Operation bei Adipositas - Magenballon oder Magenband?

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Magenballon ist noch etwas risikoärmer als das Magenband, aber beide Eingriffe sind mit Nebenwirkungen verbunden und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Krankenkasse zahlt das außerdem nur in schweren Ausnahmefällen, wenn nachweislich alle Versuche das Übergewicht zu bekämpfen (Nachweise dafür sind nötig!) gescheitert sind. Ansonsten ist so ein Eingriff mit einem sehr schnellen Gewichtsverlust verbunden, der auch folgen wie Hautschürzen etc. haben kann. Viele bereuen es, nicht langsamer abgenommen zu haben.

Deine Nachbarin sollte erstmal alle "natürlichen" Möglichkeiten probiert haben und sich genau beraten lassen, bevor sie das machen lässt.

Artemis Gounaki hat übrigens ein Buch zum Thema geschrieben (Sie hat es selber gemacht mit Magenband) und das Buch heißt "Wenn jede Diät versagt"...vielleicht sollte sie das auch erstmal lesen.

hab mir auch überlegt, ein magenband machen zu lassen. allerding musst du erst gewisse voraussetzungen erfüllen, zum beispiel die psychische Bealstbarkeit, du musst eventuell schon bewiesen, dass du esernst meinst und schon mal ein paar kilos abnehmen...es ist nicht so einfach!!!! die Krankenkasse zahlen auch nicht immer, du musst viele atteste einreichen und eventuell den antrag öfter stellen...und zudem man sollte sich grenau überlegenm ob man ein Organ manipul lässtieren

Sehr wichtig für diese Entscheidung ist wohl auch das Alter des Patienten. Wenn schon seit Jahren und vielen Diäten das Gewicht immer höher geworden ist, sollte man schon überlegen - eine Kur ist auch manchmal erfolgreich, aber 4-5 Wochen sind Quatsch - da fällt man schnell wieder in die alten Eßgewohnheiten. Bei sehr starkem ÜG ist nach Abklärung (z.B. Schilddrüsenfunktion) das Magenband der richtig Erfolg für lange Zeit.

Der Magenballon wird im Rahmen einer Magenspiegelung eingesetzt und verbleibt etwa sechs Monate im Magen. Eine Abnahme von bis zu 20 kg ist möglich.

Das Magenband erfordert eine Operation. Wegen des meist übermäßig vorhandenen Bauchfetts ist diese nur selten minimalinvasiv vorzunehmen. Das Magenband wird eingesetzt und regelmäßig auf seinen Sitz kontrolliert. Es verbleibt im allgemeinen im Körper.

Das Magenband ist also effektiver, erfordert jedoch eine rigorose Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, da der Magen nur noch begrenzt aufnahmefähig ist. Mit unangenehmen Begleiterscheinungen besonders zu Anfang (Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen) ist zu rechnen. In der Regel sind diese Patienten für den Rest ihres Lebens auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen, da eine ausreichende und ausgewogene Ernährung nicht mehr gegeben ist.

Die Nachbarin erwartet sicherlich, daß ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt. Das tut sie jedoch nicht ohne weiteres:

"Eine Operation bei krankhaftem Übergewicht ist ein Wahleingriff. Aus diesem Grund werden die Kosten für das Einsetzen eines Magenbandes oder das Legen eines Magenbypass nicht automatisch von den Krankenkassen übernommen. Waren bei einem Patienten konservative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion nicht erfolgreich und erfüllt er auch sonstigen Anforderungen, kann der Patient einen Antrag auf Kostenübernahme bei seiner Krankenkasse stellen."

http://www.mybody.de/magenband-kosten.html

Die eben genannte Seite spricht von Kosten von ca. 2.000 € für einen Magenballon, von ca. 4.000 bis 8.000 € (je nach Art der OP, Krankenhausaufenthalt, etc.) für ein Magenband. Diese Kosten müßte die Nachbarin selbst tragen, wenn sie der Krankenkasse keine belegbaren Abnahmebemühungen/Bewegungsprogramme nachweisen kann. Ihr Hausarzt wird sie ggf. beraten.

Ein Magenbypass ist das beste, um wirklich gut abzunehmen. Ein Magenballon oder ein Magenband kann man überlisten, sagte mein Arzt. Bei einem Magenbypass kann man gar nicht mehr viel essen und nimmt somit ab. Man kann den Magenbypass auch nicht überlisten.... Aber es kostet auch viel Zeit und viele Untersuchungen und Atteste, bis eine Magenbypass-Operation von der Krankenkasse übernommen wird. Ich spiele nämlich auch gerade mit der Überlegung mir sowas machen zu lassen, jedenfalls werde ich es probieren, ob die Krankenkasse die Kosten der OP übernehmen wird.

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