OP bei chronischer Nebenhöhlenentzündung?

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1 Antwort

Dein Arzt meint evtl. die Ballon-Dilatation :

Mit der Ballon-Dilatation steht ein neuartiges Behandlungsverfahren für Patienten mit akuter und chronischer Sinusitis zur Verfügung,die auch unter Narkose, aber besonders gewebeschonend durchgeführt werden kann.

Studien belegen, dass sich die Zugänge der Nasennebenhöhlen mit Hilfe der Ballon-Dilatation verlässlich und dauerhaft weiten lassen.

Das Verfahren stammt aus der Herzchirurgie, um verengte Herzkrankgefäße mit Hilfe eines sogenannten Herzkatheders zu weiten.

Bei der Sinusitis geht man ähnlich vor und weitet die Nasenzugänge - bis das Sekret abfließen kann.

Es wird kein Gewebe oder Knochen entfernt. Es ist ein schonender Eingriff, bei dem mit Hilfe eines Führungsdrahts der Ballonkatheder in die Nase geschoben wird. Am Röntgenmonitor kontrollieren die Ärzte ständig, so dass keines der angrenzenden Bereiche des Gehirns beschädigt werden.

Der Vorteil der Methode besteht darin, dass bei dem Eingriff für den Patienten weniger Risiken durch offene Wunden, Knochenentfernen und Blutungen bestehen. Die Patienten brauchen anschließend keine Nasentamponade. Am Tag nach dem Eingriff können sie die Arbeit schon wieder aufnehmen.

Der Eingriff mit dem Ballonkatheder ist allerdings nicht ganz billig: Die Kosten belaufen sich auf rund € 3.000 - 5.000, die von den allgemeinen Kassen nicht übernommen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde beurteilt die Ballon-Dilatation nicht unkritisch.

Denn besonders im Bereich der Kieferhöhle ist die Indikation strittig. Hier könnten auch andere herkömmlich minimal-invasive Verfahren zur Anwendung kommen.

Die Gesellschaft grenzt den Anwendungsbereich der neuen Methode ein und stellt zur Ausweitung der Drainagewege von Nasennebenhöhlen fest:

"Ungeachtet des positiven Sachverhalts ist die Effizienz der Ballon-Dilatation noch Gegenstand einer andauernden Diskussion.

Gesichtspunkte dieser Diskussion sind zum einen Fragen der speziellen Pathophysiologie bzw. Biomechanik und in der Folge Definitionen zum Spektrum der gesicherten Indikationen aus HNO-chirurgischer Sicht.

Domäne einer effizienten Ballon-Dilatation ist die Anwendung an der Stirnhöhle. Es ist eine sinnvolle therapeutische Maßnahme, unter anderem, wenn es sich um eine sogenannte akute oder chronische Sinusitis frontalis handelt."

Experte Prof. Dr. Andreas Leunig Halsnasenohren-Chirurgie Klinikum der Universität München Campus Großhadern

Dennoch, über 90 Prozent der Patienten sind mit der Dilatation zufrieden und würden sie wieder durchführen lassen.

Nur 48 Prozent der Patienten, die konventionell behandelt wurden, würden diese Methode wieder anwenden lassen.

(http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-medizin-sinusitis-nasennebenhoehlenentzuendung-ID1237831421352.xml)

Besprich das Ganze noch einmal ausführlich mit Deinem Arzt.

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