Psychische Probleme zeigten sich auf der Klassenfahrt

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Ich finde es sehr gut, dass Du Dich so um Deine Schüler bemühst und ein Feingefühl dafür hast, wenn es ihnen nicht gut geht. Leider werden Lehrer als Personen angesehen, denen man nicht vertrauen darf, weil die Konsequenzen, die sich aus einer Mitwisserschaft heraus ergeben, weitreichende Folgen für den Schüler und deren Familie haben könnte. Deswegen wird es schwierig sein, Zugang zu ihr zu bekommen und wenn Du ihre Eltern kontaktierst, werden die sich ebenfalls auf den Schlips getreten fühlen. Wenn Du sie darauf aufmerksam machst, was Dir an ihrer Tochter aufgefallen ist, könnte bei ihnen leicht der Eindruck entstehen, das Du das Gefühl hast sie würden sich nicht gut genug um sie kümmern. Die meisten Eltern wollen das Beste für ihr Kind, auch wenn sie dadurch das Kind manchmal unter Druck setzen, wird es ihnen nicht bewusst sein. Ich würde vorerst nicht eine so große Lawine lostreten wollen. Gib Deiner Schülerin das Gefühl, das sie Vertrauen zu Dir haben kann und das Du nicht gleich ihre Eltern informierst. Lass ihr die Entscheidung frei, sich bei Problemen an Dich zu wenden. Sag ihr, das es für alles eine Lösung gibt und das sie sich bei Kummer ruhig an Dich wenden kann und das die Informationen vertraulich zwischen Euch bleiben.Sag ihr, das Du Dir Gedanken und Sorgen um sie machst und erklär ihr warum. Mehr kannst Du eigentlich im Moment nicht tun. Bei Verdacht von Missbrauch oder Gewalt solltest Du Dich ans Jugendamt wenden. Bei allem anderen, würdest Du Dich zu sehr in die Privatsphäre Deiner Schülerin einmischen und sie würde sich noch mehr distanzieren, Du erreichst also genau das Gegenteil von dem, was Du eigentlich wolltest. Frage nicht ihre Freundinnen aus, sie weiß es dann auch und das Vertrauen zu Dir ist dahin.

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