Pubertätsblocker/Hormonblocker in Bremen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Um irgendwelche Hormone oder sonst etwas einnehmen zu können, musst Du ein Gutachten bei einem Psychiater erstellen lassen. Wichtig ist dabei, dass der Psychiater explizit auf Transidentität spezialisiert ist. Mit dem Psychiater kannst Du auch alles weitere abklären. Er gibt dann schlussendlich grünes Licht, ob Du zu einem Endokrinologen gehen kannst. Wende Dich am besten auch an eine Trans* Beratungsstelle in Deiner Nähe. Dort wird man Dir einen Psychiater und einen Endokrinologen empfehlen können. Vielleicht können Sie Dir auch sagen welche Möglichkeiten Du bezüglich Deiner Eltern hast. Das Problem ist, dass Deine Eltern jede Behandlung und Operation absegnen müssen, außer die beim Psychiater. Dort kannst Du jederzeit hingehen, ohne dass Deine Eltern etwas davon erfahren müssten. Lass Dich bitte nicht von den Kommentaren der anderen abschrecken. Wenn Dich jemand aufgrund Deiner Geschlechtsidentität diskriminiert, solltest Du nichts mit dieser Person zu tun haben. Alles Gute!

PS: Wenn die körperliche Entwicklung in der Pupertät bereits vorangeschritten ist, wird es schwierig mit Hormonblockern. Man gibt das Hormon des Geschlechts, das man biologisch nicht hat.

Danke für die Hilfe! Ich habe jetzt eine Beratungsstelle kontaktiert. Obwohl Hormonblocker jetzt schon etwas zu spät sind, verhindern diese doch die Regelblutung? Das wäre doch immerhin schon etwas. Außerdem habe ich irgendwo mal gelesen, dass man Hormonblocker ohne Einwilligung der Eltern schon ab 14 nehmen kann? Nochmals danke!

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@Nate28

Gerne! Du kannst mir auch gerne privat schreiben, wenn Dir ein Thema hier zu peinlich ist. Es ist gut, dass Du schon eine Beratungsstelle kontaktiert hast. Es ist in einzelnen Fällen schon möglich, dass die Eltern nicht involviert sein müssen. Das müsste allerdings geprüft werden. Wie fühlst Du Dich denn selbst? Als nicht- binär (geschlechtslos) oder männlich? Wenn Du Dich männlich fühlen solltest, dann könntest Du Testosteron beim Endokrinologen verortnet bekommen. Der erste Schritt ist auf jeden Fall der Gang zu einem Psychiater, der auf Transidentität spezialisiert ist. Diesen Schritt muss jeder durchmachen, weil man sicher stellen möchte, dass die Leute es wirklich ernst meinen und mit der Entscheidung auf Dauer zufrieden sind. Es geht nicht darum, dass Du für "verrückt" gehalten wirst. Der Psychiater stellt ein Gutachten aus und überweist Dich weiter zu einem Endokrinologen. Der Endokrinologe wird Dich untersuchen und dabei wird sich herausstellen, was Du einnehmen kannst. Wenn Du Dich jetzt nicht männlich fühlen solltest, dann sollte das Thema Hormonblocker auf jeden Fall noch einmal diskutiert werden. Schon möglich, dass man Dir das geben kann, aber ich nehme an, dass Deine körperliche Entwicklung schon weiter fortgeschritten ist. Das Problem ist nämlich, dass man Dich jetzt auch nicht sofort in die Wechseljahre schicken möchte. Bei vielen dauert der Schritt vom Psychiater zum Endokrinologen nicht lange. Also keine Angst Du wirst nicht ewig warten müssen. Wichtig ist ja, dass es Dir in Deinem eigenen Körper gut geht. Später wird dann noch das Thema Personenstandsänderung usw. im Raum stehen.

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@Nate28

Ich habe jetzt Deine Antwort unter Lexi77s Kommentar gelesen und muss sagen, dass es unter diesen Umständen schon möglich sein wird, die Transition auch ohne Einverständnis Deiner Eltern anzugehen. Das muss aber wie gesagt dann mit dem Psychiater besprochen werden. Auf jeden Fall hört es sich nach einer ungesunden Familiensituation an. Das tut mir leid das zu hören. Hast Du Dir auch schon einmal überlegt Dich ans Jugendamt zu wenden?

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@JenniFr

Ich fühle mich männlich. Eine Frage hätte ich noch: Wie sieht das mit den Kosten aus? Wenn das über die Krankenkasse laufen würde, würden meine Eltern davon nicht mitbekommen?

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@JenniFr

Ans Jugendamt möchte ich mich lieber nicht wenden. Ich weis, es ist unlogisch, aber ein Teil von mir hat meine Familie immer noch lieb. Ich höre so viele Geschichten von Transpersonen welche auch radikale Familien hatten, aber Jahrzehnte später wieder zusammengefunden haben. Darauf zähle ich. Auch wenn's dauert. Das Jugendamt reinzuziehen würde die Familie komplett zerstören und damit wahrscheinlich alle Chancen auf eine Versöhnung, habe ich die Befürchtung. Aber sollte es dramatisch schlimmer werden, werde ich dies natürlich tun. Danke für den Tipp!

Und zu hören, dass unter diesen Umständen die Transition wahrscheinlich ohne Einwilligung der Eltern stattfinden kann, ist eine enorme Erleichterung. Nur: müsste ich ihnen (Dem Psychiater) dann von der Lage genauso berichten? Würden die dann an meiner Stelle das Jugendamt oder so informieren?

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@Nate28

Wenn Du Dich männlich fühlst, dann brauchst Du keine Hormonblocker, sondern Testosteron. Klar, bei Leuten, bei denen die Pubertät gerade erst eingesetzt hat, nimmt man erst einmal Hormonblocker und dann das entsprechende Hormon. Die Kosten werden von der Kasse übernommen, wenn Ein Gutachten des Psychiaters vorliegt. Deine Eltern werden je nach Versicherung nichts mitbekommen. Bist Du bei einer privaten KK mitversichert, erfahren es Deine Eltern auf jeden Fall. Ansonsten erfahren es Deine Eltern nur bei einem Krankenhausaufenthalt.

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@Nate28

Du müsstest schon wahrheitsgemäß etwas von Dir erzählen und da spielen in Deinem jungen Alter natürlich auch der Charakter Deiner Eltern eine Rolle. Ich denke aber, dass ein Psychiater nur mit Deinem Einverständnis solche Dinge in die Wege leitet, denn es geht ja um Dein Leben. Ich würde es an Deiner Stelle so machen: Geh zu dem Psychiater, sage ihm, dass Du Dich männlich fühlst, er wird dann nach Deinen Eltern fragen. Wenn Du ihn sympathisch findest, kannst Du ihm alles genau schildern, wenn nicht, dann drücke es ein wenig diplomatischer aus.

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@JenniFr

Vielen Dank für Ihre Hilfe! Das hat mir extrem weitergeholfen.

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@Nate28

Sehr gerne! Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg zu Dir selbst! Falls Du noch Fragen haben solltest, dann kannst Du mich gerne fragen. Ich hatte noch etwas vergessen: Sobald Du Testosteron einnimmst, wirst Du keine Periode mehr haben, weil die Eierstöcke nach und nach keine weiblichen Hormone mehr produzieren.

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Solange du minderjährig bist, kannst du keine Behandlung beginnen, ohne dass deine Eltern was mitkriegen. Sie sind die Erziehungsberechtigten und müssen bei medizinischen Behandlungen zustimmen.

Ich finde es aber sehr traurig, dass du das Gefühl hast, dass du nicht mit deinen Eltern darüber reden kannst. Hast du es denn überhaupt schonmal versucht? Vielleicht haben die ja Verständnis für deine Situation, auch wenn du es nicht glaubst. Du bist schließlich ihr Kind.

Ich denke es wäre auch nicht verkehrt, wenn du dir psychologische Hilfe suchst. Natürlich kannst du da eine entsprechende Therapie auch nicht einfach ohne Zustimmung deiner Eltern beginnen. Aber vielleicht gibt es ja bei euch an der Schule einen Schulpsychologen, den du erstmal um Rat und Hilfe bitten könntest.

Ansonsten kannst du dich auch, wenn du mit jemandem darüber reden möchtest, z.B. an die "Nummer gegen Kummer" www. nummergegenkummer. de / Anm: die Leerzeichen musst du weg machen, der Link wurde - warum auch immer - nicht akzeptiert) wenden. Das ist ein Hilfsangebot speziell für Kinder und Jugendliche. Dort kann man dir sicher auch Tipps und Hilfestellungen geben, was du machen könntest, wie du vorgehen könntest oder wo du Hilfe bekommen kannst.

Alles Gute für dich!

Danke für Deine Hilfe!

Leider ist die Situation mit meinen Eltern etwas aussichtslos. Um einen kleinen Maßstab zu geben; sie scheuen nicht vor Gewalt, auch wenn es in den letzten Jahren weniger geworden ist weil ich älter werde und mich potenziell an jemanden wenden könnte. Zuletzt sind sie am schlimmsten ausgeflippt weil ich mit Dunkelhäutigen Menschen befreundet bin. Außerdem habe ich meine Tante und meinen Vater reden gehört, wie Homosexuelle und Transsexuelle es verdienen, vergewaltigt zu werden (und weiteres.) Er hat mir direkt ins Gesicht gesagt, dass er Tr*nsen gerne ertränken würde. Also nein, definktiv keine Option.

Ich könnte wirklich mal in der Schule einen Vertrauenslehrer ansprechen, damit wenigstens der Schulalltag erträglicher wird. Danke!

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@Nate28

Oh man, das ist heftig. Das tut mir sehr leid. Bitte wende dich doch dann auch mal ans Jugendamt. Hast du einen guten Freund oder eine gute Freundin? Bitte ihn oder sie doch, dich zu begleiten, dann musst du nicht alleine hingehen. Ich bin sicher, dass man dir da auch weiterhelfen wird, auch im Umgang mit deinen Eltern / Verwandten. Vielleicht wäre es ja für dich sogar eine Option in ein Wohnheim zu gehen, so dass du von der Gewalt deiner Familie weg kommst und gleichzeitig Hilfe bekommst. Wenn dann das Sorgerecht ggf. auch aufs Jugendamt übergeht, könntest du auch einfacher entsprechende Beratungs- und Hilfsangebote in Anspruch nehmen und deine Eltern haben dann nichts mehr zu sagen. Aber zumindest Hilfsangebote wird man dir da sicher geben können.

Gewalt deiner Eltern musst und darfst du nicht akzeptieren! Bitte lasse dir unbedingt helfen! Und im Zweifel zeige deine Eltern an!

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