Schmerzen nach einrenken wie vorher?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

meine Schulter und mein Rücken fühlen sich die ganze Zeit an, als müssten sie knacken, so wie gestern.

Das klingt ganz nach einem oder mehreren verspannten Muskeln. Ja, und es "knackt" tatsächlich, aber das sind keine "verrenkten Gelenke", die da knacken. Die bisherigen Aktionen seit Januar haben dafür gesorgt, dass sich da Muskeln entspannen. Die glauben bei dir aber noch nicht, dass sie das einfach nur tun müssen. 

Wenn du wieder deine bestimmte "Schonhaltung" einnimmst, verspannen sich genau die selben Muskeln wieder aufs neue. Es müsste also nicht noch einmal knacken, sondern die Muskeln haben sich wieder falsch angespannt, und lassen von alleine nicht locker. Kommt dann noch Zugluft dazu, geht man vor Schmerzen die Wände hoch. Ein Hexenschuss ist übrigens auch nichts anderes. 

Ich mache dann folgendes: Einen größeren Pappkarton (oder etwas ähnliches) ins Bett stellen. Ganz flach, ohne Kissen unter dem Kopf, mit den Schultern auf ein Heizkissen und die Waden angewinkelt auf den Karton legen, und dann komplett bis zum Kinn zudecken. 

So liegen bleiben bis der Rücken ganz durchgewärmt ist. Wenn es ganz schlimm ist, nehme ich vorher auch noch ein Schmerzmittel. 

Ist der Schultergürtel gut durchgeheizt, einen dicken Rollkragenpullover vielleicht noch eine Weste anziehen, damit die Muskeln möglichst lange warm bleiben. Und auf jeden Fall Zugluft vermeiden!

Dann mache ich ein ausgiebiges Schultertraining. So können die Muskeln alle gut gestreckt und gedehnt werden. Falls nötig kann man die Prozedur einfach wiederholen. 

Apropos Schonhaltung: Ohne Flax, der Mensch ist tatsächlich für die Napoleon-Haltung gebaut! Eigentlich sollten wir dabei ja keine Schmerzen haben, aaaber wir halten das immer für "zu anstrengend" oder "nicht bequem genug"; das stimmt aber gar nicht.

Bei einem Rundrücken z.B. hält man die Schultern nach vorn und den Kopf eingezogen. Das ist zuerst nur eine Fehlhaltung. Behält man diese Haltung aber als "normal" bei, so wächst man dann in diese Haltung hinein. Jedes Gewicht wird dann falsch gehoben, jede Drehung wird falsch ausgeführt, und jeder Muskel wird sich dabei verspannen. 

Keine Panik, das lässt sich auch wieder rückgängig machen, ist nur mühsam und dauert etwas und erfordert Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, denn man bekommt im ganzen Leben keinen neuen Rücken; ist von der Natur einfach nicht vorgesehen. Man muss sich selbst bzw. dem Körper seine optimale Haltung "wieder angewöhnen".

Kopf aus den Schultern ziehen, Kinn hoch, Blick an den Horizont. Hände so halten, dass die Daumen nach außen zeigen, Becken nach vorn kippen. 

Das klappt am besten, wenn du dich erst einmal mit den Fersen dicht an einen Pfosten oder Türrahmen stellst. So kann man das am besten erst einmal üben. 

Diese Haltung ist optimal, weil die Schultern die richtige Stellung haben und die Wirbelsäule in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung in sich ruhen kann. Das sieht nicht nur selbstbewusster aus, wirkt sich auch so aus. Der Blick ist frei, die Lunge hat Platz, die Organe werden nicht eingequetscht. 

Immer wieder daran denken und Napoleon-Haltung einnehmen, irgendwann geht sie dir in Fleisch und Blut über. Das ändert nicht nur deine Ausstrahlung positiv, sondern auch den Eindruck, den andere von dir gewinnen. Bei einem krummen Fragezeichen denkt man "Na ja"; bei einem Ausrufezeichen doch eher "Oho!" 

Für das Sitzen ist diese Haltung auch optimal: 

Darauf achten, dass man auf „dem ganzen Hintern“ zu sitzen kommt. Beim Hinsetzen dazu nicht erst den Rücken an die Lehne werfen, sondern den Allerwertesten ganz weit nach hinten auf die Sitzfläche strecken. Der Stuhl wird sicher ganz bezahlt sein, oder?

Das Becken kippt beim Hinsetzen so von ganz alleine in den richtigen Winkel. Nun geht es wieder von oben los: Kopf aus den Schultern...

So kann man stundenlang ermüdungsfrei sitzen, auch ohne sich anzulehnen. Auch hier haben die Schultern die richtige Stellung und die Wirbelsäule kann in ihrer vorgesehenen Doppel-S-Krümmung ich sich ruhen und die inneren Organe haben Platz. 

Diese Haltung mag zunächst anstrengend erscheinen, aber Muskeln, Sehnen und Bänder werden sich (wieder) daran gewöhnen. Zunächst mag es dauern, bis das in Fleisch und Blut übergegangen ist, aber das kommt mit der Zeit. Also nicht locker lassen. 

Man könnte nun meinen, das vorgeneigte Becken würde den Bauch nun heraustreten lassen. Das stimmt aber auch nicht. in dieser Haltung haben unsere Bauchmuskeln die beste Möglichkeit, die Bauchdecke fest anzuspannen.

Und dann kann man noch folgende einfache Übung machen: 

In jede Hand ein Gewicht (Hanteln oder Wasserflaschen), Füße schulterbreit aufstellen, optimale Haltung einnehmen. Nun langsam die Hände mit den Gewichten seitlich nach hinten bewegen. Zum Ausgleich muss man sich dann ja nach vorne lehnen und steht dann mehr auf den Ballen. Nun langsam die Hände nach vorn bewegen und dabei mehr auf die Fersen stellen. Und immer schön gerade bleiben. Das liest sich hier ganz easy, ist aber als simple gymnastische Übung nicht ohne. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
ethylenoxid 17.04.2016, 00:12

Dankeschön für die Zeit und das  hilfreiche Kommentar!

Bin vorhin im Krankenhaus gewesen weil es unaushaltbare Schmerzen beim atmen, im stehen waren. Dazu noch Herzschmerzen.

Kommt aber alles von der Schulter.. werde jetzt erstmal alles schön wärmen und Montag meine Schulter vom Orthopäden einrenken lassen.

0

Was möchtest Du wissen?