Psychischer Trick- oder warum kommen einem längere Strecken mit der Zeit kürzer vor?

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6 Antworten

Das kommt von den Unbekannten, wenn man einen Neuen Weg geht kommt es einem unendlich lang vor bis man am Ziel ist, wenn man den Weg dann nach einiger Zeit wieder geht oder auch fährt, kennt man den Weg schon und es kommt einem der Weg nicht mehr so lang vor.

Im Moment läuft gerade über dieses Thema Quarks & Co im WDR

Die Sendung kannst du dir in der Mediathek beim WDR ansehen, da wird es genau erklärt.

Geht euch das ähnlich?

Ich kenne das eher anders herum.

Wenn ich eine längere Strecke zum Ersten mal fahre, ist dort vieles neu und unbekannt (Landschaft, Strassenverhältnisse etc.) und daher interessant und kurzweilig.

Wenn ich die gleiche Strecke aber dann zum x-ten mal fahre, dann "wirkt" das alles natülich nicht mehr so interessant, weil bekannt und dann wirkt die Fahrt länger und ermüdender.

Das ist einfach ein Gewöhnungseffekt, das selbe ist beispielsweise mit schnellem Fahren der Fall. Wenn man ein Jahr lang nur Fahrrad gefahren ist, kommen einem 100km/h dann sehr schnell vor, wenn man täglich auf der Autobahn unterwegs ist, findet man 100 langsam.

Unser subjektives Wahrnehmung des "Vergehen der Zeit", die Dauer einer Aktion, die länge einer Strecke usw. ist Situationsabhängig individuell. Hat man es eilig, scheint die Zeit zu rasen, muss man sich mit ungeliebter Routine befassen, scheint die Zeit gar nicht zu vergehen. Noch langsamer erscheint uns die Zeit zu vergehen, wenn wir ausschließlich auf etwas warten. Dann schieben wir ja "Langeweile".

Die Zeit scheint sich ganz extrem zu dehnen, wenn man z.B. einen Hundertmeterlauf macht. Die ganze Aktion dauert objektiv ja nur 15? Sekunden. Währenddessen gehen einem aber hunderte von Gedanken durch den Kopf. Aha, den hätte ich also überholt... der ist zwei Schritte voraus... der von hinten holt nun doch auf... mit meinem Schlusssprint werde ich noch warten... Atmung... Lauftechnik... Takt... Na, jetzt gewinnt der noch mal an Vorsprung... usw. Alles in diesen paar Sekunden.

Sitzt man dagegen in der Bahn und fährt durch öde Landschaft, kommt man zwar viel schneller voran, überdenkt in 15 Sekunden aber längst nicht so viele verschiedene Dinge. Da wird man ja über die Strecke gebracht, hat auf das Tempo keinen Einfluss. Es ist einem von vorn herein klar, die Fahrt dauert so und so lange, dann fuhr der Zug ab, dann wird er da sein. Man befasst sich gelassen mit dem Ziel, und nicht mit der Fahrt.

Sind wir von vielen interessanten Reizen umgeben, scheint die Zeit schneller zu vergehen. Kein Tag vergeht so schnell, wie der Tag, an dem wir einen "Ausflug ins Grüne" oder etwas ähnliches machen. Ist alles um einen herum interessant, vieles neu oder "eindrucksvoll", nennt man so etwas ja auch kurzweilg.

Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Wahrnehmungen und Handlungsfolgen zu automatisieren und dadurch Energie zu sparen. Das hat damit zu tun.

Die Wissenschaft weiß schon lange, dass wir nicht die objektive Wirklichkeit wahrnehmen, sondern das unser Gehirn die "Wirklichkeit konstruiert"... wie im Video unten dargestellt...

Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du jetzt fahrtstrecken, die du zurücklegen musst. Mir geht es ähnlich: wenn ich zum ersten mal eine fremde strecke fahre (mit navi) kommt mir das ewig lang vor. der rückweg hingegen ist dann sehr kurz und ich denk mir "ach ist also nur 3 Ecken weiter". Möglicherweise kann ich die Entfernung nicht einschätzen, weil ich an dem Ort noch nie war und wirlich viel aufs Navi gucke. Beim zweiten mal hat man seine eigenen Orientierungspunkte

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