Sollten angstlösende Medikamente immer mit eine Psychotherapie einhergehen?

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6 Antworten

Ich verwende gerne folgende Analogie: Wenn Du ein Bein verletzt hast bekommst Du Krücken. Die Krücken ermöglichen es Dir, Dich trotz der Verletzung zu bewegen, was die Belastung verringert, Heilung möglich macht und Dich weniger leiden lässt.

Die Psychopharmaka sind wie die Krücken, die Psychotherapie ist wie die Krankengymnastik, das Sich-Bewegen und das hinterher wieder frei laufen lernen.

Kein Mensch würde jemals sagen, er habe ja jetzt Krücken, da brauche er den Rest nicht mehr, er könne ja von jetzt an immer auf Krücken laufen. Die Muskeln würden verkümmern, das Bein würde nie heilen. Mit Psychopharmaka macht man das aber immer wieder so, auch und gerade Ärzte.

Also nimm die Krücken, falls Dein Arzt das empfiehlt UND er Dich davon überzeugen kann, daß Du sie brauchst und vergiß die Krankengymnastik und die regelmäßige Bewegung nicht.

Angststörungen sollten eigentlich grundsätzliche zunächst mit Psychotherapie behandelt werden. Das ist der erste Schritt. Wenn es erforderlich ist, sollten die Ängste zusätzlich zu der Psychotherapie noch mit Medikamenten unterstützt werden. Die Betonung sollte auf Unterstützung sein!

Angstlösende Medikament wie Anxiolytika, sind verschreibungspflichtig und man erhält sie somit also nur zusammen mit ärztlicher Überwachung. Ob eine begleitende Therapie notwendig ist, entscheidet der Arzt anhand der Fakten. Auf jeden Fall kann man solche Medikamente nicht ohne ärztliche Begleitung einnehmen, denn sie machen auf Dauer abhängig und die Dosierung muss sehr genau stimmen um einen Missbrauch zu verhindern. Meistens ist es sinnvoll bei Angsterkrankungen eine Verhaltenstherapie zu machen. Medikamente begleiten dann die Therapie.

Ein Psychotherapeut, der sein Geschäft versteht, wird wirklich nur im "Notfall" angstlösende Medikamente einsetzen, da er bei einem Patienten unter Medikamenten nur unter sehr erschwerten Bedingungen an die Wurzel des Übels herankommen kann.

Ich würde dem Therapeuten vertrauen. Der macht sich ein Bild von Dir und kann dann am besten beurteilen, was Du brauchst.Auf keinen Fall Selbstmedikation. Die Auswirkungen und Nebenwirkungen können vollig kontraproduktiv sein. Alles Gute! M.

also gefährlich ist es nicht. aber wenn es bei dir ganz schlimm ist, dann mach ne therapie

Lena101 26.09.2009, 12:59

Es IST gefährlich.

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