Hemmt Sport im Untergewicht den Stoffwechsel?

4 Antworten

Was Du meinst ist der Hungerstoffwechsel, da scheinst Du drin zu sein aus exakt dem Grunde, den Du umschreibst.

Um diesen Hungerstoffwechsel abzustellen solltest Du Deinem Körper einerseits zeigen, dass dieser Hungerstoffwechsel unnötig ist, indem Du ausreichend isst und zwar qualitativ hochwertige Nahrung, besonders Fett und Eiweis sind da ganz wichtig. Die Kohlenhydrate produzieren letztendlich nur Schwabbelfett, - besonders das Fiszeralfett im Bauchraum -, daher würde ich mich an Deiner Stelle bei den "kastrierten" Kohlenhydraten zurückhalten. Also wenig Zeug essen in dem viel Mehl und viel Zucker drin ist. Also alles Gebackene wie Kuchen, Weißbrot, Brötchen, Teilchen, Pizza, aber auch Nudeln, usw.. In Speisen natürlich enthaltene und langkettige Kohlenhydrate lassen den Zuckerspiegel im Blut nicht so rasch hochschnellen, daher statt Mischbrot besser Vollkornbrot und Kartoffeln als KH-Quelle auswählen.

Andererseits ist ein Ausdauersport eine gute Möglichkeit den Stoffwechsel zu erhöhen, besonders der Fettstoffwechsel wird ab ca. 30 Min. Ausdauersport angekurbelt.

Aaaaaber: Da Du aber noch im Untergewicht bist, ist da ja noch kein "Brennmaterial" zum Fettverbrennen. Doch Du "befiehlst" durch Ausdauersport Deinem Körper, er solle Fett verbrennen. Dies ist eine Diskrepanz, die der Körper mit Hungerstoffwechsel zu beantworten versucht.

Er versucht also ganz verzweifelt aus dem (bescheidenen?) Nahrungsangebot das auch allerallerletzte Quäntchen Brennmaterial herauszuquetschen, weil er "Angst hat", dass er bald wieder Fett verbrennen soll (wo keins ist). Daher solltest Du mMn solange ausschließlich Kraftsport betreiben, bis Du im oberen Bereich des Idealgewichtfensters angekommen bist.

Durch das Muskeltraining nimmst Du an Muskelmasse und dadurch an Gewicht zu, denn unsere Muskeln besitzen ein rel. hohes spezifisches Gewicht. Wenn Du nun zunimmst, liegt es also an den wachsenden Muskeln, nicht an vermehrter Fettansammlung, - wie Dein Kopf wohl befürchtet. Falls Du noch jung bist, kann auch ein Wachstumsschub an rascher gewichtszunahme beteiligt sein. Denn die Körper- "Länge" bringt auch Gewicht auf die Waage, nicht nur seine Dicke.

Zusammenfassung: Biete Deinem Körper nicht nur kleine Portionen an und das mit geichzeitigem Ausdauersport, sondern biete ihm ausreichend hochwertige Nahrung an, Fett, Eiweis und langkettige KH. Zwing den Körper nicht zur Fettverbrennung, solange Du kein Fett als Brennmaterial hast. Und so lange, wie Du noch im Untergewicht bist, schadet es Deinem Körper auch nicht, wenn Du pro Woche 1,5 Kg zunimmst, er freut sich darüber. Du musst ehre an Deinem Kopf, an Deiner Einstellung zu Deinem Körper arbeiten, dann wird alles gut.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Vielen Dank! Ich kann mir momentan nicht so aussuchen, was ich esse, da ich genau wegen dem Untergewicht gerade nach dem Esse, was mir sozusagen vom "Catering" vorgesetzt wird - da stehen morgens Brötchen auf dem Plan und auch viel Nudeln etc. Allerdings stimmt es, dass ich noch kleine Portionen zu mir nehme, außer morgens. Und dann eben hauptsächlich Ausdauersport (tanzen, laufen,...) Und Muskeln haben sich glaube ich noch keine Aufgebaut. Naja, zu der Gewichtszunahme: Sogar meine Ärztin hat gesagt, dass das nicht ganz normal sein kann, rein von der Kalorienmenge aus gesehen. Das macht mir schon etwas sorgen, vor allem weil ich eben keinen Schwabbel will sondern einen definierten Körper wenn er dann im Normalgewicht ist.
Wäre dann Yoga und spazierengehen gut?

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@walkingbee

Ich hab natürlich kein Wissen wie/wo/warum Du dort wohnst, wo Du wohnst. Aber Du solltest den Catering, - bei uns früher war das immer "die Küche" -, mal auf Dein Problem aufmerksam machen, verbunden mit der Bitte um KH-ärmere Speisen. Die könnten Dir morgend z. B. Ein Eieromelette zubereiten. Dazu zwei Scheiben Schwarzbrot mit Käse. Schau Dich mal auf diesen Seiten um, da gibts es kostenlos einige Rezepte die KH-arm sind, da sollte auch was für Dein Frühstück beisein. https://www.paleo360.de/?s=Fr%C3%BChst%C3%BCck

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Ich habe mal gelesen, dass mehr-essen alleine nicht reicht um zuzunehmen. Man muss sich auch körperlich etwas fordern damit der Körper Muskeln aufbaut. Die zusätzliche Muskelmasse trägt wesentlich zur Gewichtszunahme bei. Außerdem ist Muskelaufbau für die Gesundheit viel besser als Fettpolster anzusetzen. Ausdauersport fühlt sich für mich auch besser an als kurzzeitige Kraftübungen. (Ich mache tgl. 20 Liegestütze, das reicht mir an Kraftübung, und bringt sichtbar und fühlbar etwas.) Deine Beschreibung liest sich als wenn du auf einem guten Weg bist.

Ich verstehe nicht warum du mit der guten Nahrungsverwertung deines Körpers unzufrieden bist. Es ist doch gut wenn man nicht so viel Futter braucht um ein gesundes Gewicht zu halten. Und 1,5 Kg pro Woche Zunahme finde ich nicht viel. Du hast es doch noch nötig. Ich würde es gut finden.
Wenn du mehr essen willst ohne zuzunehmen, erhöhe den Gemüseanteil, 600 g pro Tag sollten es mindestens sein. Gerne darf es mehr sein. Je gesunder man sein möchte, umso mehr ist nötig, vor allem Rohkost. Obst hat auch nicht viel Kalorien, macht aber evt. Darmprobleme und hat viel Fruchtzucker. Der hohe Fruchtzuckergehalt der modernen Kulturobstsorten ist gesundheitlich problematisch. Gemüse kann man gerne 1 Kilo essen, das schadet nicht, - im Gegenteil!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ernährung kann Krankheiten heilen

Ich lebe momentan nach einem festgesetzten und geregelten "Plan", was das Essen angeht - sprich es wird mehr oder weniger kontrolliert, was ich zu mir nehme. Zwischen den Mahlzeiten herrscht "Verbot" und meine Ansprechpartner diesbezüglich meinten, dass diese Gewichtszunahme bei der Kalorienmenge unnormal ist. Mein Stoffwechsel ist also wirklich im tiefsten Keller. Und dann ist es eben frustrierend, wenn man eigentlich gerne mehr essen würde, aber dann Angst vor noch schnellerer oder sprunghafterer Zunahme hat. Sollte ich dann das Krafttraining beibehalten oder steigern? Und wie viel am Tag/die Woche?

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@walkingbee

Wenn ich mal etwas Ehrliches schreiben darf: Ich bin auch psychologisch geschult. Was ich von dir lese erweckt bei mir den Eindruck, dass dir vom Menschsein etwas Wesentliches abhanden gekommen ist. In gewisser Weise wirkt es so als ob du dich wie eine Maschine betrachtest, die in ganz bestimmter Weise funktionieren muss.
Welche Bedeutung haben deine Gefühle für dich? Was ist mit deinen Vorlieben und Abneigungen, deiner Lust und Laune, deinem Spaß und deiner Freude beim Essen, beim Sport und überhaupt?
In meiner Brust engt sich etwas ein wenn ich dir Verhaltensvorgaben schreiben sollte. Stattdessen möchte ich fragen: "Was isst du gerne? Fühlst du was dir gut tut? Machst du gerne deinen Sport? Fühlst du dich gut dabei und danach? Lässt du es manchmal auch ausfallen weil du lieber etwas anderes machen möchtest?
Und wie stehen deine Ansprechpartner zu solchen Fragen und deinen Antworten darauf? Interessiert die so etwas überhaupt? Oder wollen die bloß, dass du "richtig funktionierst"? Lass' dich als fühlender Mensch nicht entwürdigen!
Und wenn du mehr als geplant zunimmst, ist doch egal. Wenn du das stoppen kannst bevor 20 Kilo Übergewicht daraus werden, ist das unbedenklich. Vorausgesetzt, die Ernährung ist gesundheitsbewusst, d. h. vollwertig, viel Gemüse, ggf. etwas Obst usw.
Und ich wiederhole mich nochmal: Gemüse kannst du kiloweise essen ohne zuzunehmen. Dein Problem mit dem unerfüllten Wunsch nach "mehr essen" sollte damit gelöst sein.

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@Reigel

Ja, ein wenig kann das sein, mit der Maschine. Bin mit meinem Körper nicht mehr ganz im Einklang. Die wirkliche Freude am Essen habe ich etwas verloren, vor lauter äußeren Einflüssen (dies ist schlecht, jenes ist schlecht, das besser weglassen, usw..) Ähnlich mit dem Sport. An sich bewege ich mich gerne, aber inzwischen ist der Fokus auch beim Sport etwas falsch ausgerichtet. Zunehmen fällt eben gedanklich schwer und durch das Essen von viel Gemüse und Obst bin ich erst im Untergewicht gelandet.

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@walkingbee

Viel Gemüse und Obst bewirkt kein Untergewicht. Die Ursache für Gewichtsprobleme ist psychisch bedingt.
Es scheint, dass du von einem Extrem ins andere fällst. Früher viel gesunde Mikronährstoffe, aber zu wenig Makronährstoffe. Jetzt kehrst du es gerade um, das macht auch krank. Es scheint, dass das Grundproblem, das sich u. a. in einer Essstörung zeigt, immer noch besteht.
Ich bin selbst auch ein Betroffener. Aufgrund dessen weiß ich wie es ist, "im Kopf" zu leben mit emotionalen Blockaden. Meine Essstörung ist inzwischen viel weniger schlimm als sie mal war, weil ich gelernt habe mehr Gefühle zuzulassen. Ich habe viel Erfahrung mit Psychotherapien, und wenn du möchtest können wir uns darüber austauschen.

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Ich kenne deinen Körper nicht, ich weiß aber, dass die Untergewichtigen in meiner Schule bei mir mitgelaufen sind, es waren zum Schluss fast 80 Schüler, und dass sie besser zugenommen haben. Du musst aber auch mehr essen, als dein Grundumsatz plus Bewegungszuschlag. Bewegung ist auch für deine Darmfunktion sehr wichtig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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