Normaler Konsum nach Alkoholsucht ?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die medizinische Begründung ist unter anderem ! die Annahme des Vorhandenseins eines sogenannten Suchtgedächtnisses.

Also bei Einnahme des Suchtmittels ist man über kurz oder lang im alten Konsummuster, da der Kontrollverlust sofort wieder vorhanden ist. Selbst wenn das Zurückfallen ins alte Konsummuster monate- oder jahrelang dauern kann.

Die Forschung geht davon aus, dass das Suchtgedächtnis empirisch erwiesen ist; biologisch und genetisch gibt es dazu ebenfalls Erkenntnisse - aber keine echten Beweise.

Dieses Suchtgedächtnis bleibt ein Leben lang erhalten (absolute Mehrheitsmeinung in der Forschung).

Es gibt aber auch Mindermeinungen (Uchtenhagen / Körkel): Suchtgedächtnis baut sich ab; Zweifel ob der Existenz.

Sehr schweres Thema - da es ja nicht nur biologisch-medizinisch betrachtet werden kann, sondern auch verhaltenspsychologisch - der Suchtmittelmissbrauch hat(te) ja meistens Ursachen !

Generell ein m.E. ein zulässiger Vergleich: Wie viele Ex-Raucher kennst Du, die nachdem sie aufgehört hatten und - sagen wir - zwei/drei Jahre nicht geraucht haben, problemlos abends zum Bier mal ein, zwei Zigaretten rauchen können, ohne wieder zur täglichen Schachtel zurückzukehren ?

Ich kenne genau einen; ich kenne aber en masse Menschen, die das auch versucht haben und eben doch wieder bei der Schachtel täglich gelandet sind.

Hallo Joefi, erstmal Danke für die Antwort. Ich bin selbst so ein EX-Raucher, Sylvester ein paar zun Knalleranzünden geraucht und nie wieder Appetit drauf. Ich gehöre wohl auch zu den wenigen, die problemlos schleichend aufgehört haben zu rauchen. Leider will mir das mit dem Alkohol nicht so recht gelingen :)

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Hallo shanny,

Ihr persönliches Erlebnis tut mir Leid.

Daß eine Gewöhnung vorhanden ist, Lebensmittel Alkohol enthalten, absolute Abstinenz das geringste Rückfallrisiko bietet usw ist mir klar.

Mich interessiert die medizimische Begründung und ob es wissentschaftlich bewiesen ist, daß Alkoholiker grundsätzlich nie wieder normal trinken können. Ich behaupte ja nicht es sei falsch, daß Alkoholiker nie wieder etwas trinken dürfen. Ich hätte es nur gerne verständlich begründet.

Liebe/r Steph2 ,

bitte achte in Zukunft darauf Reaktionen zu einer Antwort auch in Form von nachträglichen Ergänzungen Deiner Frage über den Link "Antwort kommentieren" hinzuzufügen. So ist sichergestellt, dass der Zusammenhang im Nachhinein nicht verloren geht, da die Antworten durch die Bewertungen ja ständig in Bewegung sind.

Viele Grüße

Klaus vom gesundheitsfrage.net-Support

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Suchtverhalten in Verbindung mit Alkoholismus ist gekennzeichnet durch das starke Verlangen (das sog. „Craving“) nach Alkohol sowie durch Kontrollverlust bezüglich des Trinkens und die Entwicklung von Toleranz und Abhängigkeit. Gleichzeitig nimmt das Repertoire von sozialen Funktionen, die nicht mit dem Konsumverhalten verbunden sind, dramatisch ab. Darüber hinaus ist Alkoholismus eine Krankheit mit wiederholten Rückfällen, und selbst nach jahrelanger Abstinenz bleibt das Rückfallrisiko hoch. In den letzten Jahren wurden Dank der enormen Entwicklungen in der Alkoholforschung neue Rückfallprophylaxen entwickelt. Genetische Ursachen spielen bei der Entwicklung von Sucht eine entscheidende Rolle. In letzter Konsequenz ist jedoch abhängiges Verhalten das Ergebnis der genetischen und der epigenetischen Ausstattung eines Individuums, zusätzlich zu den kumulativen Reaktionen auf Alkoholexposition und zahlreichen Umweltfaktoren im zeitlichen Verlauf. Diese komplexe Interaktion von Alkohol x Gen x Umwelt führt zu einer großen klinischen Heterogenität sowohl in Bezug auf die Symptomatik und die Schwere der Störung als auch auf die Wirksamkeit einer Behandlung. Das Ziel von unserem Forschungsverbund ist die komplexen Gen x Umwelt Interaktionen in einem systembiologischen Ansatz zu untersuchen, um die Therapie und Diagnosemöglichkeiten nachhaltig zu verbessern.

Hallo Berta, Danke für die tolle Antwort.

In welchem Forscherverbund arbeitest Du denn ("Das Ziel von unserem Forschungsverbund ist die komplexen Gen x Umwelt Interaktionen in einem systembiologischen Ansatz zu untersuchen, um die Therapie und Diagnosemöglichkeiten nachhaltig zu verbessern.") ?

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@Auskunft

ja ich seh schon

habe mal wieder den link dazu vergessen :-)

Genetik der Alkoholsucht

Leitung:

Prof. Dr. Rainer Spanagel

Institut:

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit / Mannheim

Homepage:

www.zi-mannheim.de

link funktioniert nicht!

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Sorry, aber einige Aussagen sind in ihrer Absolutheit falsch:

Craving ist keine Voraussetzung und daher auch keine Kennzeichnung für eine Suchtdiagnose ! Craving kann vorkommen, muss nicht!

Alkoholismus ist keine Krankheit mit "wiederholten Rückfällen" - klar kann es Rückfälle geben - muss nicht.

Nach jahrelanger Abstinenz ist das Rückfallrisiko gering - nicht hoch ! Definition Rückfall: Bewusst gewollte Einnahme des Suchtmittels trotz Abstinenzvorsatz.

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2) Die Dosis hat sich in all den Jahren NICHT wesentlich gesteigert. Zwischen meinem 20 und 25. Lebensjahr bin ich zwar von ca. 4 Flaschen Bier (0,5l) auf bis zu 6 Flaschen gekommen - doch seit dem 25. Lebensjahr ist diese "Obergrenze" von 6 Flaschen Bier an einem Wochenende so gut wie nie überschritten worden (und wenn doch, dann könnte ich diese wenigen Ausnahmen in den 7 Jahren an den Fingern einer Hand abzählen).

Für ein Alkoholproblem spricht allerdings Folgendes:

1) Wenn ich am Wochenende meine "Ration" von 5-6 Flaschen nicht bekomme (sei es, zusammen mit Kollegen auf einer Kneipen-Tour oder auch nur abends vor dem Fernseher), dann fehlt mir irgendwie was...

2) Ich bin prinzipiell nicht imstande, nur kleine Mengen Alkohol zu konsumieren - aber das war eigentlich schon immer so,seit ich mit dem "Wochenend-Trinken" angefangen hab. Irgendwie hat es sich bei mir unterbewußt eingeprägt, Alkohol ausschließlich als Rauschmittel und nicht als Genußmittel zu konsumieren. D.h. wenn ich z.B. ein Bier trinke, dann muß ich auch hinterher ein zweites und ein drittes trinken. Dieses typische Suchtmerkmal gab es bei mir wie gesagt schon immer.

Mir ist natürlich klar, dass es im Internet Selbsttests für Alkoholiker in Hülle und Fülle gibt - doch irgendwie sind sie für mich aufgrund meines spezifischen Trinkmusters nichtssagend....Beispielsweise hat in den 12 Jahren meines Trinkens so gut wie keine Dosissteigerung stattgefunden, die ja ein typisches Suchtmerkmal wäre - andererseits ist der typische Kontrollverlust bereits nach einer Flasche Bier da; 1-3 Flaschen sind bei mir eigentlich nie genug - die "Alkoholsättigung" tritt bei mir erst frühestens so nach der 4. Flasche ein.

...Was meint ihr: kann man in meinem Fall schon von einer echten Alkoholkrankheit sprechen? ...und mit "echt" meine ich: mit ernsthaften strukturellen Veränderungen im Gehirn? Oder bin ich einfach "nur" leicht psychisch abhängig? (Ich persönlich würde eher zur 2.Antwort tendieren)

Viele Grüße, Mark

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