Normaler Konsum nach Alkoholsucht ?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die medizinische Begründung ist unter anderem ! die Annahme des Vorhandenseins eines sogenannten Suchtgedächtnisses.

Also bei Einnahme des Suchtmittels ist man über kurz oder lang im alten Konsummuster, da der Kontrollverlust sofort wieder vorhanden ist. Selbst wenn das Zurückfallen ins alte Konsummuster monate- oder jahrelang dauern kann.

Die Forschung geht davon aus, dass das Suchtgedächtnis empirisch erwiesen ist; biologisch und genetisch gibt es dazu ebenfalls Erkenntnisse - aber keine echten Beweise.

Dieses Suchtgedächtnis bleibt ein Leben lang erhalten (absolute Mehrheitsmeinung in der Forschung).

Es gibt aber auch Mindermeinungen (Uchtenhagen / Körkel): Suchtgedächtnis baut sich ab; Zweifel ob der Existenz.

Sehr schweres Thema - da es ja nicht nur biologisch-medizinisch betrachtet werden kann, sondern auch verhaltenspsychologisch - der Suchtmittelmissbrauch hat(te) ja meistens Ursachen !

Generell ein m.E. ein zulässiger Vergleich: Wie viele Ex-Raucher kennst Du, die nachdem sie aufgehört hatten und - sagen wir - zwei/drei Jahre nicht geraucht haben, problemlos abends zum Bier mal ein, zwei Zigaretten rauchen können, ohne wieder zur täglichen Schachtel zurückzukehren ?

Ich kenne genau einen; ich kenne aber en masse Menschen, die das auch versucht haben und eben doch wieder bei der Schachtel täglich gelandet sind.

Hallo Joefi, erstmal Danke für die Antwort. Ich bin selbst so ein EX-Raucher, Sylvester ein paar zun Knalleranzünden geraucht und nie wieder Appetit drauf. Ich gehöre wohl auch zu den wenigen, die problemlos schleichend aufgehört haben zu rauchen. Leider will mir das mit dem Alkohol nicht so recht gelingen :)

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Hallo shanny,

Ihr persönliches Erlebnis tut mir Leid.

Daß eine Gewöhnung vorhanden ist, Lebensmittel Alkohol enthalten, absolute Abstinenz das geringste Rückfallrisiko bietet usw ist mir klar.

Mich interessiert die medizimische Begründung und ob es wissentschaftlich bewiesen ist, daß Alkoholiker grundsätzlich nie wieder normal trinken können. Ich behaupte ja nicht es sei falsch, daß Alkoholiker nie wieder etwas trinken dürfen. Ich hätte es nur gerne verständlich begründet.

Liebe/r Steph2 ,

bitte achte in Zukunft darauf Reaktionen zu einer Antwort auch in Form von nachträglichen Ergänzungen Deiner Frage über den Link "Antwort kommentieren" hinzuzufügen. So ist sichergestellt, dass der Zusammenhang im Nachhinein nicht verloren geht, da die Antworten durch die Bewertungen ja ständig in Bewegung sind.

Viele Grüße

Klaus vom gesundheitsfrage.net-Support

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Suchtverhalten in Verbindung mit Alkoholismus ist gekennzeichnet durch das starke Verlangen (das sog. „Craving“) nach Alkohol sowie durch Kontrollverlust bezüglich des Trinkens und die Entwicklung von Toleranz und Abhängigkeit. Gleichzeitig nimmt das Repertoire von sozialen Funktionen, die nicht mit dem Konsumverhalten verbunden sind, dramatisch ab. Darüber hinaus ist Alkoholismus eine Krankheit mit wiederholten Rückfällen, und selbst nach jahrelanger Abstinenz bleibt das Rückfallrisiko hoch. In den letzten Jahren wurden Dank der enormen Entwicklungen in der Alkoholforschung neue Rückfallprophylaxen entwickelt. Genetische Ursachen spielen bei der Entwicklung von Sucht eine entscheidende Rolle. In letzter Konsequenz ist jedoch abhängiges Verhalten das Ergebnis der genetischen und der epigenetischen Ausstattung eines Individuums, zusätzlich zu den kumulativen Reaktionen auf Alkoholexposition und zahlreichen Umweltfaktoren im zeitlichen Verlauf. Diese komplexe Interaktion von Alkohol x Gen x Umwelt führt zu einer großen klinischen Heterogenität sowohl in Bezug auf die Symptomatik und die Schwere der Störung als auch auf die Wirksamkeit einer Behandlung. Das Ziel von unserem Forschungsverbund ist die komplexen Gen x Umwelt Interaktionen in einem systembiologischen Ansatz zu untersuchen, um die Therapie und Diagnosemöglichkeiten nachhaltig zu verbessern.

Hallo Berta, Danke für die tolle Antwort.

In welchem Forscherverbund arbeitest Du denn ("Das Ziel von unserem Forschungsverbund ist die komplexen Gen x Umwelt Interaktionen in einem systembiologischen Ansatz zu untersuchen, um die Therapie und Diagnosemöglichkeiten nachhaltig zu verbessern.") ?

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@Auskunft

ja ich seh schon

habe mal wieder den link dazu vergessen :-)

Genetik der Alkoholsucht

Leitung:

Prof. Dr. Rainer Spanagel

Institut:

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit / Mannheim

Homepage:

www.zi-mannheim.de

link funktioniert nicht!

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Sorry, aber einige Aussagen sind in ihrer Absolutheit falsch:

Craving ist keine Voraussetzung und daher auch keine Kennzeichnung für eine Suchtdiagnose ! Craving kann vorkommen, muss nicht!

Alkoholismus ist keine Krankheit mit "wiederholten Rückfällen" - klar kann es Rückfälle geben - muss nicht.

Nach jahrelanger Abstinenz ist das Rückfallrisiko gering - nicht hoch ! Definition Rückfall: Bewusst gewollte Einnahme des Suchtmittels trotz Abstinenzvorsatz.

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Abhängigkeit: Benzodiazepine + Alkohol

Guten Abend,

seit mehreren Jahren nehme ich ein mittellangwirksames Benzodiazepin ein und befinde mich im Entzug. Zur Zeit nehme ich täglich 2 mg von dem Präparat.

Gleichzeitig trinke ich seit knapp 3 Monaten beinahe täglich zwischen 0,5 und 2 l Bier.

Eine wahrlich ungünstige Kombination - dessen bin ich mir bewusst.

Nun habe ich heute bzw. seit Mittwoch-Nachmittag keinen Tropfen mehr angerührt. Es hat mich auch, Gott sei Dank, nicht danach gedürstet.

Heute Abend geht es mir jedoch ziemlich schlecht. Habe ein unangnehmes, klappriges und gleichzeitig angespanntes Gefühl im Körper.

Kann das schon ein Alkoholentzug oder eine ungünstige Wechselwirkung zwischen Alkoholentzug und Benzodiazepin-Konsum sein?

Bin mir nicht sicher was ich nun tun soll. Vielleicht hat jemand einen Rat?

Vielen Dank.

S.San

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