Stimmt es, dass Menschen nach einer Herz-OP psychisch verändert auch agressiver sind?

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5 Antworten

Während eine Herz-OP ist man viele Stunden an der Herz-Lungenmaschine angeschlossen, die die Funktion des Herzens übernimmt d.h. das Gehirn schüttet Stoffe aus, die "tot" bedeuten.Wenn das Herz dann seine eigene Arbeit wieder aufnimmt,braucht das Gehirn eine Weile, um sich wieder umzustellen und löst das oft auch - natürlich mit der ohnehin sonstigen großen psychischen Belastung einer Herz-OP - seelische Veränderungen aus

Hallo Rosenrot,

mir persönlich ist ein solcher Fall im eigenen Verwandtenkreis bekannt;

ich kenne aber sonst nur Fälle, wo die Herzoperation nach längere Zeit bestehen bleibenden psychischen (und auch körperlichen) Problemen letztendlich ohne Schaden überwunden werden konnte.....

Fazit: Solche "Ergebnisse" sind wohl sehr, sehr selten (psychische Dauerveränderung und verstärkte anhaltende Aggression).

Liebe Grüße, Alois

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit der Operation ans sich zusammenhängt. Eher könnte vielleicht ein Medikament das er bekommt, dabei eine Rolle spielen. Das ist aber nur eine Vermutung. Ganz wichtig ist, dass du mit deinem Freund über deinen Eindruck sprichst und ihr gemeinsam, evtl. auch mit einem Arzt, nach der Ursache und einer Lösung sucht.Mache ihn darauf aufmerksam, so dass ihm sein Verhalten auch bewusst wird.

Das hängt nicht unbedingt mit der Operation zusammen, sondern mit der Erfahrung, die er gemacht hat. Eine Herz-OP ist nun mal kein Pappenstiel. Man beginnt, sein bisheriges Leben zu überdenken und wie es in Zukunft weiter gehen soll. Da kann es schon zu Aggressionen kommen, aber auch zum Gegenteil.

Ein Krankenhausaufenthalt mit einer Operation stellt für die meisten Patienten eine Belastung dar.

Besonders Herzoperationen werden von vielen Patienten als ein sehr bedrohliches Ereignis erlebt.

Das Herz hat aufgrund seiner zentralen Funktion im Körper und seiner emotionalen Bedeutung eine besondere Stellung unter den Organen, und häufig zwingen Herzoperationen den Betroffenen zur gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Tod.

Vor und nach der Herzoperation können Reaktionen wie Angst, Depression, Verzweiflung und Gefühle der Machtlosigkeit auftreten, wobei v. a. die Angst die dominierende Emotion in der präoperativen Zeit darstellt.

Zahlreiche aktuelle Studien weisen auf die hohe Prävalenz von Angst und Depression vor und nach Herzoperation hin (vgl. z. B. Duits, 1998, und den Übersichtsartikel von Pignay-Demaria, 2003).

In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass eine starke Depression nach einer Bypassoperation die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von "nonfatal cardiac events", wie z. B. Herzrhythmusstörungen, Angina und Herzinfarkt, sechs bzw. zwölf Monate nach der Operation erhöht (Scheier et al., 1999; Connerney et al., 2001, S. 1769).

Neben Angst und Depression werden in der Literatur weitere psychologische Prädiktoren des (kurz- und langfristigen) Operationsergebnisses genannt.

(ausführlich mit Therapiemgöichkeiten unter:

http://www.dhm.mhn.de/ww/de/pub/dhm/kliniken_und_institute/herz_und_gefaesschirurgie/funktionsbereiche/psych_unterstuetzung.htm)

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