Organspende, Vollnarkose?

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6 Antworten

Nein, Dein Wunsch nach Vollnarkose "im Fall des Falles" würde nicht berücksichtigt werden. Denn da keine "medizinische Notwendigkeit" hierfür besteht, würde keine Krankenkasse die Kosten für eine Vollnarkose übernehmen. Bedenke bitte, eine Vollnarkose ist ja nicht nur das Narkosemittel an sich, sondern das ganze Equipment drum herum inkl. Überwachung durch den Anästhesisten!

Du möchtest nicht "belehrt" werden, das heißt, Du möchtest Dich nicht weiter mit den tatsächlichen Abläufen beschäftigen, um eventuell umzudenken. Dann gibt es leider für Dich nur eine Möglichkeit: kreuze bitte auf Deinem Organspenderausweis ausdrücklich an, dass Du einer Organspende NICHT zustimmst!

Organspende ist und bleibt ein freiwilliger Akt. Du hast dafür bestimmte Wünsche, die Dir niemand erfüllen kann und wird. Dann kommt eine eventuelle Organspende für dich nicht in Betracht. Denn niemand sollte spenden "müssen", der nicht voll dahinter steht.

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Kommentar von mirosmaus
09.03.2016, 17:37

Na gut das nehme ich zurück, wollte damit eigentlich nur blöde Kommentare vermeiden, in dem Fall lasse ich mich natürlich gerne belehren.
Wie sieht es aus wenn ich mir dann nur das Narkosemittel wünsche?

Hmm ja, da hast du schon Recht aber ich stehe auch nicht voll dahinter nicht zu spenden. Wenn ich in der Situation wäre ein Organ zu brauchen, würde ich mir wahrscheinlich auch wünschen, dass mehr Menschen Spender sind.
Ich bin mit der Frage wirklich etwas überfordert.

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Es ist mir unverständlich, dass hier einige der Meinung sind, wer Schmerzmittel anfordere solle die Organspende gleich ganz seinlassen. Durch diese Einstellung dürfte es gleich viel weniger Organspender geben. Vorsichtsmassnahmen sind nie etwas schlechtes. Ein wahrer Wissenschaftler versteht, dass wir nichts mit Sicherheit wissen, und begrüsst solche Vorsichtsmassnahmen, die ein implizites Eingeständniss sind, dass wir etwas nicht mit Sicherheit wissen, statt sie zu verteufeln als ebenjenes.

Selbst wenn es medizinisch unnötig sein sollte, kann es doch nicht schaden, oder? Die Folgen der Entscheidung treffen schliesslich nicht den Arzt, sondern den Spender, der im schlimmsten Fall unsägliche Qualen erleiden muss. Deshalb sollte die Entscheidung bei demjenigen liegen, der das Risiko trägt, auch wenn der andere sachkundiger ist.
Der Spender kann ja auch festlegen dass die Narkose aus seiner eigenen Kasse bezahlt wird, sofern er nicht pleite ist.

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 Hallo Mirosmaus,

das ist wohl ein sehr schwieriges Thema es
gab so gewisse Skandale.In Bremen hätte man einem Patienten der noch
nicht für Hirntod erklärt worden ist Organe entnehmen wollen.

Die Politik / Medien sagt, dass ist doch alles ganz klar geregelt. Ja und dann kann man hier auf fünf Seiten etwas zum Thema lesen.

http://www.sueddeutsche.de/thema/Organspende-Skandal

Da schreibt man z.B. vom Morbus oeconomicus. usw..

Es  ist also klar das man so ein klein wenig verunsichert ist. Weil sich
nach den Skandalen eigentlich nicht grundlegend etwas geändert hat.

Wird   da bei den Organen genau so entschieden wie im Alltag Privatpatient  und Kassenpatient. Aber evtl. sollte man da nicht zu tief nachfragen -  so wir eigentlich im täglichen Leben fast alles hinterfragen.


In  solch einer Situation wenn man dies liest bleibt einem nichts anderes   übrig als das Ganze schon einmal zu hinterfragen.

In anderen Staaten gilt  nicht selten die Widerspruchsregel.Wer nicht widerspricht ist  automatisch Spender.

In dem Fall hat auch ein Kassenpatient eine Chance.




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In anderen Ländern ist es wohl ne Mischung aus Risiko Prävention (Negative Publicity) und "den Leuten ein sicheres Gefühl geben".

Ich find es immer falsch wenn man in jedem Bereich skeptisch ist und den Ärzten teilweise auch sehr argwöhnisch entgegnet wird .. Man sollte davon ausgehen dass die Ärzte respektvoll mit dir oder halt deinen verstorbenen Körper umgehen .. Wenn wir grundsätzlich alles und jeden hinterfragen, was haben wir dann noch vom Leben?

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Kommentar von mirosmaus
09.03.2016, 16:10

Es liegt nicht daran, dass ich den Ärzten da nicht vertraue. Ich bin eher der Meinung, dass die ganze Sache noch nicht sicher genug erforscht ist und möchte deshalb nur wissen, ob ich dann eine Narkose bekommen würde. Das hat absolut nichts damit zutun, ob ich "grundsätzlich alles und jeden hinterfrage". Die Tatsache, das der Blutdruck beim öffnen des Körpers so stark in die Höhe schnellt und jede Menge Adrenalin ausgeschüttet wird, verunsichert mich eben. Wie schon gesagt, ich möchte da eigentlich auch nicht belehrt werden. Das ist eben meine Meinung.

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Ihre Informatioin, dass eine Narkose in der Schweiz verpflichtend bei der Organentnahme von Hirntoten durchgeführt wird, ist nicht korrekt.

Korrekt ist, dass einige Medikamente aus der Anäshesie Verwendung finden, um sogenannte spinale Reflexe und Reaktionen des autonomen Nervensystems zu unterbinden. Auch in Deutschland wird die Organentnahme durch einen Anästhesisten begleitet und auch hier werden aus verschiedenen Gründen Medikamente gegeben.

Ich würde mich dem Rat von Evistie anschließen. Sie scheinen mir in Ihrem Entschluss zur Organspende nicht ausreichend gefestigt zu sein. Es ist Ihr gutes recht zu Zweifeln und es besteht kein Grund zur Eile. Bis zu einer endgültigen Entscheidung gestatten Sie die Organspende vorläufig nicht.

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Kommentar von mirosmaus
09.03.2016, 17:52

Schade, dass dann an einem Schmerz- & Narkosemittel gespart wird. Auch wenn dieses aus der Sicht vieler Ärzte nicht notwedig ist, bin ich sicher, dass es außer mir auch noch vielen anderen ein besseres Gefühl geben und die Entscheidung erleichtern würde. Trotzdem danke!!

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Indem Du bei der Organentnahme Vollnarkose und Schmerzmittel bekommen möchtest, zeigst Du ja schon, dass Du weißt, dass Du dann nicht tot bist. - Wirklich Tote brauchen dies nicht.

In der Schweiz ist die Vergabe von Narkose keine Pflicht, sondern eine Empfehlung. - Auch in Deutschland verabreichen einige Ärzte den angeblich (!!) "Hirntoten" eine Narkose. Dies hauptsächlich nicht zum Schutz derjenigen, die nun ausgeschlachtet werden sollen, sondern zur Beruhigung des Helferpersonals.

In erster Linie ist wichtig zu verstehen, was es mit dem "Hirntod" auf sich hat. Er wurde ja erfunden, damit Lebenden Organe zum Zweck der Transplantation herausgeschnitten werden können, denn anderenfalls würden die Transplantationsärzte und Helferpersonal wegen Mordes und Beihilfe zum Mord ins Gefängnis kommen, und ihren Beruf könnten sie dann auch vergessen.

Ab der Diagnose "Hirntod" gilt der eben noch Patient nicht mehr als Mensch, sondern als Sache. Sachen müssen nicht narkotisiert werden, Sachen müssen auch keine Schmerzmittel erhalten.

Bitte sieh Dir das Interview mit Professor Coimbra mit dem Titel

Der tödliche Apnoetest

an, in dem er alles zum sogenannten "Hirntod" erklärt. Auch erklärt er die Folgen der "Hirntod"-Diagnosen.

Dieses Video ist auf YouTube. Gib dort in die Suchleiste auch ein

hirntod diagnosen falsch

Wenn Du mehr zum Thema "Organspende" erfahren möchtest, empfehle ich Dir meine ausführliche Antwort an SaraWarHier auf ihre Frage:

War ich zu voreilig mit dem Orgenspendeausweis?
https://www.gutefrage.net/frage/war-ich-zu-voreilig-mit-dem-orgenspendeausweis?foundIn=list-answers-by-user#answer-179834205

Folge dort den weiterführenden Links zu meinen Antworten an BossMoss und Lollool. - Der Link bezüglich Lollool führt nicht zielgenau zu meiner Antwort (es wurde hier etwas an den Links geändert). Wenn Du diesen anklickst, bist Du genau bei der Antwort zu ihrer Frage:

Schnellerer Hirntod bei Organspendern?
https://www.gutefrage.net/frage/war-ich-zu-voreilig-mit-dem-orgenspendeausweis?foundIn=list-answers-by-user#answer-179834205

Bitte pass gut auf Dich auf.



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