Sind medizinische Gutachter neutral ?

3 Antworten

Hallo! Ich kann deine Bedenken sehr gut verstehen. Ich selber musste auch schon zu mehreren Begutachtungen auf verschiedenen Fachgebieten (wegen einer Unfallfolge), u.a. Orthopäde, Neurologe und auch Psychiater.

Gerade bei dem GA beim Psychiater war ich auch sehr skeptisch, zumal bei mir eine psychische Belastung die Folgen der Unfallfolgen sind und keine Ursache (was die Gegenseite immer behauptet). Einige Wochen vor diesem Termin war ich bei einer Psychotherapeutin gewesen und hatte mit ihr einige Gespräche, nach denen sie aber der Meinung war, dass eine Psychotherapie bei mir zur Zeit nicht notwendig sei. Der Gutachter hat mich einmal für ca. 2 Std. gesehen und war gleich der Meinung, dass ich ein rein psychisches Problem hätte aber keinerlei körperliche Schädigung (dies hatten andere Gutachter so geschrieben, obwohl ich stichhaltige Arztberichte über die Verletzungen habe) und er hat sofort eine mehrwöchige psychosomatische Reha empfohlen. Er meinte, er könne das nach so einem Gutachten besser beurteilen als die Therapeutin (bei der ich aber mehrere Termine hatte), schließlich hätte er ja auch die kompletten Akten zu meinem Fall gelesen.

Du hast normalerweise immer das Recht, das Gutachten einzusehen. In welchem Zusammenhang soll das denn erstellt werden? Entweder bekommst du es sowieso zugeschickt (ist bei mir immer so) oder du kannst es über deinen Hausarzt oder einen Anwalt einfordern.

Noch ein Tipp: Nimm zu dem Gutachten auf jeden Fall auch eine Begleitperson deines Vertrauens mit. Denn ich weiß nicht, ob der GA es zulassen wird, dass du mitschreibst (alles wortwörtlich zu notieren ist ohnehin schwierig). Wenn du aber eine Begleitung hast, dann hast du später bei eventuell auseinandergehenden Meinungen einen Zeugen. Und vielleicht kann sich deine Begleitung ja Stichpunkte machen, das ist besser, als wenn du das selber machst. Auf jeden Fall solltest du sofort nach der Begutachtung auch ein Gedächtnisprotokoll schreiben. Leider sind nicht alle Gutachter damit einverstanden, wenn eine zweite Person mitkommt. Aber bestehe darauf! Du hast ein Recht darauf! Ich habe mal den Fehler gemacht, dass ich alleine zu einem Gutachter rein bin. Der hat eine Untersuchung so falsch ausgeführt, dass es mir danach 3 Monate schlecht ging. Ich konnte ihm aber nichts beweisen, da Aussage gegen Aussage stand. Und wem glaubt man da wohl eher...?

Ich wünsche dir alles Gute!!!

Sinn und Zweck von Gutachten ist, dass sie neutral sind. Leider kenne ich die Pflegegutachten, die gemacht werden, um ältere und erkrankte Personen in die Pflegestufen einzugruppieren. Du solltest die Fragen ehrlich und aufrichtig beantworten. Vielleicht bietet es sich an, einen Freund mit zu nehmen, der das Gespräch für dich protokolliert oder einfach nur dabei sitzt. Ansonsten kannst du auch fragen, ob es möglich ist, alles mit einem Diktiergerät aufzuzeichnen.

Gutachter arbeiten immer für bestimmte Stellen, vielleicht ist es auch möglich, dass du dir selbst einen Gutachter suchst, wenn du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist. Vorher macht das allerdings nur wenig Sinn, da so etwas immer hohe Kosten mit sich zieht.

Alles Gute!

ein guter gutachter wird lange mit dir spredchen und evtl mit verwandten/angehörigen. außerdem wird er sich bisherige akten und dokumente ansehen. zusätzlich kann er einige tests durchführen und somit deine situation und deinen fall von außen und neutral beurteilen. selbstverständlich ist jeder gutachter unterschiedlich gut und gründlich und es geht selbstverständlich auch um die zu begutachtende fragestellung. man kann aber spätestens über den hausarzt einen einblick in das gutachten bekommen und auch widerspruch einlegen. du wirst deine bisherige medizinische diagnose kennen und wissen was er dich fragen wird, du kannst dich vorbereiten. es geht dabei stets immer ua auch um die alltagskompetenz im lebensallatag, wohnen, arbeiten, beziehung, denken, fühlen und handeln. wa s kannst du wann und was kannst du wann nicht und was könntest du unter bestimmten bedingungen vebessern. bei bipolar gestörten personen ist z.b. ein regelmäßiger tagesrhythmus wichtig und eine regelmäßige einnahme der med zur phasenprophylaxe usw sowie eine gutes stressmanagement. dann können sie oft noch sehr gut eigenverantwortlich leben und arbeiten. geht es um eine risikoeinschätzung z.B. von selbst- und fremdgefährdung wird die gelebt vergangenheit zeigen, wie du deine gefühle und gedanken regulieren und steuern kannst und was du bislang für eine ausgegliche psychodynamik sowie angemessenes handeln unternommen hast.

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Ich kenne meine Diagnose. Verstehen tu ich sie aber nicht. Ist mir zu kompliziert. Eine psychische Erkrankung ist für mich nicht greifbar. Darf ich denn beim Gutachter ein Gesprächsprotokoll mitführen? Die Zeit die ich zum schreiben brauche muss er sich da leider nehmen, denn vorher werde ich nicht antworten. Möchte Wort für Wort dokumentieren. Mein Vertrauen wurde leider schon oft missbraucht. Traue keinem Fremden mehr.

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