Rückenfreundliches Klassenzimmer?

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Ein wichtiger Aspekt des dynamischen Sitzens ist eine ständige Durchwalkung der Bandscheiben, die für deren gesunde Funktion unerläßlich ist. Konkret bedeutet dies, dass jemand, der regelmäßig auf einem Ball sitzend arbeitet, ein geringeres Risiko eingeht, durch seine Sitzbelastung einen Bandscheibenvorfall zu erleiden. Aus eben diesem Grund ist der Sitzball für Kinder und Jugendliche das ideale Sitzmöbel. Dies um so mehr, als gerade in der Wachstumsphase eine dynamische Belastung der Bandscheiben maßgebend für deren endgültige Stabilität nach Abschluß des Wachstums ist. Fehlende Druckbelastung der hinteren Knorpelzonen des Bandscheibenringes - eine Konsequenz runder Sitzhaltung - führt in der Wachstumsphase zu einer minder stabilen Gewebssituation derselben. Nur dort, wo eine Knorpelzone im Rahmen normaler Belastungswerte regelmäßigen Druckbelastungen ausgesetzt wird, kreiert der Körper durch vermehrte Einlagerung von Knorpelzellen ein ausreichend stabiles Knorpelgewebe.

Nun mag man zwar einwenden, dass die Bälle ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen, weil man von ihnen herunterfallen kann. Mehrjährige Erfahrungen an Grund- und Mittelschulen in der Schweiz haben jedoch ergeben, dass Schüler sehr häufig beim Kippeln mit normalen Stühlen stürzten und sich hierbei teilweise erhebliche Verletzungen zuziehen, was beim Sitzen auf Bällen nicht beobachtet wurde. Stürze mit Stühlen bergen zudem eine größere Gefahr, da sie sich in der Regel schlagartig und vor allem rückwärts auf den Hinterkopf ereignen.

Problematisch sind Sitzbälle in den Schulen allenfalls, wenn die Schulklassen ein Linoleum- oder Steinfußboden haben. Diese Bodenbeläge sind in Schulen meist derartig verunreinigt, dass die Schüler bei Verwendung von Sitzbällen permanent schmutzige Hosen hätten. Haben die Klassen hingegen Teppichboden, sind Sitzbälle hervorragend geeignet. Es liegt dann allerdings an den Lehrern, die Schüler zu einem vernünftigen Umgang mit den Bällen anzuhalten. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass Sitzbälle in höheren Schulklassen regelmäßig dem hier oft herrschenden Vandalismus zum Opfer fallen.

Störend für die Lehrer ist es vor allem, wenn die Schüler auf dem Ball im Unterricht herumhüpfen. Gelingt es, dies zu unterbinden, eignet sich der Ball sehr gut, um hyperaktiven Kindern die Möglichkeit zu geben, ihrem Bewegungsdrang zu entsprechen, was bei starren Stühlen unmöglich ist und die Unruhe dieser Kinder daher zusätzlich fördert. Alternativ käme hier auch ein Ballkissen in Betracht.

Störend ist am Ball die wenig atmungsaktive Oberfläche, was ein stärkeres Schwitzen im SOmmer begünstigt. Diesem kann allerdings durch spezielle Ballbezüge abgeholfen werden.

http://www.mtk-physio.de/Info-Box/Intro_Sitzen/Alternative_Sitzmoebel/alternative_sitzmoebel.html

Die Sitzbälle sind tatsächlich ganz toll, es gibt auch Hocker, die quasi nicht gerade stehen sonder auf einer Halbkugel stehen. Damit wir der Rücken auch dazu gebracht, die Spannung beim Sitzen alleine zu halten. Generell sollte man einfach abwechseln und auch mal Stehen, finde es sehr gut, dass die Schule da etwas machen möchte!

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