Ritalin/ADHS? Erfahrungsbericht

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Liebe/r fragmichdoch,

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1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Tja, lieber fragmichdoch, du hast es ja selber geschrieben: Du weißt nicht "Ob das Ritalin oder die Kuren" dich so verändert haben.

Das stimmt so nicht.

Du weißt nämlich nicht mal ob und wie die Behandlung dich verändert haben. Das lässt sich im Einzelfall nämlich nie sagen. Aber es lässt sich für eine größere Menge von Patienten sagen. Das ist in der Medizin einfach so.

Vermutlich hat dich die Behandlung sogar positiv verändert. Und offenbar bist du nach dem Absetzen in eine Depression gefallen. Woher willst du wissend dass diese Depression durch das Medikament ausgelöst oder verbessert wurde? Es ist ja erst nach dem Absetzen gekommen.

Du weißt vermutlich selber dass die meisten Hyperaktiven in der Pubertät nach aussen hin ruhiger werden, sich die Spannung aber "nach innen verlagert". Und du weisst natürlich auch, dass Depressionen eine typische Komorbidität sind. Damit kämpfen über 7ß% der ADHS-Patienten. Bei unbehandelten ist die Quote aber fast 100%. Das Risiko, an Depressionen zu erkranken, wird also durch die Behandlung gesenkt.

Es ist einfach nicht wahr dass Metyhlphendat den Charakter verändert, das kann man bei erwachsenen, die das Medikament bekommen, sehen. Aber es ist wahr dass der Charakter sich durch lernen formt. Und es sicher dass mit Ritalin lernen leichter ist wenn man ADHS hat. Insofern hilft es bei der Charakterbildung.

Ich kenne eine Reihe Beispielen, denen das Medikament geholfen hat. Also was willst du - in die Kerbe der ADHS-Leugner und Ritalin-Kritiker schlagen und verhindern, dass viele Menschen behandelt werden?

Ich kenne genug, auch jugendliche, die das Gegenteil von dem sagen was du sagst: Das Medikament gibt ihnen die Möglichkeit sie selber zu sein weil sie ihre Impuls kontrollieren können. Erst kürzlich wurde eine Studie gemacht, in der britische Kinder gefragt wurden, ob sie die Medikation gut oder schlecht indem. Die überwältigende Mehrheit hat gesagt: Sie sind mit dem Medikament zufrieden.

Dir würde ich dringend raten dich wieder in Behandlung zu begeben. Es muss keine Behandlung mit Ritalin sein, es geht auch ohne, aber eine Psychotherapie ist angesagt.

Hallo martinpalatina,

es freut mich immer wieder kritische Kommentare zu lesen bei denen ich merke, dass diese Person sich das geschriebene zu Herzen nimmt und sich damit beschäftigt. Es ist vielleicht falsch rüber gekommen, aber ich wollte eher den Menschen die dem Kind einreden es sei „gestört“ oder „unnormal“ die Schuld an diesen negativen Veränderungen geben. Seien es die Therapeuten oder die Leute in seinem persönlichen Umfeld. Ebenso denke ich, dass es Alternativen zu Ritalin gibt wie z.B. Sport, der den Nachwuchs richtig fordert. Ich teile nur meine persönlichen Erfahrungen mit, die sich ähnlich verhalten wie bei mehreren „Patienten“ die ich kenne und möchte nicht um jeden Preis das Medikament schlecht machen.

Und ja, ich leide manchmal noch unter Depressionen und rede mir ein, dass an mir irgendetwas falsch ist. Allerdings kommt das in letzter Zeit nur vor wenn mir irgendetwas Schlechtes passiert. Ich treibe seit längerer Zeit sehr viel Sport und merke, dass ich mich dadurch positiv verändert habe. Ebenso habe ich viele Freunde gefunden, denen ich mich anvertrauen konnte und die zu mir sagen, dass mit mir Überhaupt gar nichts verkehrt war/ist. Dies hat mir sehr geholfen und mit diesen Erfahrungen möchte ich gerne anderen helfen.

Nun zum eigentlichen Sinn dieser Seite, wenn ihr irgendwelche Probleme habt, die hiermit zu tun haben und bei denen ich euch helfen kann stellt eure Meinung oder Frage hier. Ich werde mein Möglichstes tun um euch beistand zu leisten.

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@fragmichdoch

:)

...aber ich wollte eher den Menschen die dem Kind einreden es sei „gestört“ oder „unnormal“ die Schuld an diesen negativen Veränderungen geben.

Ja, das gibt es wohl, aber meiner Erfahrung nach eher selten. Die Regel ist dass die Eltern sich lange sowohl gegen die Diagnose als auch gegen Medikamente wehren.

Ebenso denke ich, dass es Alternativen zu Ritalin gibt wie z.B. Sport, der den Nachwuchs richtig fordert.

Ja, das kommt auf den Eizelfall an. Ich vertrete die Ansicht: Psycho-, Ergo-, Verhaltenstherapie immer (was von den dreien ist vom konkreten Fall abhängig), Ritalin nur wen nötig aber nie allein. Oder salopp ausgedrückt: Pille rein und gut geht schief aber Pille hilft dass die Therapie richtig funzt.

Ich kenne einen Fall in dem alleine das Elterntraining die ADHS-Problematik so stark gebessert hat dass keine Ritalin mehr nötig war. Ich kenne aber auch Fälle in denen Ritlin das einzige ist das hilft. Die Medikamente sind nur eine Säule, eine Möglichkeit. Man darf da NIE verallgemeinern.

Ebenso habe ich viele Freunde gefunden, denen ich mich anvertrauen konnte und die zu mir sagen, dass mit mir Überhaupt gar nichts verkehrt war/ist.

Natürlich ist an dir alles OK. Für dein ADHS kannst du eh nichts und man muss es nur behandeln wenn du - wirklich du - in irgendeiner Wiese darunter leidest. Das kann eine Komorbidität sein (bei mir: Depressionen; körperliche Reaktionen auf die Hyperaktivität), das können Soziale oder Beziehungsprobleme sein (bei mir: Soziales durch Impulsivität, Familie OK), das können Probleme im Job sein (bei mir: Impulsivität, Unstetigkeit - ich hab bisher jeden Job nach spätestens 2 Jahren gekündigt. Ich war immer fachlich sehr gut - aber ich habs nicht ausgehalten).

Ich bin als Kind unbehandelt geblieben; mir hilft heute auch Sport, Kognitive Verhaltenstherapie und - Ritlain (bzw. Medikinet Adult). In der Reihenfolge. Ich möchte im Moment auf keines der drei verzichten, aber ich will auch nicht ewig Medis nehmen auch wenn ich sie hervorragend vertrage. Ich glaube das gilt auch für 90% der Kinder und Jugendlichen mit ADHS: Sport lebenslang, Therapie bei Bedarf und Ritalin als Soforthilfe.

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