, daß er mir nichts über sie sagen dürfe. Und ich habe ihm gesagt, daß ich ihm aber alles berichten dürfe, was ich über den Gesundheitszustand meiner Tochter erfahre. Das hat dann uns Dreien was gebracht. Du verstehst jetzt, wie ich es meine? Das ist eine ganz sensible Angelegenheit aus Sicht eines Therapeuten/Arztes.

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@kreuzkampus

@kreuzkampus: Ich habe verstanden...danke dir.

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Polar, ich denke mal, das du nicht viel machen kannst, außer für deine Bekannte immer da zu sein und ihr aufmerksam zuzuhören. ermutige sie immer viel und oft über ihre Probleme zu sprechen, denn sie hat ja Vertrauen zu dir, viel sprechen hilft der Seele. Wie schon geschrieben wurde, könntest du dir einige Tipps und Hilfe bei der Telefonseelsorge holen.

Wenn ich Probleme habe, die meiner Seele schaden könnten, spreche ich sehr viel darüber, egal ob es jemand hören will oder nicht, mir hilft es aber, also motiviere deine Bekannte es auch zu machen.

Ich würde auch versuchen sie zu überzeugen in eine Klinik zu gehen, dies muss ja keine geschlossene Einrichtung sein, denn offensichtlich kann ein einfacher Therapeut ihr mit ihren Problemen ja nicht weiterhelfen.

Hallo polar, es gibt keine offiziellen Stellen, wo man solche ein Problem melden könnte. Wie stellst Du Dir das denn vor? Soll Deine Bekannte in polizeilichen Gewahrsam? Solche Probleme kann man nicht einfach auf den Staat - sprich Behörde - abwälzen. Ich finde es natürlich positiv, dass Du Dir hier so viele Gedanken machst, aber der einzige Weg hier zu helfen, ist mit der Frau zu sprechen und evtl. anzubieten, sie mal zum Therapeuten zu begleiten. Selbst mit dem zuständigen Arzt kannst Du nicht so ohne weiteres sprechen, da er seiner Schweigepflicht unterliegt. Du kannst Deine Bekannte allerdings, wenn sie das will, zum Arzt begleiten. Alles Gute Gerda

@gerdavh: Natürlich meine ich keinen "polizeilichen Gewahrsam". Doch wenn die Polizei über Suizidankündigungen informiert wird, so ist es Aufgabe der Polizei sich vor Ort ein Bild zu machen, ob diese Angaben auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Und dann entscheidet die Polizei, ob sofort ein Krankenwagen gerufen wird, der die Person in eine psychiatrische Klinik bringt. I.d.R. passiert das dann mit sofortigem richterlichem Beschluss, wenn der Patient sich weigert, sich freiwillig einweisen zu lassen. LG

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@polar66

Hallo, tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist doch völliger Unsinn. Selbst wenn das so wäre, glaubst Du wirklich, der Frau wäre damit gedient, wenn sie zwangsweise in eine Psychiatrie eingewiesen wird. Es ist so, wie alle anderen schreiben. Helfen kann hier nur ein guter Therapeut und vor allem menschliche Zuwendung. Wenn Menschen immer wieder über Selbstmordgedanken sprechen, ist das ein Hilferuf, der zeigt, dass sie niemanden haben, mit dem sie ihre Sorgen teilen können. Ich erkenne durchaus an, dass Du Dich hier so kümmerst und es belastet Dich ja auch ganz offensichtlich. Wenn Du das nicht mehr erträgst, bleibt nur der Weg, den rulamann und kreuzkampus beschrieben haben. Und sollte es wirklich zum Suizid kommen, musst Du Dir hier keine Vorwürfe machen. Wenn jemand wirklich sterben möchte, kannst Du das nicht verhindern. Gerda

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@polar66

Man stelle sich einmal vor die Polizei kommt und fragt Deine Bekannte. Sie wird doch kaum sagen ja ich habe Suizidabsichten .... Wenn Deine Bekannte oder... steif und fest behauptet nein ich habe absolut keine Absichten einen Suizid zu begehen was dann... Einne richterlichne Beschluss bekommt man nur wenn es bereits einen Versuch gab und dies auch so festgestellt worden ist.

Sonst könnte man ja Jeden einsperren lassen dessen Nase einem nicht gefällt, ähnlich wie den Gustl Mollath! Ob wir so etwas wollen oder ob man der Frau doch eher über den Arzt bzw. Therapeuten helfen sollten darüber wurde hier schon genug geschrieben!

Wenn ich mit einer Bekannten über so etwas sprechen würde dann schon in der Hoffnung das sie es sich nicht so einfach macht und schlicht die 110 anruft!

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@gerdavh

@gerdavh: Meine Gedanken gehen halt in die Richtung, dass mit einem, zur Not zwangsweisen, Aufenthalt in der Psychiatrie Zeit gewonnen werden könnte. Zeit, in der sie Luft holen könnte. Zeit, um nachzudenken und um sie daran zu erinnern, dass sie noch eine anderthalbjährige Tochter hat. Diese bleibt im Falle eines Falles völlig allein zurück ohne irgendwelche Angehörigen. Und ich könnte mir selbst wenigstens sagen: Ich habs versucht...:( Ich danke dir für deine Worte. LG

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@StephanZehnt

@StephanZehnt: Ja, du hast schon recht. Doch ich weiß, dass meine Bekannte den Fragen und Blicken der Polizisten nicht standhalten könnte. Dazu ist sie z.Z. viel zu labil. Und was den richterlichen Beschluss angeht: Ich habe es schon sehr oft anders erlebt. Es gibt Beschlüsse ohne einen Suizidversuch - nur aufgrund einer Ankündigung nachdem der Richter sich ein Bild gemacht hat. Und ein Richter kommt nicht umsonst. Ist er erst einmal in der Klinik, gibt's immer einen Beschluss. Ich hab's noch nie anders erlebt. Es gibt auch 24-Stunden-Beschlüsse. Ich war selbst schon mehrfach wg. Depressionen in stationärer Behandlung und kenne das ganze Repertoire an tragischen Geschichten...die ganze Tragik, die sich auf einer psychiatrischen Akutstation abspielt. Leider. Und ich danke dir für deine Worte. LG von polar66

Nur so am Rande: Den Fall des Gustl Mollath habe ich auch verfolgt.

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Hallo! Ich schliesse mich der Antwort von "rulamann" an und kann dir auch nur den Rat geben, dich an die Telefonseelsorge zu wenden. Dort sind die Menschen sehr vertraut mit ähnlichen Situationen und können dir diesbezüglich sicherlich auch einen Rat geben, was man in der Situation am besten machen kann.

Ich finde es auch sehr gut, dass du dir Gedanken machst, denn man ist schliesslich nicht alleine auf der Welt und das Bedürfnis, einer anderen Person zu helfen ist ganz natürlich. Gar nichts zu machen wäre nicht nur der falsche Weg, sondern wenn diese Frau wirklich Suizid begehen würde und du hättest nicht gemacht, würdest du dir ständig Vorwürfe machen, da du es ja gewusst hast.

Natürlich wäre das Beste, wenn diese Frau direkt bei der christlichen Telefonseelsorge anrufen würde, vielleicht kannst du sie ja dazu bringen. Du kannst ja erst einmal hören, was die Menschen dort sagen. Alles Gute und viel Erfolg!

@elliellen: Danke für deine Antwort. LG

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